Am vergangenen Samstag war es endlich so weit: Die Freiwillige Feuerwehr Zeholfing, im schönen Landkreis Dingolfing-Landau, stellte ihr neues Einsatzfahrzeug, das LF 10, feierlich in Dienst. Die Atmosphäre in der Pfarrkirche war durchweg festlich, als Stadtpfarrer August Lindmeier das Fahrzeug segnete. Vor der Weihe gab es einen bewegenden Gottesdienst, der den verstorbenen Feuerwehrmitgliedern gewidmet war. Hierbei sorgte die Blaskapelle Führmann mit der Schubert-Messe für eine musikalische Umrahmung, die dem Anlass eine besondere Note verlieh.
Ein Festzug führte von der Kirche zum Feuerwehrhaus, wobei Fahnenjunker Korbinian Zauner die Vereinsfahne stolz vorantrug. Kommandant Tobias Kirschner berichtete von der Entstehungsgeschichte des Projekts, die bereits 2022 mit den ersten Planungen begann. Die offizielle Beantragung der Ersatzbeschaffung folgte dann im Jahr 2023. Das neue Fahrzeug traf im September 2025 ein und wurde Ende Oktober in Dienst gestellt. Es hat bereits beeindruckende 16 Einsätze absolviert – ein Zeichen für die unermüdliche Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.
Technische Details und Investition
Das LF 10 beeindruckt nicht nur durch seine Ausstattung, sondern auch durch seine technischen Daten. Mit einem Allradantrieb und rund 320 PS bringt es ein Gewicht von 14 Tonnen auf die Waage. Der Aufbau stammt von Rosenbauer und das Fahrzeug ist mit einer Kapazität von 1600 Litern Löschwasser ausgestattet. Die Pumpenleistung erreicht bis zu 3600 Liter pro Minute – das ist schon eine Ansage! Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über ein Notstromaggregat mit 14 kVA, was für die Feuerwehr von unschätzbarem Wert ist.
Die Investition von rund 600.000 Euro, abzüglich eines Zuschusses von 100.000 Euro seitens der Regierung von Niederbayern, wurde von 2. Bürgermeister Martin Aigner gewürdigt. KBI Johannes Pichlmayer hob die Tradition der kirchlichen Segnung von Feuerwehrfahrzeugen hervor und betonte den Zusammenhalt der Feuerwehren. Auch die Ehrungen des Teams der Fahrzeugbeschaffung, bestehend aus Stefan Lenz, Martin Schranz, Hans Windecker, Alexander Haslbeck und Hans Nüßl jun., waren ein wichtiges Element der Feier. Besonders Hans Windecker wurde für sein Fachwissen bei Fahrzeugbeschaffungen gelobt.
Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus
Während die Feuerwehr Zeholfing feierte, gibt es auch in anderen Bundesländern spannende Entwicklungen. In Baden-Württemberg wird erstmals eine Sammelbeschaffung für Feuerwehrfahrzeuge durchgeführt. Dort werden gleich 69 Löschgruppenfahrzeuge vom Typ LF 10 ausgeschrieben. Die interessierten Gemeinden hatten bis zum 15. Februar die Möglichkeit, ihre Teilnahme an der Beschaffung „LF 10 BW 2025“ zu erklären. Ein Kaufpreis von 550.000 Euro pro Fahrzeug ist in diesem Rahmen angedacht, wobei von einer „deutlichen Einsparung“ bei den Anschaffungskosten ausgegangen wird. Das Innenministerium hat sogar die Marktverfügbarkeit geprüft.
Die Idee hinter dieser Sammelausschreibung, die von Thomas Egelhaaf, dem Landesbranddirektor, initiiert wurde, ist es, kleinen Gemeinden unter die Arme zu greifen und den Vergabeaufwand zu reduzieren. Auch in Mecklenburg-Vorpommern hat eine ähnliche Sammelausschreibung bereits Früchte getragen und Einsparungen von 15% ermöglicht. So profitieren die kleinen Feuerwehren nicht nur von einer einfacheren Beschaffung, sondern auch von der Möglichkeit, professionellere Fahrzeuge zu erhalten.
Der Rahmen für die Zukunft
Die Bedeutung der Beschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge ist für viele Feuerwehren von enormer Tragweite. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) hat dazu die Fachempfehlung „Die Ausschreibung und Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen“ aktualisiert. Diese neunzigseitige Unterlage gibt praxisnahe Hinweise zur Haushaltsplanung und rechtssicheren Auftragsabwicklung. Die Empfehlungen richten sich an kommunale Entscheidungsträger und Verantwortliche in Feuerwehren und beleuchten den gesamten Beschaffungsprozess. So wird klar, dass die Investitionen in die Ausstattung nicht nur notwendig, sondern auch gut geplant sein müssen.
Die Feier in Zeholfing klang schließlich im Feuerwehrhaus bei Bewirtung aus. Hier wurde gefeiert, gelacht und der Zusammenhalt der Gemeinschaft gefeiert. Jede Investition in die Feuerwehr ist auch eine Investition in die Sicherheit der Bürger – und das ist in jeder Hinsicht Gold wert.