Die Magie der Cham-Keramik: Ein bedrohtes Erbe im Herzen Vietnams
Im kleinen, aber feinen Dorf Bau Truc in der Provinz Khanh Hoa, Vietnam, pulsiert das alte Handwerk der Cham-Keramik. Hier wird die Töpferkunst seit Jahrhunderten in traditioneller Form ausgeübt – und das ohne moderne Töpferscheiben oder Glasuren. Die Kunsthandwerker, die diese Techniken beherrschen, sind echte Schätze, aber leider auch stark gefährdet. Die UNESCO hat die Cham-Keramik als „dringend schutzbedürftig“ eingestuft und die Herausforderungen wachsen. Es gibt immer weniger erfahrene Kunsthandwerker, und der Nachwuchs zeigt oft kein Interesse. Auch die Tonvorkommen im Quao-Fluss, die für die Töpferkunst unverzichtbar sind, nehmen rapide ab. Ein besorgniserregender Zustand für ein Handwerk, das nicht nur Kunst, sondern auch kulturelle Identität repräsentiert.
Die Töpferkooperative Bau Truc Cham zieht am Wochenende viele Besucher an, die die Kunsthandwerker bei ihrer Arbeit beobachten. Frau Truong Thi Gach, eine erfahrene Töpferin mit über 50 Jahren Erfahrung, hat Tausende von Töpferwaren geschaffen, die das Erbe der Cham-Kultur verkörpern. Sie ist nicht nur eine Meisterin ihres Fachs, sondern auch eine Hüterin des Wissens, das an die nächste Generation weitergegeben werden muss. Die Frauen der Cham-Kultur spielen eine zentrale Rolle im Formgebungsprozess. Der Ton wird an den Ufern des Quao-Flusses gewonnen und das Brennen erfolgt im Freien über Holzfeuer, was den Töpferwaren ihre charakteristischen Farben verleiht.
Herausforderungen und Chancen
Doch trotz der Schönheit und kulturellen Bedeutung der Cham-Keramik stehen die Kunsthandwerker vor enormen Herausforderungen. Geringe Einkommen und die Unsicherheit über die Zukunft des Handwerks hindern junge Menschen daran, sich diesem Beruf zuzuwenden. Dr. Nguyen Duy Thieu hat die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Töpferkunst der Cham betont, und der Verlust dieses Wissens wäre nicht nur ein Verlust für die Gemeinde, sondern für die gesamte Menschheit. Das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus hat ein Projekt zur Förderung des kulturellen Erbes bis 2030 genehmigt, aber bis jetzt sind die finanziellen Mittel eher dünn gesät.
Ein Lichtblick könnte die Entwicklung eines erlebnisorientierten Tourismus sein. Die Idee ist, dass Touristen nicht nur Keramik kaufen, sondern auch aktiv daran teilnehmen – sei es beim Formen von Keramik oder beim Übernachten bei Cham-Gastfamilien. So könnten Besucher nicht nur ein Stück Cham-Kultur mit nach Hause nehmen, sondern auch das Wissen und die Traditionen direkt erleben. Die Provinz plant, die funktionale Zonierung des Dorfes bis 2027 abzuschließen, um Rohstoffgewinnung, traditionelle Produktion und das Gastfamilienkonzept besser zu verknüpfen. Das klingt nach einem vielversprechenden Ansatz!
Der UNESCO-Bericht und die Zukunft
2026 steht vor der Tür – und damit ein wichtiger Meilenstein für die Cham-Kultur. Der Bericht, den Vietnam der UNESCO vorlegen muss, soll die Vitalität des Töpferhandwerks belegen und die aktive Beteiligung der Gemeinschaft am Schutz zeigen. Kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen könnten dabei helfen, die lebendige Fortführung der Töpferkunst zu beweisen. Es wird höchste Zeit, dass die Unterstützung der Kunsthandwerker und der Wissenstransfer in den Mittelpunkt rücken. Um den finanziellen Engpass zu beheben, sind kostengünstige Naturschutzmaßnahmen und die Trennung von großen Infrastrukturprojekten dringend erforderlich.
Die UNESCO selbst hat die Töpferkunst des Chăm-Volkes als bedroht eingestuft – ein weiterer Grund, warum jetzt gehandelt werden muss. Inzwischen haben über 600 Bräuche und Techniken ihren Platz auf den UNESCO-Listen gefunden, und jeder einzelne von ihnen erzählt eine Geschichte, die es wert ist, bewahrt zu werden. Die Cham-Kultur, mit ihren religiösen Bauwerken, Festen und Traditionen, ist ein unverzichtbarer Teil der Geschichte und des kulturellen Erbes. Die Herausforderung, diese Traditionen lebendig zu halten, bleibt also von hoher Bedeutung. Und so bleibt der Blick auf Bau Truc und seine Kunsthandwerker voller Hoffnung und Aufregung. Man muss nur den richtigen Moment abpassen, um die Magie dieser alten Kunst zu erleben!
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