Hopfen für die Schule: Wie das Gymnasium Dorfen mit Klima-Innovation überzeugt
Im Herzen von Erding steht das Gymnasium Dorfen, das kürzlich mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet wurde. Ja, genau, Klima! Im Dezember 2025 erhielt die Schule diese Ehrung, die zusammen mit einem Preisgeld von 1.000 Euro verliehen wurde. Der Wettbewerb, der vom Landkreis Erding und der Versicherungskammer Bayern ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, innovative Konzepte zur Verbesserung des Raumklimas zu entwickeln. Da gab’s gleich mehrere Schulen, die sich dem Wettbewerb stellten, aber das Gymnasium Dorfen hat mit einem ganz besonderen Projekt überzeugt.
Stellt euch vor: An der Südfassade der Schule wachsen tatsächlich Hopfenpflanzen! Zehn Pflanzen der Sorte Mandarin Bavaria wurden in Zusammenarbeit mit dem Hopfenexperten Alois Brummer und dem Hopfenforschungszentrum Hüll gepflanzt. Diese grünen Riesen, die bereits im ersten Jahr bis zu sechs Meter hoch werden, schattieren eine beeindruckende Fassadenbreite von rund zwölf Metern. Im Sommer spenden sie kühlen Schatten, während sie im Winter das Sonnenlicht in die Klassenzimmer lassen. Ein cleverer Schachzug, der nicht nur die Temperaturen reguliert, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit der Schüler fördern soll.
Technologie trifft Natur
Doch damit nicht genug: Die Schule hat das Rysta-System installiert, das Echtzeitdaten zur Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und zum CO2-Gehalt liefert. Ein intuitives Dashboard mit einem Ampelsystem hilft den Schülern, ihr Lüftungsverhalten zu optimieren. Das klingt fast futuristisch, oder? Tatsächlich wird das gesamte Gebäudeklima sogar während der Zeit überwacht, wenn keine Schüler in den Klassenräumen sind. Es ist spannend, wie Technologie und Natur hier Hand in Hand gehen.
Das Projekt wurde als Teil eines größeren Wettbewerbs, der seit 2023 existiert, ins Leben gerufen. Die Jury, unter anderem Landrat Martin Bayerstorfer, lobte den kreativen Einsatz von Datenanalyse und Naturschutz, den die Schüler an den Tag legen. Das Ziel ist klar: die klimatische Verbesserung der Lernumgebung, der Umgang mit Wetterextremen und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes stehen im Mittelpunkt.
Ein grüner Daumen für die Zukunft
Und es wird noch besser. Die Schulen, die an diesem Wettbewerb teilnehmen, erhalten nicht nur Preisgelder, sondern auch Hopfenpflanzen, die sie zur Verbesserung des Klimas in ihren eigenen Schulgebäuden nutzen können. Gärtnerei Kurz und Baumschule Brenninger unterstützen das Ganze mit Pflanztrögen – also auch handwerklich wird hier viel geleistet. Im Frühjahr wird die Pflanzung der Hopfenpflanzen begleitet, was die Schüler zusätzlich motiviert, aktiv zu werden.
Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Sensibilisierung der Schüler für den sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen. Es ist nicht nur eine Frage des Gewinners oder Verlierers, sondern eine Chance, das Bewusstsein für Klimaschutz in die Familien der Schüler zu tragen. Denn wie heißt es so schön? „Kleine Taten können Großes bewirken.“ Und das ist genau das, was diese Initiativen anstreben – Wissen weiterzugeben und praktische Lösungen zu finden. Viele Kommunen könnten sich von diesen Projekten eine Scheibe abschneiden, denn sie zeigen, wie einfach es sein kann, Klimaschutz in den Schulalltag zu integrieren.
In Zeiten, in denen Schulen durch ihren Energieverbrauch erheblich zu den Treibhausgasemissionen beitragen, sind solche Initiativen nicht nur wünschenswert, sondern auch dringend notwendig. Mit einem klaren Fokus auf kurzfristig umsetzbare Konzepte ohne bauliche Veränderungen gibt es hier einen Weg, wie Schulen ihren Teil zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten können. Wer hätte gedacht, dass Hopfen nicht nur im Bier, sondern auch an Schulfassaden eine so wichtige Rolle spielen kann?
