Heute, am 26.06.2026, ist es an der Zeit, über ein Thema zu sprechen, das viele von uns betrifft: die Terminvergabe bei Fachärzten in Erlangen. Die Allgemeinmedizinerin Christina Steingräber hat dazu einige aufschlussreiche Gedanken geäußert. In ihrem neuesten Artikel erklärt sie, dass es nicht notwendig sein sollte, monatelang auf einen Facharzttermin zu warten. Das klingt doch schon mal gut, oder? Doch der Teufel steckt wie immer im Detail. Steingräber merkt an, dass vor allem die Überlastung von Facharzt-Praxen und Notaufnahmen ein großes Problem darstellt, das nicht ignoriert werden kann.

Ein Beispiel aus Erlangen zeigt, wie schwierig es sein kann, einen Termin beim Hautarzt zu ergattern. Man möchte meinen, dass es in einer Stadt mit so vielen medizinischen Angeboten einfacher sein sollte. Doch die Realität sieht anders aus. Oft bleibt den Patienten keine Wahl, als lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen, was nicht nur frustrierend, sondern auch gesundheitlich riskant sein kann.

Die Belastung der Praxen

Ähnlich sieht es auch in anderen Städten aus. Dr. Charlotte Schulz, Kinderärztin in Hamburg, berichtet von rund 100 Anrufen pro Tag in ihrer Praxis, und das nur zwischen 8 und 11:30 Uhr. Eltern klagen darüber, dass sie es oft schwer haben, die Praxis telefonisch zu erreichen. In einer Zeit, in der Kinderärzte rar gesät sind, muss die Praxis zudem Kinder aus einem engen Umkreis aufnehmen, was zu schmerzhaften Entscheidungen führt, wenn man gezwungen ist, Anfragen abzulehnen.

Die Lage wird zusätzlich erschwert durch einen akuten Mangel an medizinischem Personal. Von sieben Fachangestellten sind oft gleich vier aufgrund von Krankheit oder familiären Verpflichtungen nicht einsatzfähig. Auch die aktuellen Krankheitswellen, wie Influenza und das RS-Virus, setzen den Praxen stark zu. Da bleibt nicht viel Raum für Entspannung. Ein elf Monate altes Kind, das an RS-Virus und Influenza leidet und eigentlich stationär behandelt werden müsste, findet oft kein freies Bett. Das ist eine besorgniserregende Realität.

Die Zahlen sprechen Bände

<p„Die Zahl der Kinderärzte in Deutschland ist zwar gestiegen, aber das reicht nicht aus. Von 7284 im Jahr 2013 auf 8149 im Jahr 2021 – das klingt nach Fortschritt, ist aber in Anbetracht des Bedarfs nicht genug. Man könnte fast meinen, die Bedarfsplanung hinkt der Realität hinterher, vor allem wenn man Faktoren wie Migration und den Anstieg psychischer Erkrankungen bei Kindern berücksichtigt. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn die Zukunft unserer Kinder ist auf dem Spiel.

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Doch nicht nur Kinderärzte sind betroffen. Dr. Jan Rotenberger, Internist und Nephrologe, berichtet von einem dramatischen Anstieg der Neupatienten in seiner Praxis – von 60 bis 80 auf 150 pro Monat! Gleichzeitig steigen die Kosten für Strom und Material, während die Vergütung für ärztliche Leistungen seit 2013 unverändert bleibt. Das führt zu einem enormen Druck auf die Praxen, die oft nur eine bestimmte Anzahl an Leistungen pro Quartal vergütet bekommen.

Die Situation in den Praxen

Jens Wagenknecht, ein Hausarzt, schildert die hohe Anzahl an Patienten, die er betreuen muss, und die Belastungen durch chronische Erkrankungen. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2035 in Deutschland 11.000 Hausärzte weniger praktizieren werden. Das klingt bedrohlich. Yasemin Zeybek, eine medizinische Fachangestellte, stellt zudem eine steigende Gereiztheit bei den Patienten fest – kein Wunder, wenn man bedenkt, wie oft man in der Warteschleife hängt.

Das ist nicht nur ein Problem in Erlangen oder Hamburg. In Bremen suchten 80% der Praxen im letzten Jahr vergeblich nach medizinischen Fachangestellten. Eine alarmierende Bilanz, die zeigt, dass die Situation in vielen deutschen Städten ähnlich ist. Die junge Generation von Medizinstudierenden neigt immer mehr dazu, angestellt zu arbeiten, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen. Das ist verständlich, aber es führt zu einem weiteren Engpass in der Versorgung.

Die Schließung von Hausarztpraxen ist eine Realität, die nicht ignoriert werden kann. Christian Herrmann, ein leitender Arzt in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), erklärt, dass man sogar eine Grenze für Neuaufnahmen setzen musste, um die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten. Experten fordern den Ausbau von MVZ, um die Patientenversorgung zu verbessern und Kosten zu sparen. Das klingt nach einem planvollen Schritt, aber wird es auch umgesetzt?

Insgesamt zeigt sich die Lage im Gesundheitssystem als ein komplexes Geflecht aus Überlastung, Personalmangel und steigenden Anforderungen. Die Herausforderungen sind vielfältig und erfordern innovative Lösungen. Vielleicht sollten wir uns alle ein bisschen mehr für die Belange der Gesundheitsversorgung interessieren? Denn letztlich betrifft es uns alle.

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