In Wolfratshausen tut sich gerade einiges. Das ehemalige Gelände von Haupt Pharma an der Pfaffenrieder Straße wird zum Schauplatz eines großen Wandels. Nachdem die Haupt Pharma Wolfratshausen GmbH Ende 2023 ihre Pforten schließt, hat der niederländische Konzern CTP, der größte börsennotierte Entwickler von Logistik- und Industrie-Immobilien in Europa, die Initiative ergriffen. Schon jetzt haben die Abrissarbeiten begonnen, um Platz für den neuen Gewerbepark „CTPark Wolfratshausen“ zu schaffen. Das Ganze erstreckt sich über mehrere Hektar – das ist eine Menge Platz für frische Ideen!

Die Schließung von Haupt Pharma trifft die Region hart. Rund 300 Arbeitsplätze gehen verloren, was für viele Menschen in der Umgebung eine kleine Katastrophe darstellt. Helmut Forster, der ehemalige Bürgermeister und nun aktuelle Wirtschaftsreferent, hat die Situation als äußerst bedauerlich beschrieben. Die Belegschaft wurde über die Schließungspläne informiert, eine Betriebsversammlung fand statt, und die Reaktionen der Mitarbeiter waren – so wird berichtet – „emotional unaufgeregt“. Das klingt fast schon stoisch, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht.

Ein neuer Anfang

Der CTPPark soll eine Gesamtfläche von etwa 29.000 Quadratmetern bieten, die sich flexibel an die Bedürfnisse der Mieter anpassen lässt – Einheiten von 500 bis 10.600 Quadratmetern sind im Angebot. Die geplante Nutzung sieht eine ausgewogene Mischung aus 50% Dienstleistungen und 50% Einzelhandel vor. Besonders spannend: Die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen hat bereits 4.400 Quadratmeter für ein neues Beratungscenter erworben. Man könnte sagen, hier wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Die Abrissarbeiten sind vom Landratsamt genehmigt worden, und im Rathaus von Wolfratshausen stehen interne Gespräche über das Projekt an. CTP ist aktiv auf der Suche nach Mietern, die von der guten Verkehrsanbindung profitieren möchten. Man fragt sich, wie sich all das entwickeln wird. Die Stadt und das Unternehmen stehen in intensivem Austausch, um die besten Lösungen für die Zukunft zu finden.

Die Herausforderung der Schließung

Die Schließung von Haupt Pharma ist nicht einfach nur ein wirtschaftlicher Rückschlag. Sie ist das Ergebnis eines Restrukturierungsprogramms der Aenova Group, zu der Haupt Pharma gehört. Die zusätzlichen Auflagen für die Sterilfertigung haben eine Sanierung des Standorts wirtschaftlich untragbar gemacht. Trotz intensiver Bemühungen konnte keine alternative Lösung gefunden werden. Aenova, mit Hauptsitz bei München und über 4.300 Mitarbeitern weltweit, hat sich bemüht, Perspektiven für die Mitarbeitenden zu schaffen und Projekte in Absprache mit den Kunden abzuwickeln. Doch die Realität ist, dass eine Betriebsversammlung nicht die drückenden Sorgen der Belegschaft lindern kann.

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Es ist interessant zu betrachten, wie solche Entwicklungen in der Unternehmensdemografie erfasst werden. Die amtliche Statistik verfolgt die Gründungs- und Schließungsgeschehen von Unternehmen und analysiert deren Bestand am Markt. Ab 2018 wurde eine neue Definition von „Unternehmen“ gemäß den europäischen Vorgaben eingeführt. So wird beispielsweise die Überlebensrate von Handwerksunternehmen betrachtet, was für die regionale Wirtschaft von Bedeutung ist.

Wolfratshausen steht also am Wendepunkt. Der Verlust von 300 Arbeitsplätzen und die Schließung eines Unternehmens, das auf die Entwicklung und Herstellung von Sterilprodukten spezialisiert war, sind schwerwiegende Entwicklungen. Doch gleichzeitig öffnet sich durch den geplanten Gewerbepark die Möglichkeit für neues Wachstum und frische Impulse. Wie wird sich die Stadt entwickeln? Werden neue Arbeitsplätze entstehen? Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.

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