Im Kunsthaus Kaufbeuren wird ab dem 26. Juli 2026 eine aufregende Ausstellung eröffnet, die sich mit den vielschichtigen Themen weiblich konnotierter Arbeit und dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung auseinandersetzt. Julia Lübbecke, die in dieser ersten institutionellen Einzelausstellung in Süddeutschland ihre Werke präsentiert, lädt die Besucher ein, in die tiefen Gewässer von Machtverhältnissen und emotionalen Dimensionen von Wissen einzutauchen. Der Titel „Zärtlichkeit, Zins & Zusammenbruch. Über den Körper als erschöpfte Ressource“ lässt bereits erahnen, dass hier keine gewöhnlichen Kunstwerke gezeigt werden.

Die Ausstellung kombiniert drei spannende Werkreihen, die sich gegenseitig befruchten. „Kleber und Falten“ (seit 2023) thematisiert die Materialität und Haptik von Archiven politischer Bewegungen und reflektiert prekäre Arbeitsbedingungen. Hier wird der Betrachter durch ein begehbares Leporello mit fotografisch-skulpturalen Arbeiten geführt – ein echtes Erlebnis für die Sinne! „Weiche Knie“ (seit 2021) hingegen dreht sich um widerständiges Wissen und Selbsthilfepraktiken, angereichert mit Fotografien und Material aus queer*feministischen Archiven. Und schließlich ist da noch „Slight Discomfort“ (seit 2017), das Bildschirmaufzeichnungen nutzt, um über Wissen und Erzählungen nachzudenken und die neoliberalen Auswüchse zu hinterfragen, die unseren Körper und unsere Räume beeinflussen.

Einblicke in die Recherchen

Julia Lübbecke ist eine wahre Forscherin im besten Sinne. In Archiven und Bibliotheken recherchiert sie, analysiert Machtverhältnisse in Archivsammlungen und geht dem Verhältnis zwischen Informationsgehalt und emotionalen Dimensionen von Wissen auf den Grund. Ihre Ergebnisse führen zu einer Vielzahl von Ausdrucksformen: von skulpturalen Installationen über Fotografie bis hin zu Texten und Videoarbeiten – ein wahres Kaleidoskop an Kunstformen, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen Archiv, Wissen, Macht und Emotion beschäftigt.

Die Ausstellung ist eine Einladung, die gängigen Narrative zu hinterfragen und die Komplexität der Themen zu erkennen. Es ist spannend zu sehen, wie Lübbecke die Abwertung und Stigmatisierung von Arbeitsunfähigkeit thematisiert und den Zusammenhang von Menschenwürde und Arbeit beleuchtet. Ihre Arbeiten fordern dazu auf, über gesellschaftliche Normen nachzudenken und die Bedeutung von Selbstbestimmung und Resilienz zu reflektieren.

Ein breiterer Kontext

In einer Zeit, in der Geschlechterungleichheiten im Kunstfeld immer wieder zur Diskussion stehen, ist Lübbeckes Ansatz besonders relevant. Das Buch „Kunst und Gender“ widmet sich diesen Ungleichheiten und bietet umfassende Daten zu geschlechtlichen Asymmetrien im internationalen Kunstbereich. Es ist ein Aufruf zur Reflexion über die Machtverhältnisse im Kunstfeld und ermutigt dazu, Veränderungen zu fordern. Die Perspektiven, die hier präsentiert werden, sind nicht nur lokal, sondern global – und das ist vielleicht das Spannendste: Die Verknüpfung von lokalem Handeln mit globalen Diskursen.

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Die Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren läuft bis zum 8. November 2026 – ein Zeitraum, der die Möglichkeit bietet, in diese facettenreiche Welt der Kunst einzutauchen. Also, nichts wie hin und die Werke von Julia Lübbecke erleben – sie könnten inspirieren, aufrütteln und zum Nachdenken anregen! Besucht das Kunsthaus am Spitaltor 2 in Kaufbeuren und lasst euch von der Kunst verzaubern.

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