Die Schuh-Kette Sutor, die vielen von uns als zuverlässige Anlaufstelle für bequeme und stylische Schuhe in Bayern bekannt ist, macht momentan eine schwierige Zeit durch. Mit Hauptsitz in Altdorf bei Landshut und insgesamt 42 Filialen unter den Namen „Sutor“ und „Happy Schuh“ musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Der Antrag wurde am 30. März dieses Jahres gestellt, was die Wellen in der Region hochschlagen ließ. Ein Berliner Investor, Steffen Liebich, hat jedoch die Fäden in die Hand genommen und Sutor übernommen – das gibt einen kleinen Lichtblick in der dunklen Lage.
Die gute Nachricht: 36 der 42 Filialen sollen weiterhin betrieben werden. Leider müssen wir uns von sechs Standorten verabschieden. Dazu zählen die Geschäfte in Regensburg, im Landshuter Industriegebiet, in München-Moosach (am Bunzlauer Platz), in Pfarrkirchen, Zwiesel und Kolbermoor. Das Zentrallager in der Porschestraße in Landshut wird voraussichtlich ebenfalls geschlossen. Damit geht ein Stück Geschichte verloren, denn Sutor wurde 1934 von Fritz und Ella Sutor gegründet und hat sich über die Jahre zur großen Kette entwickelt, die rund 400 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Zukunft von Sutor
Steffen Liebich betont die Wichtigkeit des stationären Handels und hofft auf die Rückkehr der Kunden in die Geschäfte. Das klingt ja fast wie ein Aufruf an die Bevölkerung, sich wieder in die Fußgängerzonen zu wagen und das Einkaufserlebnis hautnah zu genießen! Allerdings – und das ist etwas, das uns alle betrifft – befindet sich der Online-Shop von Sutor derzeit aufgrund eines Lagerumzugs im Wartungsmodus. Man fragt sich: Wird das Unternehmen nach dieser Phase wieder so richtig durchstarten können?
Ein Blick auf die allgemeine Wirtschaftslage zeigt, dass Sutor nicht allein ist mit seinen Herausforderungen. Laut einer aktuellen Statistik gab es im Jahr 2025 in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen, was einen Anstieg von 10,3 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die Insolvenzen steigen schon seit 2023, vor allem in Branchen wie dem Gastgewerbe und der Bauwirtschaft. Das ist schon eine beunruhigende Entwicklung, die uns alle betrifft, denn das bedeutet auch weniger Arbeitsplätze und weniger Auswahl für die Verbraucher.
Ein schwieriges Umfeld
Im Dezember 2025 wurden sogar 2.037 Unternehmensinsolvenzen registriert, was einem Anstieg von 13,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Die Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 3,6 Milliarden Euro – eine enorme Summe, die zeigt, wie ernst die Lage vieler Unternehmen ist. Auch wenn die Zahl der „Großinsolvenzen“ (Forderungen von 25 Millionen Euro und mehr) gesunken ist, bleibt die allgemeine Situation angespannt. Die Insolvenzstatistik erfasst allerdings nur die Fälle, die im Rahmen eines Insolvenzverfahrens behandelt werden, und lässt andere Geschäftsaufgaben außen vor.
Wir hoffen, dass Sutor diese Krise übersteht und die verbleibenden Filialen weiterhin für uns da sein können. Schließlich sind solche Geschäfte mehr als nur Verkaufsstellen – sie sind Orte der Begegnung, wo man nach Herzenslust stöbern kann. Und wer weiß, vielleicht kehrt bald auch der Online-Shop zurück, um uns mit guter Schuhmode zu versorgen. Bis dahin bleibt nur zu wünschen, dass die Kunden Sutor die Treue halten und die Geschäfte nach der Insolvenz wiederbeleben.