In der charmanten Bäckerei von Rotz in Zug hat man sich entschieden, dem Foodwaste den Kampf anzusagen. Und wie? Mit der Kraft der künstlichen Intelligenz! Seit Oktober 2022 nutzt das Team hier smarte Algorithmen, um den Bedarf an Backwaren präzise vorherzusagen. Das ist besonders wichtig, denn oft stehen kurz vor Ladenschluss noch viele Brote, Sandwiches und Torten unausgepackt herum – eine echte Herausforderung, wenn die Kundschaft frische Produkte erwartet.

In der Schweiz werden jährlich pro Kopf rund 330 kg Lebensmittel weggeworfen, ein alarmierender Zustand, der nicht nur viel zu teuer ist, sondern auch die Umwelt belastet. Ganze 7,5% der Klimabelastung in der Schweiz gehen auf die Kappe der Lebensmittelverschwendung. Um dem entgegenzuwirken, hat der Bund das Ziel ausgegeben, die Menge an weggeworfenen Nahrungsmitteln bis 2030 zu halbieren. In diesem Kontext hat die Bäckerei von Rotz ihren Anteil an übrig gebliebenen Produkten innerhalb von nur sechs Monaten von 18% auf 5-10% gesenkt. Ein echter Erfolg!

Intelligente Vorhersagen für frische Backwaren

Die KI, die hier zum Einsatz kommt, hat einen beeindruckenden Hintergrund. Sie analysiert Daten aus den letzten zehn Jahren und berücksichtigt Faktoren wie Feiertage, Wetter und sogar den Monat. Denn, wie wir alle wissen, bei Regen und am Monatsende sinkt die Konsumbereitschaft. Die Zürcher Firma Go Nina, die diese Technologie entwickelt hat, berichtet von einer Reduktion der Retouren um bis zu 52% und einer Umsatzsteigerung von bis zu 6%. Und das ist nur der Anfang!

Ähnlich wie in Deutschland, wo man sich vorgenommen hat, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um 50% zu reduzieren, haben auch hierzulande neue Technologien Einzug gehalten. In Deutschland werden jährlich etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, und ein Großteil davon stammt aus privaten Haushalten. Auch hier sind es über 6 Millionen Tonnen, die in unseren Küchen landen, und das sind pro Kopf etwa 75 kg. Ein ganz schön dicker Brocken – oder besser gesagt, ein dicker Keks!

Die ganze Wertschöpfungskette im Blick

Das Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV hat sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben, KI-Methoden zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu erforschen. Durch die Zusammenarbeit mit 18 Partnern aus der Industrie sollen komplexe Prozesse optimiert werden. Der Ansatz ist vielschichtig: Überproduktion, Qualitätsschwankungen und hohe optische Anforderungen sind nur einige der Ursachen. Hier kommt die REIF-Plattform ins Spiel, die die gesamte Wertschöpfungskette analysiert und Optimierungspotenziale aufdeckt. Sie nutzt verschiedenste Datenquellen, von Wetterdaten bis hin zu Google-Trends, um genauere Prognosen für den Lebensmittelbedarf zu erstellen.

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Das Ziel ist klar: Minimierung von Verlusten durch schlechte Qualität und eine effiziente Produktionsplanung. So könnte man beispielsweise die Haltbarkeit von Fleischwaren durch Anpassung des Mischvorgangs optimieren. Das klingt nach einer echten Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Letztlich profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch wir Verbraucher von frischen, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.

Ein gemeinsames Ziel: Weniger Verschwendung, mehr Genuss

Ässbar, eine Organisation in der Schweiz, hat sich ebenfalls einen Platz im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung erkämpft. Sie holen übrig gebliebene Backwaren ab und verkaufen diese unter dem Motto „frisch von gestern“. Mit zehn Standorten in der Schweiz und einem Jahresverkauf von rund 800 Tonnen Backwaren leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung von Foodwaste. Übrige Produkte werden zudem teilweise weiterverarbeitet oder an Bauern zur Tierfütterung gegeben.

Die Herausforderungen sind groß, aber die Innovationskraft in der Lebensmittelbranche zeigt, dass wir mit kreativen Ansätzen und moderner Technologie einen Unterschied machen können. Und das ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für unseren Gaumen eine Bereicherung!

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