Heute ist der 23.05.2026, und in Garmisch-Partenkirchen steht ein besonderes Ereignis ins Haus. Die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft hat sich aufgemacht, ein ganzes Jahr lang den 125. Geburtstag des berühmten Schriftstellers zu feiern. Ödön von Horváth, geboren am 9. Dezember 1901 in Sušak, gilt als einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Werke, voller scharfsinniger Beobachtungen der Gesellschaft, sind nicht nur literarische Meisterwerke, sondern auch Zeitzeugen des politischen und sozialen Wandels seiner Zeit. Wer könnte da nicht neugierig werden?
Die Gesellschaft hat sich einiges vorgenommen, um diesen Geburtstag gebührend zu feiern. Schon jetzt brodelt die Vorfreude, nachdem im April die ersten Lesungen in Ingolstadt und Murnau stattfanden. Und am 19. Mai gab es eine Lesung mit musikalischer Untermalung im Schloßmuseum – das muss ein Erlebnis gewesen sein! Aber das ist nur der Anfang. Im Juni wird im Kulturpark der ikonische rote Hut, der mittlerweile 25 Jahre alt ist, restauriert. Und nicht zu vergessen: Eine Graphic Novel über Horváths Leben und Wirken kommt heraus, illustriert von Laura Stadtegger. Ich kann mir gut vorstellen, wie die bunten Bilder die Worte des Autors zum Leben erwecken!
Ein Jahr voller Veranstaltungen
Doch damit nicht genug. Im Juli erwartet uns eine bebilderte Ausgabe von „Das Buch der Tänze“. Diese besondere Veröffentlichung wurde durch ein Tanzprojekt an Schulen angestoßen. Es ist großartig zu sehen, wie die jüngere Generation mit Horváth in Berührung kommt! Und dann gibt’s da noch den Mal-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche, bei dem sie ein Horváth-Sportmärchen illustrieren sollen. Die Preise für diesen Wettbewerb werden im Herbst im Rahmen einer Vernissage in der Pulpo Gallery verliehen. Da kann man sich auf viele kreative Werke freuen!
Im November wird es dann richtig spannend mit einer Revue im Griesbräu-Saal, die Horváth von einer ganz anderen Seite beleuchten soll. Ich bin gespannt, wie die Darsteller die Essenz seiner Werke einfangen werden. Und nicht vergessen: Ein Brief von Horváth selbst wurde ersteigert, und die Gesellschaft plant, diesen als Leihgabe dem Schloßmuseum zu übergeben. Möglicherweise sogar am 9. Dezember, dem eigentlichen Geburtstag. Das klingt doch nach einem perfekten Abschluss, nicht wahr?
Der ungarische Meister der Worte
Ein bisschen Kontext zu Horváth selbst: Geboren als Sohn eines Diplomaten, zog seine Familie schon früh um – von Belgrad nach Budapest und schließlich nach München. Die Erfahrungen aus diesen verschiedenen Städten und Kulturen prägten seinen Blick auf die Welt und flossen in seine Werke ein. Er begann 1920 zu schreiben, und sein erstes Werk „Das Buch der Tänze“ feierte 1922 Premiere. In seinen Stücken wie „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und „Jugend ohne Gott“ thematisierte er die Gefahren des Faschismus und die gesellschaftlichen Umwälzungen seiner Zeit. Seine scharfen, oft kritischen Beobachtungen sind heute aktueller denn je.
Sein Leben war geprägt von Herausforderungen, wie seiner Flucht aus Deutschland 1933 nach der Durchsuchung seiner Elternvilla durch die SA. Trotz aller Widrigkeiten hinterließ er ein beeindruckendes literarisches Erbe, das auch nach seinem frühen Tod 1938 in Paris weiterlebt. Die Renaissance seiner Werke in den späten 1960ern und die Gründung der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft 2003 sind Beweise für die zeitlose Relevanz seiner Gedanken und Ideen.
So, liebe Leserinnen und Leser, lassen wir uns von dieser Feier begeistern! Die Feierlichkeiten rund um Ödön von Horváth versprechen, ein aufregendes Jahr zu werden. Wer hätte gedacht, dass ein Schriftsteller, der vor mehr als 120 Jahren das Licht der Welt erblickte, so viele Menschen bis heute inspirieren kann? Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, mehr über die geplanten Veranstaltungen zu erfahren und seine Werke erneut zu entdecken.