Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal so weit: Die Fußballfrauen der SG Grafing/Aßling traten am Büchsenberg gegen das Überteam der Kreisliga 1, den TSV 1860 München, an. Das Spiel versprach schon im Vorfeld viel Spannung, schließlich hatten die Löwen vor dieser Begegnung 19 Siege aus 19 Spielen auf ihrem Konto. Die SG wollte den Tabellenführer ärgern und zeigte bis zur 52. Minute eine bemerkenswerte Leistung. Die Partie begann ausgeglichen, und die Grafingerinnen hatten sogar einige Chancen, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. Man spürte die Anspannung auf dem Platz – jeder Pass, jede Aktion, alles war von einer gewissen Nervosität geprägt. Schade, dass es nicht für eine Führung reichte.
Doch dann, in der 52. Minute, wendete sich das Blatt. Ines Brock erzielte das 1:0 für die Münchener, und das nach einem Freistoß. Ab diesem Moment schien der Druck auf die SG Grafing/Aßling zu wachsen. Kurz zuvor hatte das Team sogar in Überzahl gespielt, nachdem Leonie Lauth vom Platz gestellt wurde. Aber die Konzentration war nicht mehr dieselbe. Julia Keller fügte in der 74. und 87. Minute zwei weitere Tore hinzu, und das Endergebnis von 0:3 war besiegelt. Marion Krecik, die Betreuerin der SG, lobte die Leistung ihres Teams, auch wenn sie die kleinen Fehler ansprach, die gegen eine solch starke Mannschaft wie 1860 bestraft werden. Ihre Hoffnung, dass die positive Energie in die letzten drei Spiele mitgenommen werden kann, bleibt bestehen.
Ein Blick in die Geschichte des Frauenfußballs in Aßling
Die Wurzeln des Frauenfußballs beim TSV Aßling reichen bis in die 1970er Jahre zurück, als erste Anfänge gemacht wurden – das Interesse ebbte jedoch schnell wieder ab. Es war der November 2011, als fünf engagierte Frauen die Damenmannschaft neu gründeten. Zusammen mit dem damaligen Vorstand des TSV wurde eine Basis geschaffen, die bis heute Bestand hat. Florian Hainthaler, ein engagierter Trainer, leitete die ersten Schritte des Teams, das in den ersten Jahren oft mit nur sieben oder neun Spielerinnen auflief. Rückschläge gab es viele, doch der Teamgeist und Zusammenhalt der Spielerinnen schweißten sie zusammen. Diese Atmosphäre war entscheidend, um die Herausforderungen zu meistern.
Im Jahr 2015 feierte die Mannschaft ihr fünfjähriges Bestehen mit dem „Büchsenberg-Cup“. Ein emotionaler Abschied des Trainerduos Christian Hupfauer und Andi Grabl fiel in diese Zeit. Der Aufstieg von der A-Klasse in die Kreisklasse war ein weiterer Wendepunkt: unter dem neuen Trainer Laszlo Ziegler sicherte sich die Mannschaft den ersten Platz und den Aufstieg in die Kreisliga. Die Erfolge reißen nicht ab, und die SG Grafing/Aßling hat sich mittlerweile in der höchsten Liga für Frauen etabliert – der Bezirksliga.
Die Zukunft im Frauenfußball: Ein neues Kapitel
Für die kommende Saison 2024/2025 wird eine spannende Entwicklung in der Region erwartet. Die Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Grafing steht an, um die Ressourcen beider Vereine zu bündeln und nachhaltige Erfolge im Frauenfußball zu erzielen. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich diese Kooperation entwickeln wird. Die erste Mannschaft wird als SG Aßling/Grafing in der Bezirksliga antreten, während die zweite Mannschaft als SG Grafing/Aßling in der Kreisliga spielt. Es bleibt zu hoffen, dass die positive Energie und die Leidenschaft, die im Team spürbar sind, auch in Zukunft Früchte tragen werden.
Der Frauenfußball hat in Deutschland eine lange und bewegte Geschichte, die bis ins 20. Jahrhundert zurückreicht. Trotz der Anfangszeit, in der Frauenfußball als moralisch fragwürdig galt, haben sich die Spielerinnen durchgesetzt. 1970 hob der DFB das Verbot des Frauenfußballs auf und ebnete den Weg für die heutige Dynamik im Frauenfußball, die sich mittlerweile fest etabliert hat. Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zeigen, wie stark der Frauenfußball gewachsen ist und welche Erfolge die Nationalmannschaft auf internationalem Parkett feiern konnte. In Aßling ist man stolz darauf, Teil dieser Geschichte zu sein, auch wenn es manchmal steinig war.
Die nächsten Spiele stehen vor der Tür, und die Hoffnung auf den Klassenerhalt bleibt lebendig. Es wird spannend zu sehen, wie die SG Grafing/Aßling sich schlägt und ob sie die positiven Impulse aus den letzten Begegnungen nutzen kann. Vielleicht wird das Team ja die Überraschung des Jahres und spielt sich mit vollem Elan in die Herzen der Zuschauer.