Heute ist ein wunderbarer Tag in Kronach – die Sonne scheint, und die Luft ist erfüllt von der Aufregung der Natur. Ein ganz besonderer Grund zur Freude: In den Storchennestern des Landkreises haben 19 Küken das Licht der Welt erblickt! Das ist die höchste Anzahl an Jungstörchen, die seit mehreren Jahren hier geschlüpft ist. Nach den schweren Verlusten der letzten Sommer ist das ein echter Lichtblick für alle Naturfreunde und Vogelliebhaber in der Region.
Besonders ein Horst in Hof an der Steinach sorgt für großes Staunen. Bianka Rempel, die Storchenbeauftragte des Landesbundes für Vogelschutz, war während einer Kontrollrunde mehr als überrascht, als sie gleich vier Jungstörche gleichzeitig im Nest entdeckte. „Mit dieser Anzahl hätte ich nicht gerechnet“, so Rempel. Das lässt nicht nur das Herz der Naturfreunde höher schlagen, sondern zeigt auch, dass die Störche sich wieder gut ansiedeln.
Ein Aufschwung für die Störche
Wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, sehen wir, dass die letzten Jahre für die Störche im Landkreis Kronach alles andere als einfach waren. Im Sommer 2021 brüteten hier erstmals seit Jahrzehnten zwei Weißstorchpaare erfolgreich. Auf dem Wasserschloss in Mitwitz wurden drei Jungstörche aufgezogen, während ein Jungvogel auf dem Oberen Schloss in Küps das Licht der Welt erblickte. Das war ein kleiner Triumph, der von der Bevölkerung und der LBV-Steinachtalgruppe gefeiert wurde.
Im Steinachtal gibt es gleich vier potentielle Storchennester – darunter das Wasserschloss Mitwitz, das Hassenberger Schloss, einen Stangenhorst zwischen Mitwitz und Steinach sowie eine Trafostation in Hof/Steinach. Man könnte fast meinen, die Störche hätten eine kleine Community gegründet! Altbürgermeister Hans-Peter Lasch ließ das Nest auf dem Wasserschloss renovieren, was sicherlich zur erfolgreichen Brut im Jahr 2021 beigetragen hat. Ein weiteres Paar hatte sich 2020 entschieden, auf dem Wasserschloss zu nisten, zog jedoch nach Coburg um. Das zeigt, wie dynamisch und unberechenbar die Natur manchmal sein kann.
Ein Netzwerk für die Störche
Die LBV-Steinachtalgruppe ist aus dem ehrenamtlichen Engagement von Naturbegeisterten in Mitwitz entstanden. Sie fungiert als Bindeglied zwischen den Kreisgruppen Kronach und Coburg und hat sogar eine WhatsApp-Gruppe mit über 75 Mitgliedern gegründet. Das zeigt, wie viel Herzblut in den Schutz und die Beobachtung dieser majestätischen Vögel investiert wird. Es ist ein tolles Gefühl, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, die sich für die Störche und deren Lebensraum einsetzt.
Im Frühjahr 2021 kehrten die Hassenberger Störche frühzeitig zurück und ein junges Paar begann, das Nest auf dem Wasserschloss auszubauen. Beide Storchenpaare teilten sich die Reviere im Steinachtal. In Mitwitz wurden drei und in Hassenberg zwei Jungstörche erfolgreich großgezogen. Das ist einfach nur großartig! Auch wenn das Nest auf dem Oberen Schloss in Küps durch die Feuerwehr und einen Storchennestbauer stabilisiert werden musste, konnten die Küpser Störche schließlich einen Jungstorch erfolgreich aufziehen. Ein echter Erfolg!
Selbst in Kronach gab es Interessantes zu beobachten: Dort inspizierten Störche das Nest auf dem Storchenturm, entschieden sich jedoch gegen eine Ansiedlung. Man fragt sich, was sie dazu bewogen hat. Vielleicht war es einfach nicht die richtige Umgebung für sie – oder sie hatten andere Pläne im Kopf. Die Natur ist voller Mysterien, und das macht sie so faszinierend.
Die bunte Vielfalt der Störche und die Bemühungen um ihren Schutz sind ein schönes Beispiel für das Engagement der Menschen hier in der Region. Die Küken, die jetzt in den Nesten herumhüpfen, sind nicht nur ein Zeichen des Lebens, sondern auch ein Symbol der Hoffnung. Vielleicht können wir uns alle ein Stück von dieser Hoffnung abgucken und uns für unsere Natur einsetzen. Und wer weiß, was die nächsten Jahre bringen werden – vielleicht wird die Babyflut der Störche zur neuen Normalität im Landkreis Kronach.