Heute ist der 19.04.2026 und die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend in Bayern aus. Diese gefräßige Stechmücke, die ursprünglich aus den Tropen stammt, hat sich über den Güter- und Reiseverkehr bis in unsere Gefilde verbreitet. In Forchheim, Nürnberg und Wunsiedel hat sie bereits etablierte Populationen gebildet, während in Städten wie Fürth, München und Würzburg diese Mücke schon länger heimisch geworden ist. Im vergangenen Jahr wurden zudem einzelne Funde in acht weiteren Stadt- und Landkreisen verzeichnet. Eine Population gilt dann als etabliert, wenn sie in der Lage ist, den Winter zu überstehen.
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist tagsüber aktiv und kann gefährliche Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. In Deutschland sind die hier vorkommenden Tigermücken jedoch in der Regel keine Träger dieser Erreger. Dennoch steigt das Risiko der Übertragung von erkrankten Reiserückkehrern mit der Ausbreitung der Mücken. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat daher ein Stechmücken-Monitoring ins Leben gerufen, das von Mai bis Oktober durchgeführt wird. Mückenfallen werden unter anderem in Rosenheim, Passau und Memmingen aufgestellt, und das LGL bietet Unterstützung für Kommunen an, um ein eigenes Monitoring aufzubauen.
Die Merkmale der Asiatischen Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke gehört zur Familie der Stechmücken (Culicidae) und erreicht eine Größe von nur 0,5 bis 1,0 cm, also kleiner als eine 1-Cent-Münze. Auffällig sind die weiße Linie vom Hinterkopf über den Rücken sowie der schwarz-weiß geringelte Körper und die Beine. Ihr aggressives Stechverhalten macht sie besonders unangenehm, und es ist Vorsicht geboten, denn sie kann mit der Ringelmücke (Culiseta annulata) und der Japanischen Buschmücke (Aedes japonicus) verwechselt werden. Ursprünglich stammt die Tigermücke aus Südostasien und gilt als eine der weltweit am erfolgreichsten ausbreitenden Tierarten.
In Bayern wurde die Tigermücke erstmals 2012 entdeckt, nachdem sie 2007 in Deutschland, konkret in Baden-Württemberg, ihren Fuß in die Tür gesetzt hatte. Die klimatischen Veränderungen und die Urbanisierung der Lebensräume begünstigen ihre Verbreitung in Bayern. Im Jahr 2023 wurden bereits an sechs Standorten mit insgesamt 31 Fallen Populationen in Würzburg, Rosenheim und Fürth festgestellt.
Präventionsmaßnahmen und Aufklärung
Die Tigermücke legt ihre Eier in kleinen Wasseransammlungen ab, was die Bekämpfung dieser Plagegeister erschwert. Brutstätten finden sich häufig in Regentonnen, alten Autoreifen, Gießkannen oder Blumenvasen. Fließgewässer und gechlorte Pools sind jedoch keine Brutstätten. Um die Ausbreitung einzudämmen, sollten Wasseransammlungen wöchentlich geleert, Regentonnen abgedichtet und unbenutzte Behälter entfernt werden. Das LGL empfiehlt zudem biologische Bekämpfungsmaßnahmen, wie die Verwendung von B.t.i. Produkten zur Bekämpfung von Mückenlarven, wobei diese nicht in naturnahen Gewässern eingesetzt werden sollten.
Die Bevölkerung wird zur Mithilfe aufgerufen, um die Asiatische Tigermücke zu bekämpfen. Mückenstiche können mit juckreiz-lindernden Salben behandelt werden, und bei grippeähnlichen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Mückenexemplare können an das LGL oder den Mückenatlas zur Bestimmung geschickt werden. Trotz der potenziellen Gesundheitsrisiken wird das Risiko einer Krankheitsübertragung in Deutschland als gering eingeschätzt. Bei gesundheitlichen Fragen zu durch die Tigermücke übertragenen Krankheiten empfiehlt es sich, den Hausarzt oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren.
Die fortschreitende Verbreitung der Asiatischen Tigermücke ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich das Klima und die Umwelt auf unsere Lebensqualität auswirken können. Es bleibt zu hoffen, dass durch gezielte Maßnahmen und die Mithilfe der Bevölkerung die Verbreitung dieser invasiven Art eingedämmt werden kann.