Heute ist der 2.07.2026 und in Regensburg gibt es ein Thema, das die Gemüter bewegt – die Zukunft der St. Oswaldkirche. Diese beeindruckende, 1290 erbaute Kirche, die seit 2006 als UNESCO-Weltkulturerbe gilt, hat in den letzten Jahren einiges durchgemacht. Einmal abgesehen von der Tatsache, dass sie seit geraumer Zeit keine Gottesdienste mehr feiert, steht sie nun vor einer existenziellen Herausforderung. Die evangelischen Gemeinden in Bayern suchen händeringend nach Lösungen für kirchliche Gebäude, die nicht mehr benötigt werden. Ein Blick auf die St. Oswaldkirche zeigt, wie komplex die Lage tatsächlich ist.

Die Landeskirche hat angekündigt, ab 2027 nur noch Baumaßnahmen für etwa die Hälfte des Immobilienbestands zu bezuschussen. Das ist eine klare Ansage – und ein Zeichen der Zeitenwende. Für die St. Oswaldkirche, die seit 2020 für rund drei Millionen Euro saniert wurde, aber deren Innenraum-Sanierung seit 2023 stillsteht, ist das eine ungünstige Nachricht. Der Grund? Es fehlt an einem Partner für die Nachnutzung. Ein Interessent hat zwar Pläne, die Kirche als Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum zu nutzen, doch die Verhandlungen ziehen sich wie Kaugummi. Und das, obwohl alle Beteiligten wissen, dass Zeit Geld ist – und in diesem Fall auch den Erhalt eines bedeutenden Bauwerks betrifft.

Streit und Stillstand

Das Drama rund um die St. Oswaldkirche wird noch komplizierter durch interne Spannungen. Hans-Christoph Dittscheid, der Vorsitzende des Fördervereins, hat die Kompetenz der Dekanatsleitung in Frage gestellt. Das hat nicht nur zu einem öffentlichen Streit geführt, sondern auch dazu, dass Dekan Jörg Breu rechtliche Schritte einleitete. Ein Anwalt ist nun Teil des Spiels, mit einer Unterlassungsforderung gegen den Förderverein, der sich mit der Nutzung des Briefkopfs von Dittscheid konfrontiert sieht. Komischerweise scheinen die Konflikte innerhalb des Vereins selbst nicht weniger zu sein: Thomas Koschnitzke trat als Vorstandsmitglied zurück, weil eine geforderte Sitzung nicht stattfand. Ulrich Landskron, ein weiteres Vorstandsmitglied, hat die Hoffnung, dass Breu die Unterlassungsklage fallen lässt.

Der Förderverein hat im Moment ein Vermögen im mittleren bis hohen fünfstelligen Bereich, doch das genügt nicht, um die geschätzten über eine Million Euro für die Innensanierung alleine zu stemmen. Die Gesamtkirchengemeinde (GKG) hat klargemacht, dass sie St. Oswald nicht übernehmen will, solange der Streit mit dem Förderverein nicht geklärt ist. Ein Teufelskreis, der die Zukunft der Kirche in ernsthafte Gefahr bringt.

Ein Ausblick in die Ungewissheit

Die Verhandlungen zur Nachnutzung der Oswaldkirche stagnieren, und die Frage bleibt: Wie weiter? Die Gemeinde hat deutlich gemacht, dass sie nicht in der Lage ist, die hohen Kosten für die Innensanierung zu tragen. Was also bleibt? Ein leerstehendes, denkmalgeschütztes Gebäude, das um seine Zukunft kämpft – und das in einer Zeit, in der die Landeskirche auf Unterstützung angewiesen ist. Die Sorgen um die St. Oswaldkirche sind mehr als berechtigt. Die Hoffnung auf eine Einigung, die sowohl den Erhalt der Kirche als auch die kulturelle Nutzung ermöglicht, schwindet mit jedem Tag, der vergeht.

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