Die Feneberg Lebensmittel GmbH, ein traditionsreiches Unternehmen mit einer über 80-jährigen Geschichte, steht derzeit vor einer schwierigen Zeit. Gegründet 1947 von Theodor Feneberg, begann die Erfolgsgeschichte mit einem kleinen Lebensmittelgeschäft in Kempten, das der Gründer bereits 1933 eröffnete. Mittlerweile hat sich das Unternehmen auf rund 80 Filialen im Allgäu und darüber hinaus ausgeweitet und erzielt einen Umsatz von aktuell 550 Millionen Euro. Doch die Schatten der Finanzkrise werfen ihre Schatten auf die einst blühende Marke.

In den letzten Jahren sah sich Feneberg mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Hohe Rückstellungen für Betriebsrenten, die 2019 etwa 70 Millionen Euro betrugen, brachten das Unternehmen in finanzielle Bedrängnis. Trotz der vorübergehenden Gehaltsverzichte der Mitarbeiter zur Unterstützung der Sanierung und einer Kooperation mit Edeka zur Einführung einer Discount-Schiene, blieb der erhoffte Erfolg aus. Im Geschäftsjahr 2022/23 meldete Feneberg ein Minus von vier Millionen Euro, das vor allem auf Defizite in der Metzgerei Allgäu Fresh Foods zurückzuführen war.

Aktuelle Situation und Insolvenzverfahren

Am 8. Januar 2026 beantragte die Feneberg Lebensmittel GmbH ein Schutzschirmverfahren, um die Erhaltung von Stellen und Filialen zu sichern. Mit Schulden in Höhe von etwa 200 Millionen Euro und einem negativen Eigenkapital von rund 70 Millionen Euro ist die Lage äußerst kritisch. Rund 3.000 Mitarbeitende und 72 Filialen sind direkt betroffen. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde am 1. April 2026 eröffnet, und das Amtsgericht Kempten hat die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet. Während des Verfahrens läuft der Betrieb der Filialen und Tankstellen jedoch uneingeschränkt weiter, und alle Lieferanten beliefern Feneberg weiterhin.

Die Kanzlei Grub Brugger berät Feneberg im Insolvenzverfahren, während potenzielle Investoren wie Rewe und Edeka in Gesprächen stehen. Feneberg hofft, innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen eine tragfähige Lösung zu finden. Das primäre Ziel besteht darin, die Filialen zu erhalten und möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Die finanzielle Situation bleibt jedoch angespannt, insbesondere da die Insolvenz der ehemaligen Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods ebenfalls Auswirkungen auf das Mutterunternehmen hat. Diese Tochtergesellschaft wurde mittlerweile erfolgreich saniert und von der Kupfer Holding SE übernommen, wobei die Familie Feneberg weiterhin Anteile an dem Unternehmen hält.

Hintergründe und Herausforderungen

Die Ursachen für die Insolvenz sind vielschichtig. Hohe Pensionsverpflichtungen, strukturelle Defizite im Filialnetz und die unzureichende Umsetzung von notwendigen Sanierungsmaßnahmen haben zu dieser kritischen Lage geführt. Zwischen 2019 und 2024 wurde Feneberg mit Unterstützung von Edeka Südbayern restrukturiert, allerdings blieben wesentliche Schwächen und Prozesse im Unternehmen unzureichend angegangen. Diese Mängel haben letztlich zur aktuellen Situation beigetragen, in der die Feneberg Lebensmittel GmbH sich befindet.

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Das Insolvenzverfahren selbst zielt darauf ab, die gleichmäßige Befriedigung aller Gläubiger zu gewährleisten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern oder wiederherzustellen. Der Gesetzgeber beabsichtigt, dauerhaft überschuldete Betriebe vom wirtschaftlichen Leben auszuschließen, um andere Unternehmen vor Forderungsausfällen zu schützen. Im Rahmen des Verfahrens wird ein Insolvenzverwalter bestellt, der eine geschäftsführerähnliche Stellung einnimmt und die Insolvenzmasse verwaltet. Die Sanierungsmaßnahmen können betriebswirtschaftlicher, steuerlicher und rechtlicher Natur sein, wobei die Schaffung eines Insolvenzplans eine zentrale Rolle spielt.

Die kommenden Wochen sind entscheidend für die Zukunft der Feneberg Lebensmittel GmbH. Die Hoffnung auf eine positive Wende bleibt bestehen, doch die Herausforderungen, die es zu meistern gilt, sind erheblich. Nur die Zeit wird zeigen, ob das traditionsreiche Unternehmen aus dieser Krise gestärkt hervorgehen kann.