Die Nachrichten aus der Welt der Kreuzfahrten sind nicht immer so, wie man es sich wünschen würde. Aktuell sorgt das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ für besorgte Gesichter. Vier deutsche Passagiere wurden bereits nach Deutschland gebracht, um in Frankfurt untersucht zu werden. Die anderen Passagiere, insgesamt rund 150 Menschen, müssen noch ausharren – das Schiff liegt seit Sonntag vor Kap Verde im Atlantik vor Anker. Zwischenzeitlich hat Spanien dem Kreuzfahrtschiff das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Das geschah nach Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU. Immerhin – ein Lichtblick in dieser ungewissen Lage.

Doch die Hintergründe sind alles andere als erfreulich. Bisher gibt es sechs bestätigte Infektionen mit dem Hantavirus und drei Todesfälle, darunter eine 78-jährige Deutsche aus Passau. Die Situation wird ernst genommen, denn es ist unklar, ob sich weitere Personen an Bord angesteckt haben. Gesundheitsbehörden untersuchen nun die Passagiere sowie die Crew auf Symptome. So wurden Passagiere in Gruppen von maximal fünf Personen aus dem Schiff ausgeschifft, wobei sie FFP2-Masken tragen und nur leichtes Handgepäck mitnehmen dürfen. Und das alles, während die ersten 14 Spanier, darunter 13 Passagiere und ein Crewmitglied, der Gefahr entkommen konnten.

Ein Blick auf die Evakuierungsmaßnahmen

Die Evakuierung der Passagiere erfolgt in einem strengen, kontrollierten Rahmen. Betroffene werden in versiegelten Militär-Bussen zum Flughafen transportiert – eine Art von Sicherheit, die man in solchen Situationen einfach braucht. Die niederländischen Behörden haben die Verantwortung für die Evakuierung übernommen, vor allem für deutsche, belgische und griechische Staatsbürger. Sechs Deutsche sind unter den Passagieren und werden nach Frankfurt transportiert. Etwa 30 Besatzungsmitglieder bleiben an Bord, während das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande steuern soll. Da bleibt einem schon der Atem stehen!

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist vor Ort, um die Evakuierung zu beaufsichtigen, und betont, dass das Risiko einer Ansteckung für die Allgemeinbevölkerung als gering eingeschätzt wird. Aber wer kann da ruhig schlafen, wenn man an die Schicksale der Passagiere denkt? Ein britischer Passagier, der ausgeflogen wurde, wird momentan auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt – auch bei ihm wurde das Hantavirus festgestellt.

Hintergründe und Ursachen

Der Hantavirus wird in der Regel von Nagetieren übertragen, und es wird vermutet, dass sich der niederländische Passagier, der bereits am 11. April an Bord starb, vor der Kreuzfahrt infiziert hat. Das macht die Sache noch komplizierter. Auch die WHO hat eine weltweite Suche nach potenziellen Verdachtsfällen eingeleitet, da das Schiff zuvor Zwischenstopps hatte, bei denen über 30 Passagiere und Besatzungsmitglieder ausgestiegen sind.

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Die inkubationszeit des Hantavirus beträgt typischerweise zwei bis vier Wochen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Das Robert Koch-Institut (RKI) steht in engem Kontakt mit der WHO, dem ECDC und den niederländischen Behörden. In Deutschland gibt es ein bundesweites Expertennetzwerk für hochpathogene Erreger, das bereit ist, zu helfen. Währenddessen hoffen alle Betroffenen, dass die Rückführung in die Heimatländer reibungslos verläuft und die Gesundheitsämter sich um die weitere Betreuung kümmern.

Eine ungewisse Zeit für alle Beteiligten. Es bleibt zu hoffen, dass die verbleibenden Passagiere und die Crew bald in Sicherheit sind und die Geschehnisse auf der „MV Hondius“ bald nur noch ein Kapitel in den Geschichtsbüchern sind.