In Kitzingen wird ein ganz besonderer Zugbegleiter gefeiert: Bilal Impram, der für das private Eisenbahnunternehmen Arverio tätig ist, wurde mit der renommierten Auszeichnung „Eisenbahner mit Herz“ geehrt. Diese Ehrung wird von der Allianz pro Schiene vergeben, um das herausragende Engagement von Bahnbeschäftigten zu würdigen. Bei der Preisverleihung am 16. April 2026 wurden über 300 Vorschläge von Fahrgästen eingereicht, die die Leistungen von Mitarbeitern der Bahn lobten.
Impram ist auf den Strecken Würzburg–München, Würzburg–Augsburg und Ansbach–Treuchtlingen im Einsatz. Seine Auszeichnung ist das Resultat zweier besonderer Einsätze. So musste der Regionalexpress RE 80 auf der Strecke von München nach Würzburg außerplanmäßig anhalten. Hier zeigte Impram sein Organisationstalent, indem er die Weiterfahrt für die Fahrgäste koordinierte und den Lokführer der wartenden S-Bahn kontaktierte. Besonders ältere Personen und Familien mit Kindern lagen ihm am Herzen. In Nürnberg sorgte er dafür, dass alle Reisenden sicher am Hauptbahnhof ankamen.
Ein Mensch mit Herz und Verstand
Ein eindrucksvolles Erlebnis, das eine Fahrgast teilte, zeigt die Menschlichkeit von Impram: Er half ihr beim Einladen des Kinderwagens und brachte ihre Tochter zum Lachen. Solche kleinen Gesten der Hilfsbereitschaft prägen den Alltag vieler Reisender und machen das Bahnfahren zu einem angenehmen Erlebnis. Arverio-Geschäftsführer Arno Beugel hebt die Bedeutung der Kundenorientierung in seinem Unternehmen hervor und betont, wie wichtig die Wertschätzung durch die Fahrgäste ist.
Doch Bilal Impram ist nicht der einzige Eisenbahner, der durch außergewöhnliche Taten in den Fokus gerückt ist. Der bundesweite Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ zeichnet regelmäßig Bahnbeschäftigte aus, die durch besondere Leistungen auffallen. So rettete beispielsweise ein Triebfahrzeugführer der Berliner S-Bahn einen schwer verletzten Hund von den Schienen, während ein Lokführer während einer Fahrt nach Saarbrücken einer Mutter half, ihr Baby zur Welt zu bringen. Auch eine ICE-Zugbegleiterin sorgte für Aufsehen, als sie einer argentinischen Touristin eine verlorene Handtasche mit 5.000 Euro überreichte.
Wertschätzung für den Einsatz
Der Wettbewerb lädt Reisende aus ganz Deutschland ein, Geschichten über positive Erlebnisse mit Eisenbahnbeschäftigten zu teilen. Eine Jury sichtet die Vorschläge und kürt sowohl Bundes- als auch Landessieger. Der Publikumspreis wird im Frühling online vergeben, sodass jeder die Möglichkeit hat, seinen Favoriten zu unterstützen. Kandidaten werden sowohl auf der Website der Allianz pro Schiene als auch auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und Facebook vorgestellt.
Bilal Impram ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Empathie und Hilfsbereitschaft im Beruf zu leben. In einer Zeit, in der wir oft nur die negativen Schlagzeilen hören, erinnert uns seine Geschichte daran, dass es viele Menschen gibt, die mit Herz und Verstand ihren Dienst tun. Seine Auszeichnung ist nicht nur eine Ehrung für ihn selbst, sondern auch ein Zeichen dafür, wie wertvoll der menschliche Einsatz in der Bahnwelt ist.