Heute ist der 19.05.2026, und in Ebersberg hat die erste Kreistagssitzung der neuen Wahlperiode stattgefunden. Ein spannender Tag für die 30 neuen Kreistagsmitglieder, die jetzt die Hälfte des Gremiums ausmachen. Es wurde viel diskutiert, und die Wogen gingen hoch, insbesondere als die AfD-Fraktion versuchte, Harald Süpfle als zusätzlichen Stellvertreter des Landrats zu benennen. Doch der Antrag wurde abgelehnt. Damit bleibt es bei den vier bekannten Stellvertretern: Magdalena Föstl von der CSU, Ottilie Eberl von den Grünen, Bianka Poschenrieder von der SPD und Ludwig Maurer von den Freien Wählern. Walter Brilmayer, der Altbürgermeister, bleibt Erster Stellvertreter des Landrats und erhält dafür eine Aufwandsentschädigung von 603 Euro – ein deutlicher Unterschied zu den 4200 Euro, die in Freising gezahlt werden.
Ein weiterer spannender Punkt auf der Agenda war der Antrag der Grünen, die Kreis-Rechnungsprüfung in die Hände der stärksten Oppositionspartei zu legen. Auch dieser wurde abgelehnt. Stattdessen wurde Günter Scherzl von den Freien Wählern zum Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses gewählt. Die Technisierung der Kreistagssitzungen hat einen Schritt nach vorne gemacht: Künftig können bis zu 20 der 60 Gremiumsmitglieder an den Sitzungen per Videoschalte teilnehmen. Ein echter Fortschritt, könnte man sagen!
AfD und die Wählerstimmen
Die AfD war in Ebersberg schon immer ein heißes Eisen – 2013 in der Region gegründet, hat sie sich jedoch nicht zu einer Hochburg entwickelt. Bei der Kreistagswahl 2026 verdoppelte die AfD ihre Sitze im Kreistag auf sechs, mit 10,5% der Stimmen. Christoph Birghan, der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete, ist einer der Neuen im Gremium. Er erhielt 25.004 Stimmen, gefolgt von seiner Frau Kathrin und Hubert Würz. Die Zustimmung zur AfD variiert stark in den einzelnen Kommunen: von 8,6% in Vaterstetten bis zu 20,8% in Frauenneuharting, der Heimatgemeinde von Birghan. Komisch, wie sich die Stimmung in den Gemeinden so unterschiedlich anfühlt!
Übrigens, während der Sitzung gab es auch eine eindringliche Warnung vor dem Einfluss der AfD. Etwa 20 Vertreterinnen der Omas gegen Rechts demonstrierten mit Gstanzln vor dem Landratsamt. Ein Zeichen der Zivilgesellschaft, das nicht übersehen werden sollte. Landrat Robert Niedergesäß, der mit 56,7% der Stimmen im Amt blieb, versprach ein „Landratsamt der offenen Tür“ und betonte die Notwendigkeit konstruktiver Zusammenarbeit. Das klingt doch nach einem vernünftigen Ansatz, oder?
Die neuen Kräfte im Kreistag
Die Wahl brachte auch einige interessante Ergebnisse in den anderen Parteien. Die CSU bleibt mit 25 Sitzen die stärkste Kraft, gefolgt von den Grünen und der SPD. Thomas von Sarnowski, der für die Grünen kandidierte, erhielt 30,4% der Stimmen, während Robert Niedergesäß von der CSU die Wahl für sich entschied. Bei den Freien Wählern erzielte Ludwig Maurer, der auch im neuen Kreistag sitzt, 19.633 Stimmen – eine solide Leistung. Und auch die SPD konnte mit Doris Rauscher, die 23.862 Stimmen erhielt, einen starken Eindruck hinterlassen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Landschaft in Ebersberg weiterentwickeln wird. Die neuen Mitglieder haben frischen Wind in den Kreistag gebracht, aber die Herausforderungen sind groß. Mit der AfD, die immer mehr Stimmen gewinnt, und den anderen Parteien, die versuchen, ihre Positionen zu behaupten, wird es spannend zu sehen, wie sich die Zusammenarbeit gestalten wird. Ebersberg bleibt ein Ort voller politischer Dynamik und es wird sich zeigen, ob der Kurs des Landratsamtes der offenen Tür die gewünschten Früchte trägt.