Am 26. Mai 2026 feierte Erding den 77. Geburtstag des Grundgesetzes – ein Anlass, der nicht nur die Herzen der Organisatoren von „Omas gegen Rechts“ höher schlagen ließ, sondern auch die Bürger, die sich trotz Ferienbeginn und Verkehr auf den Schrannenplatz begaben. Ein leuchtend rotes Feuerwehrauto, das mit einem stolzen Alter von 63 Jahren als „Der Rote Blitz“ bekannt ist, wurde ausgestellt und zog die Blicke der Passanten auf sich. Es war ein Symbol für die Gemeinschaft und die Wurzeln, aus denen unsere Demokratie gewachsen ist.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte zu diesem Ehrentag aufgerufen, und es wurde nicht an Musik gespart. Michael Speth und seine Band Infinatix traten ohne Gage auf und sorgten für einen lebendigen Sound, der die Stimmung auflockerte. Die ausgestellten Zeichnungen von Gerhard Mester und Ralph Ruthe, die mit einem scharfen Humor die gesellschaftliche Realität beleuchteten, waren ein weiterer Magnet für die Besucher. So entstand ein Ort des Austauschs, an dem die Menschen sowohl lachen als auch nachdenken konnten.
Gespräche und Erinnerungen
Georg Bauernfeind und Konrad Thees schafften es, die dunklen Kapitel unserer Geschichte lebendig werden zu lassen, als sie über die Verfolgung jüdischer Menschen während der Nazidiktatur berichteten. Das Publikum lauschte gebannt, während Silvia Langen-Kramer, Stadträtin der Linken, sich besorgt über die aktuelle Gefährdung unserer Demokratie äußerte. Ihre Stimme war ein deutlicher Appell, den wir nicht ignorieren sollten. Benedikt Klingbeil von der SPD hob die zentrale Rolle des Grundgesetzes für unseren Wohlstand hervor – ein Gedanke, der nachhallte.
Ein weiteres Highlight war die Lesung der Kinderbuchautorin Christiane Wittenburg, die aus ihrem neuesten Bilderbuch vorlas. Ihre Geschichten schafften es, den kleinen und großen Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Auch Petra Bauernfeind von der Tafel berichtete über ihre Erfahrungen mit Vorurteilen gegenüber Tafel-Kunden, was eine nachdenkliche Diskussion auslöste. Es war bemerkenswert, wie diese Veranstaltung nicht nur ein Fest war, sondern auch Raum für kritische Gespräche bot.
Ein bittersüßes Fest
Die Teilnehmerzahl war geringer als erhofft – Ferienbeginn und der Verkehr schienen einige davon abgehalten zu haben. Maria Brand von „Omas gegen Rechts“ war jedoch positiv gestimmt. Sie betonte die fruchtbaren Gespräche mit den Passanten und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Auch wenn der Andrang nicht dem entsprochen hat, was man sich gewünscht hätte, war die Atmosphäre dennoch herzlich und offen.
Evangelischer Pfarrer Christian Keller und Kreisdekan Martin Ringhof waren ebenfalls anwesend, um die Kirchen zu vertreten und die Bedeutung des Grundgesetzes im Glauben zu verdeutlichen. Oberbürgermeister Max Gotz konnte nicht teilnehmen, wünschte jedoch „gutes Gelingen“. Und ja, ein Geburtstagskuchen durfte natürlich nicht fehlen – eine süße Note, die das Fest abrundete.
Inmitten all dieser Aktivitäten wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich an die Grundwerte zu erinnern, die unser Zusammenleben prägen. Feiern wie diese sind nicht nur Anlässe zum Schlemmen und Feiern, sondern auch Gelegenheiten, sich zu vernetzen, zu diskutieren und die Werte, die uns verbinden, zu stärken. Die Erinnerung an die Vergangenheit und die Reflexion über die Gegenwart sind unerlässlich, damit wir auch in Zukunft auf einem stabilen Fundament stehen können.