Hitze, Dürre und die Zukunft der Landwirtschaft in Oberbayern: Ein verzweifelter Kampf um die Ernte
Hitze und Trockenheit – das ist momentan das Thema schlechthin in Oberbayern. In Freising wird in den Feldern schon seit Wochen die große Sorge um die Ernte laut. Die Temperaturen steigen auf bis zu 37 Grad und die Bauern blicken mit gemischten Gefühlen auf ihre Getreidefelder. Josef Schächtl vom Amt für Landwirtschaft hat es auf den Punkt gebracht: Die Ernte hängt vom Wetter ab. Und dieses Jahr hat es so seine Tücken. Auf manchen Flächen rechnen die Landwirte mit bis zu 50 Prozent Ernteausfall. Das ist ein echtes Drama für viele Betriebe!
Die hitzebedingte Trockenheit hat bereits im Frühjahr eingesetzt. Während die Niederschläge im Winter noch ausreichend waren, kam die extreme Trockenheit wie aus dem Nichts. Die Durchschnittstemperatur im Juni lag fünf Grad über dem langjährigen Mittelwert. Ein Blick auf die Felder zeigt: Hier ist nicht alles gleich. Die unterschiedlichen Wachstumszustände der Pflanzen sind merklich – abhängig von der Bodenqualität und der Restwasser-Aufsättigung. Was für viele Bauern allerdings die größte Herausforderung darstellt, sind die Schwierigkeiten bei der Ernte. Mähdrescher haben es nicht leicht, wenn die Pflanzen unterschiedlich gewachsen sind.
Wirtschaftliche Sorgen und neue Wege
Ralf Huber, der Präsident des BBV Oberbayern, äußert sich besorgt über die wirtschaftliche Zukunft der Betriebe. Die Nebenkosten steigen, während die Preise für die Produkte nicht mithalten. Ein Teufelskreis! Und während die Lebensmittelpreise in die Höhe schießen, sind die Landwirte nicht die Ursache dafür. Die Hitze hat auch ihre positiven Seiten: Weniger Schädlingsbefall, aber das ist kaum ein Trost, wenn man bedenkt, dass Gerhard Mayer von über 50 Prozent Ausfall auf seinem Feld berichtet.
Ein besonders schmerzhafter Punkt ist der Raps, der unter den hohen Temperaturen gelitten hat. Im Gegensatz dazu hat der Mais relativ gut überstanden. Schächtl empfiehlt, hitzebeständige Getreidesorten und Sojabohnen anzubauen – vielleicht der einzige Ausweg aus der Misere? Die Klimakrise hat die Landwirtschaft fest im Griff. Langanhaltende Trockenperioden und sinkende Grundwasserspiegel setzen die Bauern unter Druck. Laut dem Potsdam-Institut war es in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 so trocken wie nie zuvor, und auch der EU-Klimadienst Copernicus registrierte im Juni die höchste Durchschnittstemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Die Herausforderungen der Zukunft
Die Wetterextreme nehmen sowohl in ihrer Stärke als auch in ihrer Häufigkeit zu. Hitzewellen werden häufig von Starkregen gefolgt – was zu Überschwemmungen und Ernteverlusten führt. Die Hitzesommer der Jahre 2018 und 2019 haben bereits immense Schäden in der deutschen Forst- und Landwirtschaft verursacht. Schätzungen belaufen sich auf rund 25,6 Milliarden Euro. Doch die aktuellen Zahlen zu volkswirtschaftlichen Kosten sind unzureichend erfasst. Ein echtes Dilemma, das dazu führt, dass zu wenig in Klimaschutz und -anpassung investiert wird.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht zu leugnen. Extreme Wetterlagen, die Anfälligkeit der Pflanzen und die Zunahme von Dürre und Starkregen – all das macht die Landwirtschaft zu einer wahren Herausforderung. Und auch die Tierhaltung bleibt nicht verschont. Steigende Temperaturen beeinträchtigen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere, besonders bei Kühen. Doch es gibt auch Lösungsansätze: Vorbeugende Maßnahmen wie Frostschutzberegnung und Risikomanagement könnten helfen, die Erträge zu sichern.
Die Zeit drängt. Die Landwirtschaft steht vor der Aufgabe, sich den neuen klimatischen Gegebenheiten anzupassen. Ein Umdenken ist gefragt – es wird Zeit, neue Wege zu gehen. Die Zukunft der Landwirtschaft in Freising hängt von vielen Faktoren ab, und die Landwirte müssen sich wappnen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.
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