Ein Ort des Lichts: Altomünster feiert die Eröffnung des generationsübergreifenden Rotkreuz-Viertels
In Altomünster hat sich am Brechfeld ein neuer Ort des Lebens und Miteinanders eröffnet. Dort, wo einst nur eine leere Fläche war, stehen jetzt eine Seniorentagesstätte und geförderte Wohnungen, die nicht nur den älteren Mitbürgern, sondern auch deren Familien eine große Entlastung bieten sollen. Bei strahlendem Sonnenschein fand die feierliche Einweihung statt. Der evangelische Pfarrer Ulrich Leser nannte die neue Einrichtung eine „Stätte des Lichts“ – ein schöner, hoffnungsvoller Gedanke für alle, die hier ein neues Zuhause finden.
Bürgermeister Michael Reiter war sichtlich stolz, als er zahlreiche Festgäste willkommen hieß. Architekten, Vertreter der Baufirmen und des BRK waren gekommen, um das innovative Vorzeigeprojekt zu feiern. Mit einem finanziellen Volumen von 4,2 Millionen Euro hat das Projekt eine ordentliche Dimension – 550.000 Euro davon stammen aus dem bayerischen Förderprogramm „PflegeSoNah“. Reiter sprach auch die Herausforderungen an, die mit steigenden Baukosten und Fördervorgaben verbunden sind, aber letztlich überwogen die positiven Aspekte.
Ein Ort für die Gemeinschaft
Die Seniorentagesstätte bietet 24 Tagespflegeplätze, die speziell zur Entlastung pflegender Angehöriger eingerichtet wurden. Das Besondere an diesem Projekt: Es wurde in enger Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft Landkreis Dachau (WLD) realisiert. Fünf der geförderten Wohnungen sind durch das kommunale Wohnraumförderungsprogramm entstanden und sollen als bezahlbarer Wohnraum fungieren. Der Standort, so WLD-Chef Stefan Reith, ist ideal – in unmittelbarer Nähe zu BRK-Kindertagesstätten und dem Pflegeheim. Das Areal wird als generationsübergreifendes „Rotkreuz-Viertel“ beschrieben, wo Jung und Alt zusammenkommen sollen.
Die Bauweise ist ebenfalls bemerkenswert. In Holzhybrid-Bauweise mit Dachbegrünung und lichtdurchfluteten Räumen wird hier Wert auf ökologische Ansprüche gelegt. Der Architekt Josef Obesser aus Wollomoos und die Bauunternehmung Roland Schweiger aus Altomünster haben lokale Betriebe beauftragt, um das Projekt zu realisieren. Die ersten Pläne entstanden bereits im Juni 2020, und nun, wo die Einweihung gefeiert wird, ist auch die Fertigstellung der letzten Bauabschnitte für Mitte 2026 geplant.
Ein Blick in die Zukunft
Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath sprach in seiner Ansprache über die Notwendigkeit solcher Einrichtungen aufgrund der demographischen Entwicklung. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist ein Thema, das nicht nur Altomünster betrifft. Auch in einem größeren Kontext betrachtet, zeigt das Netzwerk „Soziales neu gestalten“ (SONG), dass innovative Ansätze in der Altenpflege und Quartiersentwicklung gefragt sind. Diese Initiative beschäftigt sich seit 2006 mit Fragen der Zukunft von Pflege und Teilhabe. Sie bietet Impulse für neue Wohnformen und fördert den Austausch zwischen Bürgern, Fachkräften und sozialen Einrichtungen.
In Altomünster wird mit der Seniorentagesstätte ein weiterer Schritt in diese Richtung unternommen. Es ist ein Ort, der nicht nur für Senioren gedacht ist, sondern auch ihre Familien entlasten soll. Ein Ort, an dem man sich begegnet, unterstützt und gemeinsam wächst – ganz im Sinne einer sozialen Gemeinschaft. Die Begeisterung und der Optimismus, die bei der Einweihung spürbar waren, lassen auf eine positive Entwicklung hoffen. Hier wird wirklich etwas geschaffen, das weit über die vier Wände hinausgeht.
