Stefan Wimmer: Zwischen Literaturkritik und Komödienzauber in der Kajal-Clique
Stefan Wimmer, ein Münchner Autor mit einer ganz besonderen Leidenschaft für Geschichten, hat sich nicht nur in der Literaturwelt einen Namen gemacht, sondern auch gleich einen eigenen Verlag gegründet. Man kann sagen, seine Karriere ist wie ein guter Wein – sie wird mit der Zeit immer besser, aber man fragt sich manchmal, warum so viele Lektoren und Verlage nicht bereit sind, das Besondere zu erkennen. Wimmer kritisiert den Literaturbetrieb scharf, insbesondere die mutlosen Lektoren, die sich oft zu sehr von modischen Theorien leiten lassen. Und das, obwohl er mit seiner Komödien-Reihe „Kajal-Clique“ ein echtes Highlight geschaffen hat, das in den 1980er Jahren spielt – einer Ära, die für Individualität, Rebellentum und viel Humor steht.
Seine Protagonisten sind allesamt Außenseiter, die Spaß und Freiheit verkörpern – eine Botschaft, die in der heutigen Zeit vielleicht wichtiger denn je ist. Wimmer selbst lebt teilweise in Mexiko City, wo er die Menschen und ihren Humor sehr schätzt. Und wenn man seine Werke liest, merkt man schnell, dass er einen mutigen, humorvollen Stil hat, der die Grenzen des guten Geschmacks gerne testet. In seinem Buch „12 Leidensstationen nach Pasing“ hat er bereits positives Feedback erhalten, jedoch blieb das Feuilleton, nun ja, eher unbeeindruckt. Lustigerweise berichtet der Autor von 140 – ja, richtig gelesen, 140 – Ablehnungen seiner „Kajal-Clique“ durch verschiedene Verlage. Das klingt fast wie ein Plot aus einem seiner eigenen Bücher!
Eine Trilogie über das München der 80er Jahre
Wimmer hat 2019 eine Roman-Trilogie über das München der 1980er Jahre ins Leben gerufen, in der die „Kajal-Clique“ eine zentrale Rolle spielt. Die Geschichte dreht sich um vier befreundete Schüler am Karlsgymnasium München-Pasing. Der erste Teil, „Die 12 Leidensstationen nach Pasing“, wurde von Benedict Wells als „Gott, ist das gut!“ betitelt und hat es sogar in die Longlist des Deutschen Popliteraturpreises geschafft – ein wahrer Erfolg! Auch die Süddeutsche Zeitung konstatierte: „Ein verdammt gutes Buch.“ Das klingt doch vielversprechend, oder? Der zweite Teil, „Lost in Translatione“, hat ebenfalls viel Lob erhalten und wurde als „Nicht weniger als der größte Lesespaß des Sommers“ bezeichnet. Und so geht es weiter: Der dritte Teil, „Die weiße Hölle vom Fuxnhof“, hat ebenfalls die Kritiker begeistert.
Wimmer sieht seine Trilogie im Stil von Helmut Dietls Münchner Geschichten, was dem Ganzen einen nostalgischen, aber auch zeitgenössischen Touch verleiht. Seit 2024 gehört er auch dem PEN-Zentrum Deutschland an – eine Anerkennung, die sicherlich nicht jedem Autor zuteilwird. Trotzdem bleibt Wimmer bescheiden und kritisch gegenüber dem Literaturbetrieb. Er hat den Blond Verlag gegründet, in dem Autoren für den Druck selbst bezahlen können, was ein ganz neues Licht auf die finanzielle Seite des Schreibens wirft.
Ein Blick auf die Literatur der Vergangenheit und Gegenwart
In Zeiten, in denen das Interesse an Büchern in Deutschland anscheinend abnimmt – im Vergleich zu Mexiko, wo die Lesekultur floriert – hat Wimmer die Absicht, eine Satire über den Buchmarkt zu verfassen. Irgendwie passt das zu seinem Stil, der nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Wenn man die literarische Landschaft betrachtet, denkt man unweigerlich an die Zeit vor dem Fall der Mauer, die in der Textsammlung „Letzte Welten“ von Heinz Ludwig Arnold behandelt wird. Diese Sammlung umfasst literarische Texte aus den Jahren 1984 bis 1989 und thematisiert die Grenzlinie zwischen der Bundesrepublik und der DDR – ein faszinierendes, aber auch bedrückendes Kapitel in der deutschen Geschichte.
Die Literatur dieser Zeit spiegelt eine Endzeitstimmung wider, die durch Repression und individuelle Kämpfe geprägt ist. Diskurse über das „Ende der Geschichte“ und Konzepte wie „Neue Unübersichtlichkeit, Postmoderne, Simulation“ werden lebendig. Man fragt sich, wie sehr Wimmers Werke in diesem Kontext stehen und ob sie vielleicht einen frischen Wind in die gegenwärtige Diskussion bringen können. Eines ist sicher: Stefan Wimmer ist ein Autor, der es versteht, mit seinen Geschichten die Leser zu fesseln und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen.
