Am 10. Juni dürfen sich Interessierte auf einen spannenden Vortrag von Dr. Heiko Wendorff, dem Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Ebersberg München Ost, freuen. Thema ist die Gesundheit unserer Halsschlagader, auch Carotis genannt. Diese wichtigen Blutgefäße versorgen unser Gehirn mit frischem Blut. Wenn sie verengt sind, wie das bei Carotisstenosen der Fall ist, kann das fatale Folgen haben – bis hin zu Schlaganfällen. Und das will wirklich niemand erleben, oder?

Ein paar wichtige Risikofaktoren gibt es, die man im Auge behalten sollte. Diabetes ist da ganz vorne mit dabei. Erhöhte Blutzuckerwerte können die Innenwände der Blutgefäße schädigen. Auch Bluthochdruck spielt eine große Rolle – der systolische Wert sollte zwischen 120 und 130 liegen. Höhere Werte sind alles andere als gut für unsere Gefäße. Und dann ist da noch das böse Cholesterin, insbesondere der LDL-Wert. Hohe Werte führen zu Ablagerungen in den Gefäßen, was als Arteriosklerose bekannt ist. Und nicht zu vergessen: Rauchen. Nikotin ist wie ein Feind im eigenen Haus, der die Gefäßwände schädigt. Ein kompletter Verzicht ist da der einzige Weg zur Besserung.

Schlaganfallgefahr und Symptome

Die Gefahr eines Schlaganfalls steigt mit einer verengten Halsschlagader erheblich. Gerade ältere Menschen ab 65 Jahren sind besonders gefährdet. Statistisch gesehen haben bis zu 15% dieser Altersgruppe stark verengte Halsschlagadern. In Deutschland leiden über eine Million Menschen sogar an einer Verengung von mehr als 50% in der Arteria carotis. Schwindel, Taubheitsgefühle und Sehstörungen sind einige der Symptome, die auf ein Problem hinweisen können. Ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte, ist die Amauris fugax – ein kurzfristiger Sehausfall auf einer Seite. Wenn das passiert, sollte man sofort zum Arzt!

Die Diagnose erfolgt häufig durch eine Ultraschalluntersuchung, die man auch beim Hausarzt machen lassen kann. In Ebersberg gibt es sogar ein kostenloses Präventionsprojekt namens INVADE. Und wenn es wirklich kritisch aussieht, können bildgebende Verfahren wie CT- oder MR-Angiografie zum Einsatz kommen. Aber keine Panik – eine enge Kontrolle und medikamentöse Behandlung sind oft ausreichend, um das Risiko zu senken. Die Entscheidung, ob operiert werden muss, treffen Experten aus verschiedenen Bereichen: Gefäßchirurgen, Neurologen und Radiologen arbeiten hier Hand in Hand.

Behandlungsoptionen und Lebensstil

Wenn es um die Behandlung von Carotisstenosen geht, sind die Optionen vielfältig. Eine offene Operation, auch Endarteriektomie genannt, beinhaltet das Freilegen der Arterie und das Entfernen der Verkalkungen – oft unter lokaler Betäubung. Diese Methode hat den Vorteil, dass das Risiko für Schlaganfälle während des Eingriffs geringer ist als bei einem Kathetereingriff, der meist für jüngere Patienten unter 70 Jahren geeignet ist. Es gibt tatsächlich Menschen, die von einer Operation mehr profitieren, wenn sie jünger und gesünder sind.

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Doch bevor man zum Skalpell greift, sollten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen behandelt werden. Lebensstiländerungen sind hier Gold wert! Normalisierung des Körpergewichts, Nikotinverzicht und regelmäßige Bewegung sind essenziell. Das sind kleine Schritte, die große Auswirkungen haben können.

Prävention ist alles

Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 248.000 Menschen wegen eines akuten Schlaganfalls stationär behandelt – eine Volkskrankheit, die so viele von uns betrifft. Über 37.000 Menschen starben 2022 an den Folgen eines Schlaganfalls. Umso wichtiger ist es, Verengungen der Halsschlagader frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Professor Dr. med. Farzin Adili von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin betont die Bedeutung von Prävention und rechtzeitiger Intervention.

Es gibt klare Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte: Plötzliche Sehstörungen, Sprachprobleme oder Taubheitsgefühle – bei solchen Symptomen sollte man umgehend den Notruf 112 wählen. In Kliniken mit speziellen Schlaganfall-Einheiten kann schnell festgestellt werden, ob eine relevante Verengung der Halsschlagader vorliegt. Und nicht jede Verengung muss operiert werden. Die Schwere der Verengung, die Beschaffenheit der Plaque und das individuelle Risiko entscheiden darüber, welche Behandlung nötig ist.

Die europäische Leitlinie empfiehlt eine „beste medikamentöse Therapie“ zur Behandlung von Risikofaktoren. Dazu gehören die Senkung des LDL-Cholesterins, die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker sowie ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung. Prävention ist die beste Strategie – für ein gesundes Leben und einen klaren Kopf!