Garmisch-Partenkirchen ist bekannt für seine atemberaubenden Berge und die Herausforderung, die sie für Wanderer und Bergsteiger darstellen. Doch trotz der sommerlichen Temperaturen, die viele in die Natur locken, mahnt Toni Vogg junior, der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau, zur Vorsicht. Winterliche Verhältnisse im Hochgebirge sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Der Maifeiertag, ein beliebter Start in die Wandersaison, brachte gleich mehrere Einsätze für die Bergwacht mit sich.
Der erste Notruf kam von einem jungen Mann Anfang 20, der sich mit Steigeisen verletzt hatte. Was für eine dramatische Situation! Er wurde umgehend per Helikopter ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen geflogen. Komisch ist, dass er seine Freunde, die mit ihm unterwegs waren, vor einem weiteren Aufstieg warnte. Nur zwei Stunden später, am Höllentalferner, benötigten diese dann selbst Hilfe. Die Bergwacht war erstaunt über die Reaktion der Drei, die den ersten Anruf als verunsichernd empfanden. Dabei sollte gerade das Warnsignal der Bergwacht ernst genommen werden!
Winterliche Bedingungen und unerfahrene Bergsteiger
Die Einsätze der Bergwacht nehmen nicht nur an Feiertagen zu. Bereits im Oktober 2025 musste die Bergwacht Grainau unter extremen Bedingungen am Höllental aktiv werden. Drei Notrufe gingen ein – unter anderem von einem Bergsteiger, der die letzte Bahn zur Zugspitze verpasst hatte. Das Wetter war alles andere als einladend: Schneetreiben und Sturm machten einen Hubschraubereinsatz unmöglich. Die Retter fuhren mit der Seilbahn zum Gipfel und suchten nach dem Verletzten, während andere Kräfte ein Seilgeländer vorbereiteten. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie anstrengend der Aufstieg durch den Wind und die Dunkelheit war! Aber letztlich schafften es alle, unversehrt ins Tal zu gelangen.
Die Bergwacht warnt eindringlich vor weiteren Touren zur Zugspitze – ab 2000 Höhenmetern sind winterliche Bedingungen zu erwarten. Die Berghütten befinden sich bis Frühjahr 2026 im Winterschlaf, und ohne alpine Erfahrung und die richtige Ausrüstung sind viele Touren schlichtweg nicht machbar. In den letzten Monaten kam es zu bis zu 15 Einsätzen pro Wochenende, und das oft durch unzureichend ausgerüstete Bergsteiger und Kletterer.
Einsätze im Winter und das Bewusstsein für Risiken
Die Wintersaison 2023/2024 begann in Bayern mit intensiven Schneefällen in Hochlagen. Während in den mittleren und tiefen Lagen Regen fiel, lockten die schneebedeckten Berge viele Menschen zum Bergsteigen und Wandern. Thomas Lobernsteiner, Vorsitzender der Bergwacht Bayern, hebt die Flexibilität der Einsatzkräfte hervor. Tatsächlich waren Bergsteigen und Wandern mit 530 Einsätzen der zweithäufigste Grund für Alarmierungen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das eine nennenswerte Steigerung!
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 4451 Einsätze wurden zwischen Dezember 2023 und April 2024 registriert – 361 mehr als im Vorjahr. Dabei waren die Skipisten die Hauptschauplätze der Einsätze, mit 3067 Alarmierungen. Im Gegensatz dazu gab es nur 258 Einsätze im März. Und während in Österreich die Zahl der Unfälle ansteigt – mit tragischen Verlusten auf den Pisten und beim Bergsteigen – bleibt das Bewusstsein für die Risiken, die in den Bergen lauern, unerlässlich. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Berg ein wunderschöner, aber auch gefährlicher Ort sein kann, wenn man nicht die nötige Vorsicht walten lässt.