Die Schattenseite des Feierns: Ein Theaterabend über Alkohol und seine Folgen
Ein Theaterabend der besonderen Art erwartet uns in Bad Tölz! Am Donnerstag, den 18. Juni 2026, um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) wird die Kulturbühne Hinterhalt zum Schauplatz eines Stücks, das sich mit einem Thema auseinandersetzt, das viele von uns betrifft: dem Alkoholkonsum. Unter dem Titel „Sektempfang und Feierabendbier“ von Gabi Gómez wird die Geschichte von Lisa erzählt, einer Protagonistin, die auf den ersten Blick ein ganz normales Leben führt – Job, Wohnung, Familie, Freunde. Doch der Schein trügt, denn Lisas Alkoholkonsum nimmt zu und führt zu einem dramatischen Zusammenbruch.
Das Stück wird vom HaLT-Alkoholpräventionsprojekt des Gesundheitsamts Bad Tölz-Wolfratshausen veranstaltet und ist Teil der Aktionswoche Alkohol, die alle zwei Jahre von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen ausgerufen wird. Hier wird nicht mit dem Finger auf andere gezeigt, sondern vielmehr eine zentrale Frage aufgeworfen: „Wie selbstverständlich ist Alkohol in unserem Leben geworden?“ Der Eintrittspreis von nur 5 Euro macht es leicht, sich diesem wichtigen Thema zu widmen. Und keine Sorge, Fachkräfte aus der Suchtprävention und -beratung werden vor Ort sein, um bei Fragen und Anliegen zur Seite zu stehen.
Alkoholkonsum in Deutschland
Die Zahlen über den Alkoholkonsum in Deutschland sind alarmierend. Im Jahr 2024 konsumierten 8,6 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren riskante Mengen Alkohol. Dies ist nicht nur eine Zahl, sondern das Schicksal von vielen Menschen, die in einem Strudel aus Genuss und Abhängigkeit gefangen sind. Etwa 9,5 Millionen Menschen hatten mindestens einmal eine Episode des Rauschtrinkens. So viele, die vielleicht einmal gedacht haben: „Das passiert mir nicht!“ – und doch sind sie betroffen.
Rund 2,2 Millionen Personen erfüllen die medizinischen Kriterien einer Abhängigkeit. Das sind Menschen, die sich in einem Alltag wiederfinden, der von Alkohol dominiert wird. Und der gesellschaftliche Umgang mit Alkohol ist oft unkritisch, was präventive Maßnahmen erschwert. Statistisch gesehen sterben in Deutschland jährlich etwa 14.200 Menschen an Krankheiten, die ausschließlich auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Diese Zahlen werfen einen Schatten auf das Bild des „gemütlichen Bierabends“ oder des „Schampus zur Feier“. Die Realität ist oft viel düsterer.
Die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen
Alkohol ist weit mehr als nur ein Getränk. Es ist eine psychoaktive Substanz, die nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft verheerende Folgen haben kann. Gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum ist mit mehr als 200 Krankheiten verbunden und zählt zu den fünf wesentlichen Risikofaktoren für Krankheiten und Todesfälle weltweit. Wenn man darüber nachdenkt, sind die Auswirkungen weitreichend: direkte Kosten für das Gesundheitssystem, Produktivitätsverluste und die immateriellen Kosten, wie der Verlust an Lebensqualität – das alles sind Konsequenzen, die oft übersehen werden.
In Deutschland liegt der durchschnittliche Alkoholkonsum pro Kopf bei jährlich 10,6 Litern reinem Alkohol. Und obwohl es eine leicht rückläufige Tendenz gibt, bleibt Deutschland im internationalen Vergleich ein Land mit hohem Alkoholkonsum. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Alkohol belaufen sich auf rund 57 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Summe umfasst nicht nur die direkten medizinischen Kosten, sondern auch die indirekten Kosten durch vorzeitige Verrentung und Sterblichkeit. Es ist ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.
Der Theaterabend am 18. Juni bietet die Möglichkeit, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und vielleicht auch den einen oder anderen Gedanken für die eigene Beziehung zum Alkohol zu gewinnen. Wer weiß, vielleicht wird man nach der Aufführung das Glas in der Hand mit ganz anderen Augen betrachten.
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