Igel in Not: Ein Aufruf zur Rettung der Stacheltiere in Ebersberg
In Ebersberg gibt es derzeit ein heiß diskutiertes Thema: Die Igelauffangstation in Steinhöring, die dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Die Igelretter hofften auf einen Zuschuss von 25.000 Euro vom Landkreis, doch der ULV-Ausschuss des Kreistags hat diesen Antrag abgelehnt. Die Gründe dafür sind nicht gerade erfreulich – eine angespannte Haushaltslage und eine angekündigte Haushaltssperre machen den Verantwortlichen das Leben schwer. Es ist schon bemerkenswert, wie sehr die Natur, und in diesem Fall die kleinen Stacheltiere, im Schatten der Finanzpolitik stehen.
Bevor die Entscheidung fiel, gab es eine intensive Diskussion. Drei Runden Tische mit Vertretern der Igelhilfe, des Bund Naturschutzes (BN) und des Landratsamtes fanden statt. Uwe Peters, stellvertretender BN-Kreisvorsitzender, ließ keinen Zweifel daran, dass der Igel eine bedrohte Art ist und appellierte an die Kreisräte. Doch nicht alle waren derselben Meinung. AfD-Fraktionssprecher Harald Süpfle widersprach und stellte die Gefährdung des Igels in Frage. Kreisrat Michael Eisenschmid von der CSU fand einen anderen Ansatz und schlug vor, dass die 21 Gemeinden im Landkreis Sponsoren finden könnten, um die dringend benötigten Mittel aufzubringen. Ein Vorschlag, der nicht von der Hand zu weisen ist, auch wenn die Suche nach Sponsoren nicht immer einfach ist.
Ein Lichtblick in der Dunkelheit
Trotz der Ablehnung gibt es bereits erste positive Signale. Die Kreissparkasse hat eine Spende von 2.500 Euro angekündigt. Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es zeigt, dass es auch Unterstützung gibt. Die Igelretter sind nun gefordert, kreative Lösungen zu finden, um die restlichen 22.500 Euro zu sammeln. Das Thema soll auch auf die Tagesordnung des nächsten Bürgermeistertreffens gesetzt werden, was Hoffnung auf eine breitere Unterstützung weckt.
Doch um die Igelhilfe langfristig zu sichern, sind nicht nur Spenden nötig. Der Fragebogen zur Igelhilfe, der von Pro Igel e.V. bereitgestellt wird, zeigt, dass es viele Aspekte gibt, die berücksichtigt werden müssen. Von der Anzahl der jährlich gepflegten Igel bis hin zur Finanzierung der Pflege – alles spielt eine Rolle. Auch die Zusammenarbeit mit Tierärzten und die amtliche Genehmigung vom Veterinäramt sind wichtig. Das Engagement der Igelpflegestellen wird durch private Eigenmittel, Geldspenden und Sachspenden unterstützt. Denn ohne eine solide Basis an Ressourcen wird es schwierig, die Igel in Not zu retten.
Ein Aufruf zur Verantwortung
Die Vision des Igelhilfevereins e.V. geht jedoch über die bloße Pflege von Igeln hinaus. Es ist ein Aufruf an die Gesellschaft, mehr für die Natur und die Tierwelt zu tun. Naturnahe Gärten, die den Bedürfnissen von Igeln, Insekten und Vögeln gerecht werden, sind unerlässlich. Die Forderungen an Gemeinden und Kommunen, solche Projekte umzusetzen, sind klar formuliert. Wer hätte gedacht, dass ein Nachtfahrverbot für Mähroboter einmal Realität werden könnte? Das klingt fast wie ein Traum, und doch könnte es der erste Schritt zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Umwelt sein.
Die Arbeit des Igelhilfevereins umfasst Informationsveranstaltungen in Kindergärten und Schulen, Öffentlichkeitsarbeit über das Wildtier Igel, sowie Erste-Hilfe-Leistungen bei Verletzungen. Es ist eine beeindruckende Palette an Aktivitäten, die zeigt, wie wichtig der Schutz dieser kleinen Kreaturen ist. Immerhin sind es nicht nur die Igel, die profitieren. Auch wir Menschen können von einer intakten Natur profitieren. Wenn wir uns nur ein wenig mehr für die Belange der Tiere einsetzen würden, könnten wir eine bessere Welt schaffen – für alle.
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