Im beschaulichen Landkreis Ebersberg gibt es derzeit eine hitzige Debatte, die die Herzen vieler Tierliebhaber höher schlagen lässt. Die Rettung der kleinen, stacheligen Gesellen – der Igel – steht auf der Agenda, jedoch sieht die Realität alles andere als rosig aus. Trotz einer Online-Petition, die über 6000 Unterschriften gesammelt hat, wird die Einrichtung einer zentralen Auffangstation für kranke und verletzte Igel vorerst nicht von der Landkreisverwaltung unterstützt. Ein klares Zeichen, dass die finanziellen Mittel alles andere als üppig sind.

Der Umweltausschuss hat beschlossen, keine neuen freiwilligen Leistungen zu genehmigen und Landrat Robert Niedergesäß (CSU) kündigte sogar eine Haushaltssperre an. Die Situation ist alarmierend: Rund 1000 hilfsbedürftige Igel zählt man jährlich im Landkreis. Die Rettung dieser kleinen Wesen basiert momentan fast ausschließlich auf dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement und Spenden von tierlieben Bürgern. Es ist schon fast tragisch, wenn man bedenkt, dass die Zahl der verletzten und kranken Igel kontinuierlich ansteigt.

Engagierte Helfer und überlastete Pflegestellen

Die private Igelhilfe, wenn man so will, taumelt in einer rechtlichen Grauzone. Ehrenamtliche Helfer, die sich mit Herzblut um die kleinen Stachelträger kümmern, sehen sich einer enormen Belastung gegenüber. Überlastete Pflegestellen berichten von abgemagerten, kranken und verletzten Igeln, während die Kosten für die Pflege steigen. „Wir können nicht mehr“, klingt es aus vielen Mündern der Helfer, die oft an ihre Grenzen stoßen. Die Vorstellung, dass viele von ihnen bereits aufgegeben haben, ist schlichtweg bedrückend.

Die Forderung nach einer offiziellen Igelauffangstation wird immer lauter. Diese müsste geeignete Räumlichkeiten bieten, behördlich abgesichert durch das Veterinäramt sein und ein hauptamtliches Kernteam beschäftigen. Doch die Landkreisverwaltung scheint auf der Bremse zu stehen. Man wird nicht müde, die Notwendigkeit einer solchen Station zu betonen, denn der Klimawandel, das Insektensterben und die Gefahren durch Straßenverkehr sowie Mähroboter machen den Igeln das Leben schwer.

Wege zur Verbesserung der Lebensgrundlagen

Ein Verein zur Igelrettung könnte helfen, um Mitgliedsbeiträge zu generieren und Spenden zu akquirieren. Das Ziel ist klar: Das Bewusstsein für die Belange der Igel in der Bevölkerung erhöhen! Langfristige Hilfe könnte nur durch die Wiederherstellung und Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen erfolgen, etwa durch den Ausbau und die Vernetzung von Biotopen. Die Naturschutzbehörde hat bereits signalisiert, dass sie die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen möchte.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein bisschen Hoffnung gibt es dennoch. Organisationen wie „Pro Igel“ setzen sich bundesweit für den Schutz der heimischen Igel ein. Sie bieten Anleitungen zur igelfreundlichen Gestaltung der Umwelt und fördern die Lebensräume dieser Tiere. Zudem beraten sie Igelfinder und -pfleger und bündeln Informationen, die für die Rettung der Igel wichtig sind. Das ist wichtig und richtig, denn nur gemeinsam können wir etwas bewirken.

Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Der runde Tisch, der einberufen wurde, um die Situation der Igelhilfe zu analysieren, könnte der erste Schritt in die richtige Richtung sein. Vielleicht schaffen es die engagierten Bürger und Organisationen, die nötige Aufmerksamkeit zu erlangen, damit die kleinen Stachelritter nicht nur als Fußnote in der Naturschutzdebatte enden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ein modernes Nachrichtenportal wie unseres, muss für alle Menschen zugänglich sein. Unser Website System wurde daher konsequent nach den Vorgaben der WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – mit sauberer Struktur, ARIA-Attributen und ohne technische Hürden für assistive Technologien. Die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom / VeloCore.