Heute ist der 14.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Entwicklung im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in Deutschland. Die Unternehmen haben erkannt, dass die Gesundheit ihrer Mitarbeiter nicht nur ein wichtiger Aspekt des Arbeitslebens ist, sondern auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen kann. Besonders in Zeiten alternder Belegschaften – 23% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren 2022 bereits 55 Jahre oder älter – stellt sich die Frage, wie man die Gesundheit der Mitarbeiter aktiv fördern kann.

Es sind nicht nur die körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen, von denen viele Menschen betroffen sind – 60-80% leiden irgendwann darunter – sondern auch psychische und chronische Erkrankungen nehmen zu. Oft sind Zeit- und Wettbewerbsdruck die Auslöser. Um dem entgegenzuwirken, setzen Unternehmen verstärkt auf ergonomische Arbeitsplätze und kurze Bewegungseinheiten. Eine Studie der Tokyo University of Agriculture and Technology hat gezeigt, dass schon minimale körperliche Aktivität das Wohlbefinden erheblich verbessert. Besonders für die Generation 50+ sind gezielte Bewegungspausen von großer Wichtigkeit.

Die drei Säulen des Gesundheitsmanagements

Erfolgreiches BGM ist kein Zufallsprodukt, sondern erfordert eine enge Verzahnung von Arbeitsschutz, betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) und betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM). Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, den Arbeits- und Gesundheitsschutz umzusetzen. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gibt hier den Rahmen vor. Ziel ist es, Gefährdungen für Leben und Gesundheit zu vermeiden und zu minimieren – sei es durch die Beurteilung von Arbeitsplätzen oder die Analyse von Arbeitsabläufen.

Das BEM ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben und soll länger erkrankte Mitarbeiter schrittweise ins Arbeitsleben zurückführen. Es ist eine Pflicht, wenn ein Arbeitnehmer mehr als 42 Tage innerhalb von 12 Monaten arbeitsunfähig war. Die Teilnahme am BEM ist freiwillig, aber die Unterstützung durch den Arbeitgeber ist essenziell, um einen reibungslosen Wiedereinstieg zu gewährleisten.

Gesundheitsförderung – Ein Gewinn für alle

Die BGF hingegen ist freiwillig, aber dennoch ein wichtiges Instrument, um Gesundheitsangebote am Arbeitsplatz auszubauen. Hier können Arbeitgeber kreativ werden, sei es durch Bewegungsförderung, Ernährungsberatung oder Suchtprävention. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben hier einen Vorteil: Sie können schneller und unbürokratischer auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung können zudem von gesetzlichen Krankenkassen unterstützt werden, was eine zusätzliche Motivation sein kann.

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Ergonomie im Homeoffice wird ebenfalls zunehmend gefragt – viele Unternehmen investieren in ergonomisches Mobiliar und Akupressurmatten. Das Bundessozialgericht hat kürzlich auch den Weg vom Bett zum Schreibtisch im Homeoffice als versicherten Betriebsweg anerkannt. Das zeigt, wie wichtig der Gesundheitsschutz auch in dieser neuen Arbeitswelt ist.

Eine interessante Entwicklung: Das Hessische Finanzministerium wurde für sein Programm „jobfit“ mit dem Corporate Health Award ausgezeichnet. Solche regionalen Initiativen können auch anderen Unternehmen als Vorbild dienen, um in das BGM einzusteigen. Die Nachfrage nach BGM-Fachkräften steigt, und Unternehmen suchen gezielt nach Experten für Gesundheitsaktionen. Die Zeit ist reif, um das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz endlich ganz oben auf die Agenda zu setzen!