Im Herzen von Freising, in einem kleinen, engagierten Tageselternzentrum, bahnt sich eine spannende Diskussion an. Die Mütter und Väter, die ihre Kleinen in die liebevollen Hände der Tageseltern geben, wünschen sich schon lange eine Geschwisterermäßigung für betreute Kinder. So eine Regelung gibt es bereits in den Kitas, doch die Tageseltern bleiben außen vor. Das Landratsamt Freising sieht die Sache klar: Die Verantwortung liegt bei der Stadt Freising, die die Kosten übernehmen soll. Karl-Heinz Wimmer, der Referatsleiter des Landratsamts, hat das Thema auf den Tisch gebracht und betont, dass die Stadt handeln muss.

Der Ältestenrat der Stadt hat sich bereits hinter das Anliegen des Tageselternzentrums gestellt und das Landratsamt um eine Prüfung gebeten. Interessant ist, dass das Landratsamt durchaus die Möglichkeit sieht, eine Geschwisterermäßigung in der Satzung zu verankern. Dabei verweist man auf andere Kommunen im Landkreis, die diesen Schritt bereits gewagt haben, wie Eching, Neufahrn und Hallbergmoos. Aber die Stadt Freising scheint noch zögerlich – ein Verständnis für die Eltern und das Tageselternzentrum ist zwar vorhanden, doch die finanziellen Rahmenbedingungen stellen eine echte Herausforderung dar. „Wir dürfen bei der Haushaltsgenehmigung keine freiwilligen Ausgaben mehr aufbürden“, mahnt Wimmer.

Kosten und Möglichkeiten im Blick

Im letzten Jahr wurde das Thema Geschwisterermäßigung mit einem Betrag von 80.000 Euro in den Haushaltsberatungen diskutiert, aber aufgrund der angespannten Finanzlage nicht weiterverfolgt. Oberbürgermeisterin Monika Schwind möchte das Thema nun mit der Landrätin besprechen. Es ist klar: Hier geht es nicht nur um Zahlen, sondern um die Entlastung von Familien, die oft mit mehreren Kindern in der Betreuung jonglieren müssen. Carolin Adldinger von der CSU sieht die Maßnahme als essenziell für die Gleichstellung in der Kinderbetreuung. Joana Bayraktar von den Grünen bringt die bevorstehende Reform des Bayrischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes ins Spiel, die möglicherweise neue finanzielle Unsicherheiten mit sich bringt. Ein zusätzliches Fragezeichen, das die Eltern beschäftigt.

Ein Blick über die Grenzen von Freising hinaus zeigt, dass es durchaus rechtliche Präzedenzfälle gibt, die die Diskussion um Geschwisterermäßigungen anfeuern. Das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied, dass auch Halbgeschwister, die mit einem gemeinsamen Elternteil unter einem Dach leben, Anspruch auf Geschwisterermäßigungen bei den Elternbeiträgen haben. Unabhängig davon, ob sie mit dem anderen Elternteil in einer häuslichen Gemeinschaft leben oder nicht – das Gericht stellt klar: Die Gemeinschaft zweier leiblicher Kinder derselben Mutter wird als Familie anerkannt.

Rechtliche Grundlagen und soziale Gerechtigkeit

Ein Urteil, das nicht nur für Freising von Bedeutung ist, sondern auch für viele andere Kommunen. Die Differenzierung nach Abstammung der Kinder ist nicht zulässig – das ist eine wichtige Botschaft. Die sozialen Kostenbeiträge sollten stattdessen die Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder und deren Betreuung in Kindertageseinrichtungen berücksichtigen. Das OVG Münster hat damit eine klare Linie vorgegeben, die auch in der Satzung der Städte respektiert werden muss.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Wie es weitergeht? Die Gespräche zwischen der Stadt Freising und dem Landratsamt sind entscheidend für die Zukunft der Geschwisterermäßigung in der Region. Es bleibt abzuwarten, ob die Mühlen der Bürokratie hier bald schneller mahlen. Die Familien in Freising warten gespannt auf positive Nachrichten, denn letztlich geht es um eine gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten in der Kinderbetreuung. Ein Thema, das nicht nur in Freising, sondern in vielen Städten und Gemeinden immer wieder auf die Tagesordnung gehört. Und das ist gut so!

Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unsere neue VeloCore-Umsetzung erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – umgesetzt durch Daniel Wom mit sauberem semantischem Markup, ausreichenden Kontrasten und voller Tastaturbedienbarkeit.