Heute ist der 7. Mai 2026 – ein bedeutender Tag für das Urzeitmuseum in Taufkirchen, im schönen Kreis Erding. Hier wird ein ganz spezielles Skelett aufgebaut: das eines Urzeit-Elefanten, auch bekannt als Deinotherium giganteum. Diese beeindruckende Kreatur lebte vor 10 bis 12 Millionen Jahren und war mit über 4 Metern Schulterhöhe und einem Gewicht von bis zu 13 Tonnen ein wahrer Gigant der Urgeschichte.

Peter Kapustin, der Gründer des Museums, und der erfahrene Präparator Aart Walen sind seit Wochen mit der Knochenarbeit beschäftigt. Es ist eine spannende Zeit, denn 2023 wurden bei Ausgrabungen in einer Sandgrube in Weipersdorf gleich die Überreste von drei Deinotherien entdeckt – eine Sensation, die nicht nur die Wissenschaftler, sondern auch die beiden jungen Entdecker, Constantin (9) und Alexander (10), in ihren Bann zog. Sie halfen tatkräftig bei der Ausgrabung und können jetzt stolz auf ihre Entdeckungen blicken, die sie sogar mit ihren eigenen Namen ehren: „Little Consti“ und „Big Alex“.

Einblicke in die Welt der Deinotherien

Die Deinotherien gehören zur Familie der Deinotheriidae und sind faszinierende Zeitgenossen der Elefanten. Ein markantes Merkmal dieser Gattung ist der vertikale Zahnwechsel, der sie in die früheste Entwicklungsgeschichte der Rüsseltiere einordnet. Unklar bleibt bis heute, ob sie eher zu den Plesielephantiformes oder den Elefantiformes zählen. Hier gibt es verschiedene Meinungen unter den Forschern.

Das Deinotherium selbst weist einige interessante Zahnmerkmale auf. Mit einem trilophodonten ersten Molar und bilophodonte hinteren Backenzähnen war es perfekt an seine Umgebung angepasst. Die Entdeckung von etwa 30 Arten des Deinotheriums, von denen viele als Synonyme existierender Arten gelten, zeigt die Vielfalt und Komplexität dieser Gattung. So werden in der Literatur oft D. giganteum, D. levius und D. proavum erwähnt, wobei es eine spannende Diskussion über ihre taxonomische Eigenständigkeit gibt.

Die große Ausstellung steht vor der Tür

Aber zurück zum Urzeitmuseum: Die Vorbereitungen für die große Eröffnung der neuen Elefantenhalle am 9. Mai 2026 laufen auf Hochtouren. Besucher können sich auf eine beeindruckende Ausstellung freuen, die auf 2.000 Quadratmetern Fossilien aus verschiedenen Erdzeitaltern zeigt. Die neuen Öffnungszeiten sind samstags von 11 bis 17 Uhr und sonn- sowie feiertags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9 Euro und für Kinder 6 Euro – ein echtes Schnäppchen für einen Blick in die faszinierende Welt der Urzeit!

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Die Knochen, die bei diesen Ausgrabungen gefunden wurden, wiegen bis zu 120 Kilogramm und wurden für den Transport in Gips eingepackt. Die Präparation der Knochen war kein leichtes Unterfangen – es brauchte spezielle Werkzeuge und viel Geduld. Aart Walen, der bereits 30 Jahre Erfahrung in der Paläontologie hat, hat in verschiedenen Ländern gegraben und bringt sein wertvolles Know-how in diese spannende Arbeit ein. Der erste Hinweis auf die Existenz dieser majestätischen Tiere war ein Oberschenkelknochen, der liebevoll den Namen „Lonely Pete“ erhielt.

Die Erlebnisse der Kinder, die einst diesen Urzeitfriedhof entdeckt haben, sind nicht nur für sie, sondern auch für die gesamte Region von großer Bedeutung. Es ist, als hätte die Vergangenheit die Gegenwart auf eine ganz besondere Weise berührt. Wer hätte gedacht, dass beim Spielen im Sand so große Schätze verborgen liegen können? Und so werden die Geschichten von „Big Alex“ und „Little Consti“ bald für alle Besucher lebendig werden, während sie durch die neuen Hallen des Urzeitmuseums schlendern.