Jubiläum im Hochgebirge: 100 Jahre Meißner Haus im Viggartal gefeiert
Am vergangenen Wochenende war im Tiroler Viggartal eine ganz besondere Feier angesagt: Die DAV-Sektion Ebersberg-Grafing konnte das 100-jährige Bestehen ihrer Hütte, dem Meißner Haus, gebührend feiern. Wer hätte gedacht, dass ein Bauwerk, das vor einem Jahrhundert vom Alpenverein in Meißen erbaut wurde, solch eine lange und spannende Geschichte erzählen kann? Die Hütte thront beeindruckend auf 1.720 Metern Höhe, unweit von Innsbruck – ein wahres Juwel in den Tuxer Alpen.
Die Feierlichkeiten waren nicht nur ein Fest der Erinnerungen, sondern auch ein Zeichen der Verbundenheit, das sich durch die Anwesenheit vieler Ehrengäste zeigte. Oberbürgermeister Markus Renner führte eine Delegation aus der Partnerstadt Meißen an, die mit großer Begeisterung nach Tirol reiste. Unter den Gästen waren auch der Grafinger Bürgermeister Christian Bauer, Landtagsabgeordneter Thomas Huber und Ellbögens Bürgermeister Walter Kiechl. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie das Grillfest zum Auftakt der Feierlichkeiten mit einem 50-Liter-Fass Bier von einer Grafinger Brauerei ein voller Erfolg war – und die Meißner Gäste brachten ihren feinen Goldriesling und das köstliche Meißner Bier mit!
Ein Festakt voller Emotionen
Der Samstag war geprägt von zahlreichen Ansprachen und einem herzlichen Austausch, der die Freundschaft zwischen Bayern, Tirol und Sachsen unterstrich. So überreichte Oberbürgermeister Renner dem Sektionsvorsitzenden Peter von Brevern einen originalen Meißner Fummel – ein Geschenk, das die Verbindung zwischen den beiden Städten symbolisiert. Klaus Mörtel, der mit seinen 94 Jahren eine lebendige Verbindung zur Hüttengeschichte hat, sorgte mit seinen Anekdoten für einige emotionale Momente. Josef Glück und Rudi Beslmüller erklärten derweil die Funktionsweise des hauseigenen Wasserkraftwerks, das für nachhaltige Energie sorgt und die Hütte mit Strom versorgt.
Am Nachmittag sorgte die Ellbögener Blaskapelle für musikalische Unterhaltung, und die Grafinger Zirngibl Stubnmusi setzte den feierlichen Abschluss. Ein Sonnwendfeuer, das am Abend entzündet wurde, gab dem Fest eine besondere Atmosphäre, die man nicht in Worte fassen kann.
Ein Berggottesdienst und kulinarische Genüsse
Der Sonntag begann dann mit einem festlichen Berggottesdienst, zelebriert von Pfarrer Josef Maier und Pfarrprokurator Hans Fleissner. Es war ein Moment der Besinnung, der die Gemeinschaft stärkte. Anschließend gab es Spinatknödel und Salat – perfekt für die hungrigen Wanderer, die das Wochenende über von Hüttenwirt Sven Deppe bestens versorgt wurden.
Die Hütte selbst hat in den letzten Jahrzehnten einige Veränderungen durchgemacht. 1968 übernahm die Sektion Ebersberg-Grafing die Hütte und modernisierte sie behutsam, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden. Mit dem Umbau 2015 entstanden neue Übernachtungsräume und moderne Sanitäranlagen. Die Hütte bietet nun insgesamt 69 Schlafplätze, gemütliche Stuben aus Zirbenholz und sogar zwei große Kachelöfen mit Meißner Keramik, die von Rudolf Teichert, dem Mann hinter der Errichtung des Meißner Hauses, selbst eingesetzt wurden. Hier wird der Aufenthalt für die Gäste zur wahren Erholung – umgeben von blumenreichen Almwiesen und glitzernden Bergseen.
Und wenn man jetzt denkt, dass die Hütte nur im Sommer ein Ziel ist, der irrt sich! Das Meißner Haus ist ganzjährig geöffnet, und die Sommersaison startet jedes Jahr am 23. Mai, während sie am 25. Oktober endet. Karten können nun auch bequem gezahlt werden – ein Fortschritt, der sicher viele Wanderer erfreuen wird. Leider ist die Übernachtung von Hunden nicht mehr erlaubt, was für einige Tierliebhaber vielleicht ein kleiner Wermutstropfen sein mag.
Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Meißner Hauses waren ein beeindruckendes Zeugnis der Verbundenheit zwischen Menschen, der Liebe zur Natur und der Wertschätzung für eine lange Tradition. Es bleibt zu hoffen, dass das Meißner Haus noch viele weitere Jahre seinen Platz in den Herzen von Wanderern und Bergfreunden findet.
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