Im Herzen des oberbayerischen Landkreises Erding, genauer gesagt in der Einöde Pumpernudel, lebt Simon Döllel. Ein Ort, der auf den ersten Blick unscheinbar erscheint, doch bei näherem Hinsehen erstaunliche Geschichten erzählt. Nur zwei Häuser, neun Einwohner und ein ganz eigener Charme – das ist Pumpernudel. Die kleinen Ortstafeln sind begehrte Souvenirs und ziehen immer wieder Souvenirjäger an, die sich ein Stückchen dieser skurrilen Geschichte mit nach Hause nehmen möchten. Und das ist erst der Anfang!

Vor 60 Jahren wurde hier ein 4000 Jahre altes Steinbeil gefunden, das Simon Döllel auf seinem Acker entdeckte. Eine Kopie dieses historischen Fundes kann im Heimatmuseum Haag besichtigt werden. Pumpernudel hat nicht nur ein Steinbeil zu bieten, sondern auch mysteriöse Erdwälle im angrenzenden Wald. Historiker diskutieren, ob diese Wälle als Römerschanze, Keltenfestung oder Hunnenfliehburg interpretiert werden sollten. So viel Geschichte in einem Ort, der gerade einmal 1,7 Kilometer nordwestlich von St. Wolfgang liegt!

Ein Ort mit Charakter

Pumpernudel ist mehr als nur ein Name – es ist ein Ort, der mit seinen kuriosen Eigenheiten besticht. Der Name selbst hat eine interessante Herkunft: Ursprünglich hieß der Ort „Pumperludl“ und wurde 1796 in „Pumpernudl“ umbenannt. Der Klang des Namens hat schon oft dazu geführt, dass das Ortsschild als Souvenir gestohlen wurde. Um dem entgegenzuwirken, haben die Pumpernudeler eigene Wegweiser aus Holz hergestellt. Ein Wegweiser, gespendet vom Bürgermeister von St. Wolfgang, ziert mittlerweile den „Fernweh-Park“ in Oberkotzau. Hier zeigt sich, dass sich die Einwohner von Pumpernudel nicht unterkriegen lassen.

Die Historie des Ortes ist umstritten. Historiker vermuten, dass Pumpernudel einst eine Siedlung römischer Straßenbauarbeiter war. Ein Bericht des Magazins Galileo hat vor vier Jahren das Interesse an diesem kleinen Ort geweckt, und das nicht ohne Grund. Neben diesen geschichtlichen Aspekten hat Pumpernudel auch kulturell einiges zu bieten. So haben die Familien Döllel und Schrägle dem Ort eine Hymne gewidmet, und vor einigen Jahren fand sogar ein kleines Rockfestival statt. Maximilian Schrägle ist der kreative Kopf hinter dieser Hymne, die den Einwohnern von Pumpernudel sehr am Herzen liegt!

Fasching und mehr

Pumpernudel hat auch in der Faschingssaison seine Helden hervorgebracht. Thomas Döllel wurde 2024 Faschingsprinz in St. Wolfgang und hat kürzlich geheiratet. Ein weiteres Zeichen dafür, dass das Leben in diesem kleinen Ort weitergeht und die nächste Generation bereits bereitsteht, die Traditionen fortzuführen. Die Pumpernudeler sind stolz auf ihren Ort und haben in der Vergangenheit auch immer wieder in der Lokalhistorie geforscht, insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren.

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Die Einwohnerzahlen schwankten über die Jahre. 1871 zählte Pumpernudel noch 11 Einwohner, während es 1970 nur noch zwei waren. Doch die Gemeinschaft lebt, und die zwei Familien Döllel und Schrägle verleihen dem Ort ein Gesicht und eine Seele. So bleibt Pumpernudel auch in Zukunft ein Ort, der Geschichten erzählt und Menschen anzieht, die das Besondere suchen. Die St. Wolfganger Kirche, das Gasthaus Zum Schex und die nahegelegenen Sehenswürdigkeiten in Dorfen und Taufkirchen sind nur einige Ausflugstipps, die man beim Besuch in der Gegend nicht verpassen sollte.