Am Bahnhof Kaufbeuren sieht die Lage alles andere als rosig aus. Die Bauarbeiten, die längst hätten abgeschlossen sein sollen, ziehen sich wie Kaugummi. Ursprünglich war die Fertigstellung der neuen Außenbahnsteige für Ende 2026 geplant, doch nun steht fest: Das wird nichts! Stattdessen erwarten die Reisenden eine Inbetriebnahme erst gegen Ende 2026, mit einer vollständigen barrierefreien Nutzung der Außenbahnsteige erst im Frühjahr 2027. Ein echtes Ärgernis, vor allem für die, die auf eine komfortable Anreise angewiesen sind.

Was sind die Gründe für diese Verzögerungen? Nun, die Baugrundverhältnisse haben sich als unerwartet schwierig erwiesen. Bei den Bohrarbeiten stießen die Bauarbeiter auf Grundwasser- und Bodenschichten, die nicht eingeplant waren. Aber das ist noch nicht alles! Auch nicht erfasste Bestandskabel haben den Fortschritt erheblich behindert. Eine externe Planungsfirma, die in den Umbau involviert ist, hat ebenfalls Schwierigkeiten – ein klassischer Fall von „es kommt immer anders als man denkt“. Die ursprünglichen Pläne sahen übrigens vor, die Barrierefreiheit an den Außenbahnsteigen bereits im Juli 2026 und am Mittelbahnsteig im November 2026 zu realisieren.

Die Herausforderungen des Mittelbahnsteigs

Ein weiterer Knackpunkt ist der Mittelbahnsteig. Dieser wird voraussichtlich erst 2028 fertiggestellt. Hierbei sind spezielle Sperrpausen im Zugverkehr notwendig, was zusätzliche Einschränkungen für die Reisenden mit sich bringt. Bis zur Fertigstellung bleibt der alte Bahnsteig in Betrieb, aber die Barrierefreiheit – also der unkomplizierte Wechsel zwischen den Außenbahnsteigen – wird während der Bauarbeiten zum Mittelbahnsteig zeitweise nicht möglich sein. Reisende müssen auf eine provisorische Personenüberführung ausweichen, die nicht barrierefrei ist. Das ist doch wirklich schade, oder? Wer denkt schon gerne an Umwege, wenn man einfach nur zur Arbeit oder nach Hause möchte?

Im Kern des Umbaus steht übrigens der Rück- und Neubau aller Bahnsteige auf eine einheitliche Höhe von 76 cm über Schienenoberkante. Das klingt erstmal nach einer simplen Maßnahme, aber die Modernisierung der Ausstattung, der Einbau von drei Aufzügen und einer neuen Personenunterführung für den stufenfreien Zugang sind nur einige der Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Zudem werden geneigte Zugänge zu den Bahnsteigen an Gleis 1 und Gleis 4 gebaut – eine Maßnahme, die lange überfällig war.

Ein Blick über den Tellerrand

Der Umbau ist Teil einer größeren Initiative, um den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland barrierefreier zu gestalten. Jürgen Dusel, der Behindertenbeauftragte des Bundes, kritisiert in diesem Zusammenhang die hohen Hürden, die Menschen mit Behinderungen oft im Alltag begegnen. Aufzüge, die wochenlang nicht funktionieren, enge Flächen an Bushaltestellen und unzureichende Informationen sind nur einige der Punkte, die in der Debatte immer wieder angesprochen werden. Das ist nicht nur frustrierend, sondern auch ein deutliches Zeichen, dass der Ausbau barrierefreier Haltestellen und Bahnhöfe noch lange nicht abgeschlossen ist.

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Immerhin sind rund 90 Prozent der 5.400 Bahnhöfe der Deutschen Bahn stufenfrei erreichbar. Doch 3.500 Bahnhöfe sind noch nicht vollständig barrierefrei umgebaut. In Kaufbeuren gibt es also noch viel zu tun, um den Bedürfnissen aller Reisenden gerecht zu werden. Ein schnellerer Abschluss der Baumaßnahmen ist dringend notwendig, aber auch die DB selbst muss sich an die Nase fassen, wenn es um die Qualität der Barrierefreiheit geht. Aber wie sagt man so schön? Geduld ist eine Tugend. Hoffen wir, dass es bald besser wird!

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