In Erding hat die Kreismusikschule (KMS) ihr 55-jähriges Bestehen mit einem ganz besonderen Jubiläumskonzert gefeiert. Unter der Leitung von Peter Hackel strömten zahlreiche Musikliebhaber in den Saal, um die vielfältigen Klänge und Talente ihrer Schülerinnen und Schüler zu erleben. KMS-Vorsitzender Martin Bayerstorfer ließ es sich nicht nehmen, bei dieser Gelegenheit an die bescheidenen Anfänge der Schule zu erinnern, die einst in einem ehemaligen Altenheim am Schönen Turm ohne Zentralheizung und mit einem gemeinsamen Klo begann. Es ist schon verrückt, wie sich die Zeiten ändern!
Die Gründung durch Hans Zehetmair und Reinhard Loechle war damals ein mutiger Schritt. Die Schule sollte alle Interessierten im Landkreis erreichen, auch wenn es einige Schwierigkeiten mit Bürgermeistern gab. Das führte zur Gründung des ersten Elternbeirats in Bayern, der der Musikschule unter die Arme griff. Und 1995 – ein ganz großes Jahr – wurde das heutige KMS-Haus eröffnet, ein beeindruckendes Projekt, das 12 Millionen Mark kostete. Bernd Scheumaier und Peter Hackel haben sich von Anfang an für die Qualität der Musikschule eingesetzt und das sieht man auch heute noch in den Darbietungen.
Vielfältiges Konzertprogramm
Das Jubiläumskonzert war ein Fest der Musik! Es begann mit Hackels selbst komponiertem Stück „Danza Casares“, das gleich zu Beginn die Zuhörer in seinen Bann zog. Das Bockhorner Flötenquartett und der erst 13-jährige Pianist Jakob Tongson zeigten ihr Können und begeisterten das Publikum. Ein Vokalensemble sorgte mit einer humorvollen Parodie auf eine Opernszene für herzliche Lacher. Und dann waren da noch die wunderbaren Klänge des Blechbläser-Quintetts, des Ensembles „GeignSaitnZug“ und eines Percussion- und Akkordeon-Ensembles. Das Finale wurde von Veronika Marschall und dem Salonorchester mit einem Walzer von Dmitri Schostakowitsch gestaltet. Ein wahrlich beeindruckendes Spektakel!
Aber die Kreismusikschule hat nicht nur im Rahmen des Jubiläums Großes geleistet. Im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Bamberg konnten die Schülerinnen und Schüler ebenfalls glänzen. So haben das Querflöten-Quartett und ein Flöte/Klarinette-Duo sensationelle erste Preise mit 24 von 25 Punkten abgeräumt. Das Querflöten-Quartett hat sich sogar für den Bundeswettbewerb qualifiziert, der in diesem Jahr in München und Regensburg stattfinden wird. Ein großes Lob an die talentierten jungen Musiker und ihre engagierten Lehrkräfte!
Erfolge und Talente
Die Liste der Ehrungen ist lang: Weitere erste Preise mit 23 Punkten gingen an das Kontrabass-Duo und an Jakob Tongson am Klavier. Auch die Akkordeon-Duos und einige andere Ensembles haben Preise gewonnen, und selbst die Dritten Preise sind eine tolle Leistung. Es sind nicht nur die Auszeichnungen, die beeindrucken, sondern auch die Vielfalt der Instrumente und Talente, die hier zusammenkommen. Die Schüler werden von einem engagierten Team aus Lehrkräften unterrichtet, das von Sonja Blechschmidt bis zu Michael Riedmaier reicht. Diese Vielfalt trägt sicherlich dazu bei, dass die Musikschule so viele junge Talente hervorbringt.
Ein Blick in die Zukunft
Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1964 zurückreicht. Jedes Jahr findet er in wechselnden Bundesländern statt und bietet den besten jungen Nachwuchsmusikern eine Plattform, um ihr Können zu zeigen. Viele Preisträger sind heute bekannte Musiker, wie etwa Anne-Sophie Mutter und Igor Levit, die den ersten Schritt ihrer Karrieren dort gemacht haben. Vielleicht wird ja auch der ein oder andere Schüler der KMS Erding in Zukunft zu den großen Namen der Musikszene gehören.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Kreismusikschule Erding weiterhin entwickeln wird, zumal sie schon jetzt eine bedeutende Rolle im kulturellen Leben der Region spielt. Wenn man sieht, wie viel Leidenschaft und Einsatz in dieser Institution steckt, kann man nur hoffen, dass die nächsten 55 Jahre ebenso erfolgreich und inspirierend sein werden.