Die Autobahn 92, die sich durch den Münchner Norden schlängelt, steht vor einer grundlegenden Veränderung. Die Regierung von Oberbayern hat die Pläne für den Ausbau der Strecke von vier auf sechs Fahrstreifen genehmigt. Das betrifft den Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck München-Feldmoching und dem Autobahnkreuz Neufahrn bei Freising. Das sind immerhin zwölf Kilometer, die in Zukunft für den Verkehr besser aufgestellt sein sollen.

Die technischen Vorarbeiten sind bereits abgeschlossen, was die Vorfreude auf die kommenden Bauarbeiten steigert. Denn ganz so schnell wird es wohl nicht losgehen – der Beginn der eigentlichen Bauarbeiten steht noch in den Sternen. Und nicht zu vergessen: Mögliche Klagen gegen den Beschluss könnten in den nächsten Wochen eingereicht werden. Das sorgt für einen Hauch von Unsicherheit, der sich wie ein Schatten über den Plänen ausbreitet.

Verbesserter Lärmschutz und neue Anschlussstellen

Ein zentraler Aspekt des Ausbaus ist die Verbesserung des Lärmschutzes entlang des Autobahnabschnitts zwischen Ober- und Unterschleißheim. Eine Maßnahme, die nicht nur die Anwohner, sondern auch Pendler, die täglich durch diesen Abschnitt fahren, erfreuen dürfte. Schließlich gibt es kaum etwas Nervigeres als den ständig dröhnenden Verkehr, der einem das Leben schwer macht. Zudem werden die Anschlussstellen in Ober- und Unterschleißheim neu konzipiert, was die Zufahrt für viele Autofahrer erleichtern soll.

In einem größeren Kontext betrachtet, reiht sich dieses Projekt in die vielen Neubauprojekte für Autobahnen und Bundesstraßen in Deutschland ein. Der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat kürzlich eine Reihe von Baufreigaben erteilt, und Bayern profitiert von insgesamt sechs genehmigten Projekten. Das Ziel dabei ist nicht nur, Autobahnlücken zu schließen, sondern auch, ländliche Räume besser anzubinden und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man so will.

Ein Blick auf die Kosten und weitere Projekte

Die Kosten für vergleichbare Projekte variieren stark. Zum Beispiel wird der Ausbau der A3 zwischen Deggendorf und Hengersberg voraussichtlich rund zehn Jahre in Anspruch nehmen und die geschätzten Kosten haben sich von 203 Millionen Euro im Jahr 2014 auf etwa 307 Millionen Euro im Jahr 2022 erhöht. Das lässt einen schon ein wenig schlucken – wo bleibt da der Überblick? Auch Umgehungsstraßen, wie die B11 um Schweinhütt oder die B25 um Dinkelsbühl, zeigen, wie schnell die Ausgaben steigen können. Von ursprünglich geplanten 10 Millionen Euro bis hin zu über 23 Millionen Euro – das sind schon ganz andere Dimensionen!

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Natürlich ist der Ausbau der Autobahn 92 nicht ohne Kritik. Umweltverbände fordern, bestehende Infrastrukturen zu erhalten, anstatt neue Bauprojekte zu starten. Eine interessante Debatte, die oft in den Hintergrund gedrängt wird – dabei ist es ein Thema, das uns alle betrifft. Die Frage bleibt: Wie viel Verkehr können wir uns leisten, ohne dabei die Umwelt und das Wohlbefinden der Anwohner aus den Augen zu verlieren?

So oder so, der Ausbau der Autobahn 92 wird die Verkehrslandschaft im Münchner Norden sicherlich prägen. Ob er letztlich mehr Vor- oder Nachteile bringt, wird sich zeigen müssen. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, sowohl für die Bauarbeiten als auch für die eventuell eingereichten Klagen. Die Zukunft der Straße bleibt spannend!