Heute ist der 29.05.2026 und in Garmisch-Partenkirchen ist die Stimmung, naja, sagen wir mal: nicht gerade die beste. Die Feneberg-Filiale in der Klammstraße steht seit mehr als sieben Monaten leer. Ein riesiger Raum von 1800 Quadratmetern, der einst ein beliebter Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen war. Jetzt? Jetzt vermissen die Menschen nicht nur frisches Brot, sondern auch die Möglichkeit, einfach mal schnell etwas einzukaufen. Der Rückgang der Besucher hat die Klammstraße in eine Art Parkstraße verwandelt – man kommt vor allem zum Parken und nicht zum Einkaufen. Gabi Hoffmann von der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum bringt es auf den Punkt: „Hier kommt kaum noch jemand.“
Die Situation ist für die Ladenbetreiber in der Umgebung alles andere als rosig. Der Rückgang der Kundenfrequenz macht sich schnell bemerkbar. Man kann es sich vorstellen: Geschäfte, die auf Laufkundschaft angewiesen sind, haben es schwer. Besonders die Nachfrage nach Produkten, wie frischem Brot, ist nachmittags stark gesunken. Die Geschäftsleute drücken ihre Hoffnung aus, dass ein neuer Nahversorger oder Drogeriemarkt in die Klammstraße einzieht, um die verlorenen Kunden zurückzugewinnen. Doch wer wird das sein? Die Entscheidung über die zukünftige Nutzung der Fläche liegt bei der Patrizia Grundinvest mbH, einer Kapitalverwaltungsgesellschaft aus Augsburg. Sie haben die Fläche weiterhin an Feneberg vermietet, aber der Vertrag soll im Laufe des Sommers enden.
Wirtschaftliche Turbulenzen bei Feneberg
Die Lage wird kompliziert, wenn man sich die wirtschaftliche Situation von Feneberg genauer anschaut. Das Unternehmen steckt in einer Schieflage – Ende September 2023 endete das Geschäftsjahr 2024/25 und der veröffentlichte Geschäftsbericht zeigt zweistellige Verluste. Hohe Pensionsverpflichtungen und defizitäre Standorte sind die Hauptursachen dafür. Ein Sanierungsdruck, der drückt – und das nicht gerade sanft. Positive Zahlen werden erst zum Geschäftsjahr 2026/27 erwartet. Also bleibt die Frage: Wie lange kann es so weitergehen?
Ein Sprecher von Feneberg hat sich bisher bedeckt gehalten, was zukünftige Planungen angeht. Es gab Gerüchte über einen Personalabbau, inklusive einer Verschlankung der Zentrale. Aber wie das bei solchen Themen oft so ist, bleibt vieles im Dunkeln. Was bleibt, ist die Unsicherheit für die Mitarbeiter und die Menschen in Garmisch-Partenkirchen, die sich nach einer stabilen Einkaufsmöglichkeit sehnen.
Gemeinde und Wirtschaftsförderung im Gespräch
Die Gemeinde hat keinen direkten Einfluss auf die Nachmietersuche, sieht aber die Lage als suboptimal an. Der Wirtschaftsförderer der Gemeinde steht im Austausch mit Patrizia, um eine Lösung zu finden. Die Geschäftsleute warnen bereits vor einem möglichen Aussterben der Klammstraße. Man fragt sich, ob die Klammstraße bald nur noch eine Erinnerung an bessere Zeiten sein wird. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob sich der ein oder andere Nahversorger vielleicht doch noch in die Klammstraße wagt.