Heute ist der 1.06.2026 und in Berchtesgadener Land gibt es ein Thema, das viele von uns beschäftigt: die Medienabhängigkeit, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Man könnte fast sagen, wir leben in einer digitalen Welt, in der Smartphones die Hauptdarsteller sind – und das nicht immer zum Besten. Ein Beispiel, das uns alle zum Nachdenken anregen sollte: Das Kind Lena, das so stark auf ihr Smartphone fixiert ist, dass es zu ernsthaften Kommunikationsproblemen mit ihren Eltern führt. Dr. Anke Joas, stellvertretende Chefärztin an der Klinik Schönsicht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau solche Herausforderungen zu beleuchten.
Die Realität ist, dass viele Kinder und Jugendliche, ja sogar Erwachsene, anfällig für Medienabhängigkeit sind. Wenn man sich das so überlegt, ist das beängstigend. Diese Abhängigkeit kann zu einem „Umbau im Gehirn“ führen, was bedeutet, dass es zu Entwicklungs- und Verhaltensstörungen kommen kann. Die Begleiterscheinungen sind alles andere als harmlos: schlechtere schulische Leistungen, Verlust sozialer Kontakte, Hobbys, die plötzlich in den Hintergrund geraten, sowie psychische Probleme wie Depressionen und Angststörungen. Das sind ernsthafte Themen, die wir nicht ignorieren können.
Ein Pilotprojekt gegen die digitale Abhängigkeit
In der Klinik Schönsicht hat man ein deutschlandweit einmaliges Modellprojekt namens „MeKi“ ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein Rehabilitationsprogramm für betroffene Kinder und Jugendliche. Der Therapieansatz ist dabei spannend: Kindern soll eine Welt abseits des Bildschirms gezeigt werden. Das klingt fast wie ein Abenteuer, oder? Freizeitaktivitäten und Eigenverantwortlichkeit stehen im Vordergrund, aber das ist nicht immer einfach. Die hohe Rückfallquote zeigt, dass es ein harter Kampf ist, der nicht mit einem Fingerschnippen gewonnen werden kann. Nachbesprechungen helfen dabei, die Ursachen zu ergründen und die Strategien zu verbessern.
Und was können Eltern tun? Nun, Dr. Joas empfiehlt, Struktur und zwischenmenschliche Aktivitäten zu fördern. Klare Regeln aufstellen und Verständnis zeigen – das klingt nach einem vernünftigen Plan. Aber ehrlich gesagt, wie oft haben wir selbst nicht Schwierigkeiten, den Kindern bei der Mediennutzung hinterherzukommen? Es ist wichtig, zu wissen, was unsere Kinder auf ihren Smartphones konsumieren. Ein wenig mehr Aufklärung und eine offene gesellschaftliche Diskussion über die Risiken der Mediennutzung könnten hier Wunder wirken.
Gesellschaftliche Verantwortung und Aufklärung
Die Zahlen sprechen für sich: Über 21% der 10- bis 17-Jährigen weisen riskante Nutzungsmuster auf. Das ist eine erschreckende Statistik, die uns zum Handeln auffordert. Dr. Joas hat klar formuliert, dass wir mehr Aufklärung benötigen. Und das nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern, die oft im Dunkeln tappen, wenn es um die digitale Welt ihrer Sprösslinge geht. Es ist eine Herausforderung, die uns alle betrifft und bei der wir gemeinsam anpacken müssen. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft zusammenarbeiten, um einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu fördern.
Die digitale Welt ist nicht nur ein Ort der Unterhaltung, sie kann auch Gefahren bergen, die wir nicht ignorieren dürfen. Wer hätte gedacht, dass die kleinen Geräte, die wir tagtäglich nutzen, solch einen Einfluss auf unsere Kinder haben können? Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und anpacken, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu fördern.