Es war ein ganz besonderer Tag in Aufhausen, als der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) sein 55-jähriges Bestehen feierte. Unter dem Leitgedanken „Wo Frauen sich begegnen, wachsen Gemeinschaft und Zuversicht“ versammelten sich zahlreiche Frauen, Wegbegleiterinnen und Gäste, um gemeinsam auf eine bewegte Vereinsgeschichte zurückzublicken. Die Feierlichkeiten begannen mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. Für den musikalischen Genuss sorgte ein Projektchor unter der Leitung von Regina Kaltenecker, während Pfarrer Josef Jacek und seine Mitstreiter die Zeremonie mit Herz und Seele gestalteten.
Einige der Anwesenden hatten das Glück, in den letzten Jahrzehnten einen tiefen Blick in die Geschichte des Frauenbundes werfen zu können. Die Erinnerungen an die Gründung im Heublsaal am 12. Juli 1971 durch 30 engagierte Frauen sind noch frisch. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Themen und Herausforderungen im Laufe der Zeit verändert haben, während der Fokus auf der Stärkung der Gemeinschaft und der Gleichberechtigung der Frauen stets im Vordergrund blieb. Gerade die Ehrung langjähriger Mitglieder, die teilweise seit 25, 30 oder sogar 35 Jahren dabei sind, verdeutlichte, wie stark die Bindung untereinander ist.
Ein Blick zurück und nach vorn
Während der Feierlichkeiten im Gasthaus Flexeder in Exing, wo es eine herzliche Atmosphäre gab, wurden die Namen der Gründungsmitglieder mit Applaus bedacht. Für viele war dies ein emotionaler Moment, der alte Wunden heilen ließ, die durch die nicht gefeierte 50-Jahr-Feier während der Corona-Pandemie entstanden waren. In den Grußworten wurde die Bedeutung des Vereins für das gesellschaftliche und kirchliche Leben gewürdigt. Die Ehrengäste, darunter Bürgermeister Josef Beham und die stellvertretende Diözesanvorsitzende Adelinde Grad, ließen keinen Zweifel daran, wie wichtig der KDFB ist – nicht nur für die Frauen, sondern für die gesamte Gemeinschaft.
Der KDFB, der 1903 in Köln gegründet wurde, hat eine lange Tradition im Einsatz für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit. Die Umbenennung in Katholischer Deutscher Frauenbund im Jahr 1921 markierte einen weiteren Schritt in der Entwicklung dieses engagierten Verbands. Die Themen Gleichberechtigung, gleicher Lohn und die Professionalisierung der sozialen Arbeit stehen bis heute im Mittelpunkt der Arbeit. Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die zeigt, wie wichtig Bildung für Frauen war und nach wie vor ist, um sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen.
Eine Feier voller Emotionen
Die Feier selbst war gespickt mit kleinen Highlights: Ein Sketch von Claudia Beierl, Claudia Kurz und Lisa Mehlstäubl sorgte für herzhaftes Lachen und lockerte die Stimmung auf. Michael Hartmann mit seiner steirischen Harmonika brachte die Gäste zum Schunkeln. Und nicht zu vergessen, jeder Gast erhielt einen kleinen Schlüsselanhänger – eine liebevolle Erinnerung an diesen besonderen Tag. Immer wieder hörte man persönliche Gespräche, das Lachen und die Freude, die den Raum erfüllten. Es war, als ob die Zeit stillstand, während sich alte Freundschaften und neue Bekanntschaften entwickelten.
In Zeiten geopolitischer Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen ist der Einsatz für Gleichberechtigung und die Stärkung der Demokratie wichtiger denn je. Der KDFB, der politisch neutral auftritt, ist dennoch ein wichtiger Akteur im Diskurs über Frauenrechte. Die Frauen, die nicht nur als Mitglieder, sondern auch als aktive Gestalterinnen der Gesellschaft fungieren, haben die Möglichkeit, durch ihre Stimme und ihr Engagement einen Unterschied zu machen. Ein zukunftsorientierter Ansatz, der nicht nur für die Frauen selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist.
So schließt sich der Kreis: Der KDFB ist nicht nur ein Verein, sondern ein lebendiges Netzwerk, das Frauen verbindet und stärkt. Man spürt die Ermutigung, die von den langjährigen Mitgliedern ausgeht, und die Zuversicht, die in den kommenden Jahren weiterwachsen wird. Die Feier in Aufhausen war nicht nur ein Rückblick, sondern ein kraftvoller Ausblick auf das, was noch kommt.