In Garmisch-Partenkirchen, wo die Berge die Wolken küssen und die Luft frisch ist wie ein Morgenspaziergang, gibt es Neuigkeiten aus der Welt des Handels. Hervis, der bekannte Sporthändler, steht vor einem Umbruch. Im Jahr 2026 plant das Unternehmen die Schließung von 17 seiner Filialen in Österreich. Betroffen von dieser Entscheidung sind insgesamt 100 Arbeitsplätze – ein herber Schlag für die Mitarbeitenden und die betroffenen Regionen.

Die betroffenen Standorte wurden als nicht ertragbringend eingestuft. Ein Blick auf die Liste der Filialen zeigt, dass einige dieser Geschäfte in Städten wie Bischofshofen, Kitzbühel und Linz liegen, während andere wie in Reutte und Wien bald der Vergangenheit angehören werden. Es ist eine traurige Realität im Einzelhandel, die viele Geschäfte betrifft. Erst vor Kurzem haben auch die Filialen in Slowenien, Kroatien und Deutschland das Licht ausgemacht – insgesamt 43 in diesen Ländern. Die vier verbleibenden deutschen Standorte, darunter Garmisch-Partenkirchen, Donauwörth, Amberg und Neumarkt in der Oberpfalz, müssen sich nun ebenfalls dem Wandel stellen.

Die Hintergründe der Schließungen

Der neue Eigentümer des Auslandsgeschäfts, Michael Seidel, hat diese drastischen Maßnahmen nach einer umfassenden Geschäftsüberprüfung und Marktanalyse beschlossen. Dabei wurde offenbar deutlich, dass eine Neuausrichtung notwendig ist. Der Handelskonzern Spar hatte Hervis zu Beginn des Jahres 2026 an die Quantum Investment Holding GmbH verkauft. Diese wird von den Investoren Sven Voth und Udo Schloemer geleitet, die nun die Verantwortung für die Zukunft des Unternehmens in ihren Händen halten.

In Garmisch-Partenkirchen selbst läuft aktuell ein Räumungsverkauf – ein Zeichen für die bevorstehende Schließung der Filiale bis Anfang Juli. Die Regale sind bereits zum Teil leergeräumt, und die Atmosphäre ist gespickt mit einer Mischung aus Wehmut und Vorfreude auf die Schnäppchen. Es ist ein seltsames Gefühl, durch die Gänge zu schlendern, die einst voller Sportbekleidung und Ausrüstung waren. Der Gedanke, dass bald nichts mehr daran erinnert, ist irgendwie bedrückend.

Ein Blick auf die wirtschaftliche Lage

Ein paar hundert Kilometer weiter in Österreich wird die Situation im Einzelhandel nicht einfacher. Zwischen 2020 und 2023 wurden rund 390 Filialen großer Handelsunternehmen aufgrund von Insolvenzen geschlossen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeitenden, sondern auch auf die gesamte Handelslandschaft. Die CBRE-Analyse zeigt, dass im Jahr 2023 mit 147 Filialen die meisten Schließungen wegen Insolvenzen stattfanden. Das ist mehr als ein Trend – es ist ein Weckruf für viele Händler, sich neu zu orientieren.

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In den letzten Jahren haben staatliche Förderungen zwar kurzfristig für eine Abmilderung gesorgt, aber die Realität ist, dass der Anteil der Handelsinsolvenzen konstant bei etwa 16% bis 18% pro Jahr liegt. Besonders betroffen ist das mittelpreisige Modesegment, während in den High Streets wie dem Wiener Graben Insolvenzen nur einen minimalen Teil der Schließungen ausmachen. Die frei werdenden Flächen könnten jedoch neue Möglichkeiten bieten. Hier haben bereits andere Unternehmen Interesse gezeigt. Vielleicht ist das Ende für einige Händler der Anfang für andere.

So schließt sich der Kreis: Während sich die Handelslandschaft verändert und mit ihr die Schicksale vieler Mitarbeitenden, bleibt die Frage, was aus den frei werdenden Flächen wird. Es gibt ein Potenzial für neue Mieter und innovative Konzepte. Vielleicht wird die nächste Generation von Geschäften, die hier entsteht, ganz anders aussehen als die, die wir bisher gekannt haben. Und während wir durch die Gassen von Garmisch-Partenkirchen schlendern, bleibt nur zu hoffen, dass der Wandel auch positive Seiten mit sich bringt.

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