In der kleinen, aber feinen Gemeinde Ebersberg tut sich gerade einiges – oder sollte man besser sagen, es tut sich nicht so recht? Ein geplanter Radweg, der die beiden Ortsteile Baldham und Purfing verbinden soll, steht auf der Kippe. Ganze 2,1 Kilometer lang soll der Radweg werden, 2,50 Meter breit und vor allem sicher für alle Radfahrer. Ein schöner Plan, der jedoch auf ein großes Hindernis stößt: die Mehrheit der Grundstücksbesitzer verweigert die Zustimmung zur Baunutzung. Von insgesamt 21 betroffenen Eigentümern haben nur vier schriftliche Baunutzungserlaubnisse erteilt. Ein besorgniserregendes Ergebnis, das die Gemeinde vor große Herausforderungen stellt!

Was steckt dahinter? Sieben Eigentümer fordern Tauschflächen oder höhere finanzielle Entschädigungen. 15 Euro pro Quadratmeter für Wald, 30 Euro für Acker- oder Grünland – da kann man schon ins Grübeln kommen. Zehn Eigentümer haben sich bisher ganz still gehalten, als ob sie auf einen besseren Zeitpunkt warten. Der Plan sieht vor, die Trasse an der Nordseite der Straße zu führen, was bei den Eigentümern auf mehr Zustimmung stößt. Das Gemeinderatsmitglied hat sich bereits auf diese nördliche Führung verständigt. Eine Querungshilfe wird dabei nicht benötigt, was den Prozess möglicherweise erleichtert.

Die Pläne nehmen Gestalt an

Die Diskussion um den Radweg ist nicht nur eine Frage der Zustimmung. An der Kreisstraße EBE 04 könnten entweder eine Ampel oder ein Kreisverkehr entstehen – Letzterer mit einem Durchmesser von 46 Metern. Ein Projekt, das teuer werden könnte: Die Verwaltung schätzt die Kosten für Planung und Realisierung auf rund 2,94 Millionen Euro. Die Gemeinde Vaterstetten muss sich mit rund 45 Prozent an diesen Kosten beteiligen. Und das ist noch nicht alles! Es fehlen Finanzierungsposten für Ausgleichsflächen, die Entsorgung belasteter Böden, Straßenbeleuchtung und weitere Gutachten. Ein echter Bürokratie-Hickhack, der die Gemüter zusätzlich erhitzt.

Besonders brisant sind auch die drei Stellen der Trasse, an denen vitale Eichen gefällt werden müssten. Hier wird es emotional – und zwar nicht nur für Naturliebhaber. Stefan Ruoff von den Grünen hat Einspruch eingelegt und fordert eine Prüfung von Änderungen bei der Trassenführung. Die SPD plädiert für eine Umfahrung der Zufahrt am Klimapfad-Parkplatz, um die Sicherheit zu erhöhen. Baureferentin Brigitte Littke warnt indes vor höheren Kosten und einem größeren Platzbedarf, falls die Trasse länger werden sollte. Ein ständiges Hin und Her, könnte man sagen.

Ein langer Weg zum Radweg

Die Herausforderungen sind enorm. Wie so oft bei solchen Projekten sind Planung und Bau von Radwegen komplexe Angelegenheiten. Sie ziehen sich über Jahre hinweg, oft zwischen drei und sechs Jahren. Der Prozess umfasst detaillierte Planung, Abstimmungen und Genehmigungsverfahren, die alle Beteiligten berücksichtigen müssen – vom Grundstückseigentümer über Behörden bis hin zu Umweltschützern. Hier ist interdisziplinäres Fachwissen gefragt. Boden- und Wasserqualität, Tierwelt, Denkmalschutz und baurechtliche Fragen stehen auf der Agenda. Ein echtes Puzzle, das es zusammenzusetzen gilt.

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Die Hoffnung auf Förderung ist dennoch groß. Es gibt ein Sonderprogramm „Stadt & Land“, das bis zu 75 Prozent der Kosten abdecken könnte. Allerdings schließt dieses Programm innerorts verlaufende Geh- und Radwege aus, was die ersten 180 Meter in Baldham-Dorf betrifft. Ein Dilemma, das die Gemeinde noch vor große Herausforderungen stellt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln und ob Ebersberg bald mit einem neuen Radweg aufwarten kann. Die Zeit wird zeigen, ob die Ideen und Pläne in die Realität umgesetzt werden können.

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