Heute ist der 1.06.2026 und die Nachricht über das Ende des Erdinger Frühlingsfests hat viele überrascht. Nach nur wenigen Jahren im Veranstaltungskalender wird das Fest künftig nicht mehr stattfinden. Veranstalter Tobias Martl hat die Entscheidung aufgrund von zu hohen Kosten und unzureichenden Besucherzahlen getroffen. Das Fest, das seit 2022 ein fester Bestandteil des bayerischen Feierkalenders war, sollte vom 14. bis 25. Mai 2023 stattfinden. Doch die Realität sieht anders aus.

Es ist schon ein bisschen traurig, wenn man bedenkt, dass die Vorbereitungen für ein solches Event immense Summen verschlingen. Vor dem ersten Bierkrug und dem ersten Fahrgeschäft müssen die Veranstalter und Schausteller zwischen 60.000 und 80.000 Euro investieren. Allein für die Anlieferung und den Aufbau eines einzigen Fahrgeschäfts sind schon mal rund 20.000 Euro fällig. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs – TÜV, Personal, Strom und Versicherungen treiben die Kosten noch weiter in die Höhe. So musste ein Betreiber in diesem Jahr sogar 500.000 Euro aufbringen, um neue DIN-Normen zu erfüllen. Das sind schon herausfordernde Hürden, die es zu nehmen gilt!

Ein enttäuschendes Jahr

Die Besucherzahlen waren in diesem Jahr besonders niedrig. Das erste Wochenende schien noch vielversprechend, doch danach sank das Interesse rapide. Der Brauchtumstag am Pfingstmontag enttäuschte die Erwartungen – im Vergleich zum Vorjahr war der Andrang quasi nicht existent. Und das, obwohl die Maß Bier für 11,80 Euro und eine Halbe für 6,10 Euro angeboten wurde. Martl betonte, dass er großen Wert auf Qualität bei Essen und Fahrgeschäften gelegt habe. Fünf große Fahrgeschäfte, zwei Kinderfahrgeschäfte und viele weitere Attraktionen standen zur Verfügung, doch anscheinend reichte das nicht aus, um die Massen anzulocken.

Ironischerweise wies der Veranstalter Kritik an den Bierpreisen zurück – schließlich seien die Preise beim Herbstfest noch höher. Die Schausteller, die ebenfalls in finanziellen Schwierigkeiten steckten, hatten es noch schwerer. Viele von ihnen mussten draufzahlen. Der Breakdancer, ein beliebtes Fahrgeschäft, wird beispielsweise mit acht Lkw angeliefert, was zusätzliche Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro verursacht. Es ist kein Wunder, dass Martl schließlich zu dem Schluss kam, dass die wirtschaftliche Machbarkeit einfach nicht gegeben war.

Ein Blick in die Zukunft

Obwohl das Erdinger Frühlingsfest nun Geschichte ist, bleibt Tobias Martl der Stadt Erding verbunden. Er wird beim Altstadtfest mit seinem Schokofrüchtestand vertreten sein und plant Auftritte in anderen Städten wie Olching, Friedrichshafen und Ulm. Vielleicht bringt ihn diese Erfahrung ja auf neue Ideen für zukünftige Veranstaltungen!

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In Bayern gibt es ja zum Glück noch viele andere Frühlingsfeste, die das Herz eines jeden Volksfestliebhabers höher schlagen lassen. Das Münchner Frühlingsfest, das vom 17. April bis zum 10. Mai 2026 stattfindet, verspricht mit Festzelten, Flohmärkten und einem Eröffnungsumzug viel Freude. Oder die Maidult in München, die vom 25. April bis 3. Mai 2026 gefeiert wird – ein wahres Fest für alle, die das bayerische Lebensgefühl lieben.

Die Tradition der Volksfeste wird also weiterleben, auch wenn das Erdinger Frühlingsfest nun in der Vergangenheit verweilt. Und wer weiß, vielleicht wird in der Zukunft ein neues Konzept entwickelt, das die Besucher wieder in Scharen anlockt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!