In Passau, dem malerischen Städtchen, wo die Donau sanft fließt und die Altstadt im Glanz der Abendsonne erstrahlt, steigt der Druck auf die Familien. Die Caritas-Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern hat im Jahr 2025 eine bemerkenswerte Zunahme an Fällen verzeichnet. Insgesamt 797 Fälle wurden betreut, 32 mehr als im Vorjahr. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Zahl der Neuaufnahmen kletterte auf 632. Ein Trend, der nicht ignoriert werden kann!
Fast 40 Prozent der Klienten sind Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren. Es ist ein Alter, in dem der Druck oft steigt – sei es in der Schule oder im sozialen Umfeld. Auch die Jüngeren sind betroffen: 25 Prozent der Klienten sind zwischen sechs und acht Jahren alt. Die häufigsten Gründe für die Inanspruchnahme dieser Beratungsstelle? Familiäre Konflikte, die in 428 Fällen zur Beratung führten. Und die Palette der Herausforderungen ist groß: depressive Verstimmungen, Trennungsängste oder gar selbstverletzendes Verhalten sind nur einige der ernsthaften Probleme, mit denen die Kinder und Jugendlichen kämpfen.
Die Vielfalt der Herausforderungen
Die Zahlen zeigen auch, dass 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen bei einem alleinerziehenden Elternteil leben. In vielen Fällen ist die Situation angespannt, und der Druck wird durch soziale und wirtschaftliche Faktoren verstärkt. 18 Prozent der Familien sind auf öffentliche Transferleistungen angewiesen – ein Umstand, der die Herausforderungen weiter vergrößert. Zudem haben 28 Prozent der Familien einen Migrationshintergrund, was die Situation zusätzlich komplex gestaltet.
Die Caritas-Beratung ist ein wichtiger Anlaufpunkt für diese Familien. Die Daten aus dem Landkreis Passau zeigen, dass 69 Prozent der Klienten aus der Umgebung stammen, während 27 Prozent aus der Stadt Passau selbst kommen. Diese regionale Bedeutung der Beratungsstelle ist nicht zu unterschätzen. Sie bietet nicht nur Unterstützung, sondern auch einen sicheren Raum für Gespräche und Lösungen.
Familienberatung in Deutschland
<pEin Blick über die Grenzen von Passau hinaus offenbart, dass auch auf nationaler Ebene die Bedeutung von Familienberatung und -bildung nicht unterschätzt werden darf. Eine Studie der Prognos AG, im Auftrag des Bundesfamilienministeriums durchgeführt, zeigt, dass 1,6 Millionen Menschen 2019 durch familienbezogene Angebote erreicht wurden. Die Beratungsleistungen wurden in 630.000 Fällen angeboten. Die Schwerpunkte sind vielfältig: von der Stärkung der Erziehungs- und Alltagskompetenzen bis hin zu Themen wie Integration und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Insgesamt belegen die Ergebnisse dieser Studie, dass die Nachfrage nach niedrigschwelligen, offenen und aufsuchenden Angeboten wächst. Dies ist besonders wichtig für Familien in besonderen Belastungssituationen. Die Corona-Pandemie hat zudem neue digitale Angebote hervorgebracht, die den Zugang zur Beratung erleichtern. Der Trend zeigt: Die Angebote werden zunehmend diversifiziert und an die Bedürfnisse der Familien angepasst.
Wenn man all diese Aspekte betrachtet, wird klar, dass die Herausforderungen für Familien nicht nur lokal, sondern auch bundesweit bestehen. Die Caritas-Beratung in Passau ist ein wichtiger Baustein im Netzwerk, das Familien in schwierigen Zeiten unterstützt und ihnen hilft, einen Ausweg zu finden.