Am 13. Juni 2026 machte sich Landtagspräsidentin Ilse Aigner auf den Weg zur Herzog-Tassilo-Realschule in Dingolfing. Im Rahmen des Projekts „Schule trifft Landtag“ hatte sie die Gelegenheit, direkt mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ein Austausch, der nicht nur für die Schüler, sondern auch für Aigner selbst ganz besondere Bedeutung hatte. „Das Zusammenführen von Menschen ist mir wichtig“, erklärte sie. Und tatsächlich, es sprühte förmlich vor Enthusiasmus, als sie die Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete.

Themen wie Wehrdienst, Atomausstieg und die Nutzung sozialer Medien standen auf der Agenda. Aigner, die ihre eigene Schulzeit in einer Realschule verbracht hatte und dort als Schülersprecherin erste demokratische Erfahrungen sammelte, fühlte sich sofort in die Sorgen und Ängste ihrer Zuhörer hinein. Besonders betroffen waren die Schülerinnen und Schüler von aktuellen Themen wie dem Krieg und äußerten kritische Fragen zum freiwilligen Wehrdienst. Aigner gestand, dass die Abschaffung der Wehrpflicht ein Fehler war. Aber sie beruhigte die Schüler: „Ich sehe keine unmittelbare Kriegsgefahr, jedoch müssen wir verteidigungsfähig bleiben.“

Ein Blick auf den Atomausstieg

Der Atomausstieg war ein weiteres heißes Thema. Aigner äußerte sich klar: „Der Atomausstieg ist richtig, aber aufgrund steigender Energiepreise wäre eine Verschiebung besser gewesen.“ Die Diskussion über erneuerbare Energien brachte sie dazu, auf die Notwendigkeit fossiler Energien für die Grundlastfähigkeit hinzuweisen. Ein Balanceakt, den sie als essenziell für die Zukunft betrachtete. Schüler und Schülerinnen nahmen das interessiert zur Kenntnis, während sie selbst das Gefühl hatten, hier aktiv mitgestalten zu können.

Soziale Medien wurden ebenfalls thematisiert. Aigner warnte vor der Verbreitung von Fehlinformationen und Sensationsgier. „Ich nutze soziale Medien, aber sie sind ein zweischneidiges Schwert“, sagte sie. Diese Plattformen bieten viele Möglichkeiten, können aber auch zu einer Fragmentierung der Gesellschaft führen, wie zahlreiche Kritiker feststellen. Soziale Medien sind in der heutigen Zeit ein wichtiges Werkzeug, um Informationen zu verbreiten und Menschen zu vernetzen. Tatsache ist, dass 2022 jeder zweite Deutsche ab 14 Jahren wöchentlich soziale Medien nutzte – bei den 14- bis 29-Jährigen sogar 88 Prozent! Da stellt sich die Frage, wie diese Medien die politische Partizipation beeinflussen.

Die Rolle der Jugend in der Politik

Die politische Partizipation von Jugendlichen ist ein zentrales Thema, das auch in der Schule behandelt wird. Jugendliche erleben Politik durch soziale Medien, Demonstrationen, Schulmitwirkung und Aktivismus. In einer Unterrichtsreihe zur politischen Partizipation wird untersucht, wie demokratische Beteiligung zwischen Anspruch und Wirklichkeit funktioniert. Ein Aspekt, der in der Diskussion mit Aigner ebenfalls zur Sprache kam. Schüler können durch Quizze ihr Wissen testen und wurden für ihre Leistungen mit kleinen Preisen belohnt. Aigner, die den Schülern als sympathisch und ehrlich beschrieben wurde, stellte klar, dass politische Bildung und die Entwicklung von Medienkompetenz unerlässlich sind.

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Es ist erstaunlich, wie vielschichtig die Themen sind, die junge Menschen bewegen. Während Aigner den Schülern von ihrer eigenen politischen Laufbahn erzählte, kamen auch lokale Politiker zu Wort. Landtagsabgeordnete Petra Loibl, Bürgermeister Valentin Walk und Landrat Werner Bumeder waren ebenfalls anwesend und unterstützten die Diskussion, die für alle Anwesenden sowohl lehrreich als auch inspirierend war.

Am Ende bleibt die Frage: Wie wird die politische Beteiligung junger Menschen in Zukunft aussehen? Die Antworten sind so bunt und vielseitig wie die Schülerinnen und Schüler selbst, die an diesem Tag das Gefühl hatten, dass ihre Stimmen gehört werden. Und vielleicht ist es genau das, was die Politik der Zukunft braucht – frische Perspektiven und eine engagierte Jugend, die bereit ist, mitzugestalten.