Im beschaulichen Haßberge, wo die Wiesen blühen und die Landwirtschaft Tradition hat, brodelt es gerade ordentlich. Die ÖDP Haßberge hat sich mit einem offenen Brief an den CSU-Europaabgeordneten Manfred Weber gewandt. Anlass? Diese Woche stimmt das EU-Parlament über neue Gentechnik-Gesetzgebung ab – ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Die ÖDP fordert eindringlich, Bayerns Landwirtschaft gentechnikfrei zu halten. Denn die geplanten Änderungen könnten die gentechnikfreie Lebensmittelproduktion in Bayern stark gefährden.

Der Hintergrund ist brisant: Im Bayerischen Naturschutzgesetz ist das Gentechnik-Anbauverbot verankert. Die ÖDP-Kreisverband Haßberge kämpft seit über 20 Jahren für eine gentechnikfreie Zukunft. Eine Mehrheit der Bürger lehnt Gentechnik in Lebensmitteln ab und unterstützt das Artenvielfalt-Volksbegehren. Zettelmeier, ein Gesicht der ÖDP, warnt eindringlich: „Verbraucher könnten die Entscheidungsfreiheit über gentechnikfreie Ernährung verlieren!“

Die Brisanz der neuen Gesetze

Die geplante Gesetzgebung, die diese Woche diskutiert wird, lässt allerdings aufhorchen. Es fehlen verpflichtende Risikoprüfungen für NGT-Pflanzen, Schutzmechanismen gegen Verunreinigungen und Haftungsregeln. Ein echter Wermutstropfen ist die Streichung der Risikobewertung bei 90 % der NGT-Pflanzen. Wie kann das im Sinne des Vorsorgeprinzips sein? Die ÖDP fordert, dass die neue EU-Gesetzgebung das Gemeinwohl der Bevölkerung berücksichtigt.

Man könnte meinen, es handelt sich um eine politische Schachpartie. Die CDU-Abgeordneten, wie Peter Liese, sehen allerdings auch Chancen: Sie betonen, dass diese neuen Regelungen den deutschen Landwirten helfen könnten, Erträge zu steigern und auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Aber was ist mit den großen Unternehmen? Die Grünen-Fraktion sieht in diesen Regelungen ein Konjunkturprogramm für Konzerne wie Bayer und Monsanto. Martin Häusling von den Grünen warnt vor einem Anstieg des Pestizideinsatzes – ein Szenario, das man eher aus Südamerika kennt.

Die Verbraucher im Fokus

Die neue Gentechnik wird in zwei Kategorien eingeteilt: Neue Sorten mit bis zu 20 genetischen Veränderungen werden wie herkömmliche Pflanzen behandelt. Kategorie 2 hingegen, die mehr genetische Eingriffe umfasst, unterliegt strengen Vorschriften. Aber hier liegt der Hund begraben. Verbraucher könnten die Kategorie 1-Pflanzen kaum erkennen, weil nur das Saatgut gekennzeichnet werden muss, nicht die Endprodukte. Das wirft ein großes Fragezeichen auf!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Delara Burkhardt von der SPD äußert sich kritisch: „Viele gentechnisch veränderte Pflanzen könnten ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung in den Handel gelangen.“ Eine Kennzeichnungspflicht für alle Produkte wird gefordert, aber die Kontroversen sind noch lange nicht beendet. Herbert Dorfmann von der EVP warnt vor einer Grauzone, die entstehen könnte, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die Stimmen werden lauter, und die Diskussionen scheinen kein Ende zu nehmen. Kritiker wie Maria Lena Hohenester von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern warnen vor unkalkulierbaren Risiken und der unkontrollierten Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Angst vor der Patentierung durch große Konzerne schwingt in den Debatten mit, während Agrarwissenschaftler wie Professor Matin Qaim das Potenzial der neuen Gentechnik für nachhaltige Landwirtschaft hervorheben. Schließlich soll es ja auch um eine umweltfreundliche Zukunft gehen, wo Pflanzen entwickelt werden, die hohe Erträge liefern.

So bleibt zu hoffen, dass die Entscheidungsträger im EU-Parlament ihre Verantwortung ernst nehmen und die Bedenken der Bürger und Umweltaktivisten nicht einfach über Bord werfen. Die Frage, die sich stellt, ist nicht nur, wie wir essen, sondern auch, wie wir in Zukunft Landwirtschaft betreiben wollen. Wie die Wogen sich schlagen werden, bleibt abzuwarten.

Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unsere neue VeloCore-Umsetzung erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – umgesetzt durch Daniel Wom mit sauberem semantischem Markup, ausreichenden Kontrasten und voller Tastaturbedienbarkeit.