Im Tölzer Land, wo die Almromantik auf moderne Landwirtschaft trifft, hat sich der Viehbestand auf den Sommerweiden erfreulicherweise erhöht. Mit stolzen 4013 Rindern – 210 mehr als im Vorjahr – sind die Almen in dieser Region noch lebendiger geworden. Damit ist nicht nur die Zahl der Tiere gestiegen, sondern auch die Almwirtschaft zeigt sich stabil. Alle 144 Hochalmen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind in Betrieb, was für die Region ein positives Zeichen ist. Besonders bemerkenswert ist der Anteil der Fremdtiere, der mit 16 Prozent den niedrigsten Wert in Oberbayern erreicht. Das bedeutet, dass die meisten Almen von den ansässigen Bauern bewirtschaftet werden.

Die Jahresstatistik des Almbauernverbands Oberbayern (AVO) für 2025 zeigt, dass die Almwirtschaft in der Region nicht nur überlebt, sondern floriert. Es wurden keine Hochalmen aufgegeben, was sicherlich auch auf den geringen landwirtschaftlichen Strukturwandel und die modernen Ställe vieler Betriebe zurückzuführen ist. Dies ist ein echter Lichtblick in einer Zeit, in der viele andere Regionen mit Rückgängen kämpfen müssen. Von den 665 Weidetiere, die als Fremdvieh gezählt werden, sind die meisten nicht von hier, aber die Almwirtschaft bleibt überwiegend in heimischen Händen. Auch die Pferde und Schafe fühlen sich auf den Almen wohl: 38 Pferde und 147 Schafe und Ziegen grasen friedlich in der alpinen Landschaft.

Ein Blick auf die Almbegehung

Ein besonderes Highlight war die Hauptalmbegehung am 5. August in Lenggries, wo sich rund 1000 Teilnehmer einfanden, darunter auch prominente Gäste. Die besichtigten Almen – darunter die Schönbergalm, Ampertalalm, Roßsteinalm und Röhrlmoosalm – sind nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch Zeugnis einer lebendigen Tradition. Hier trifft man auf die Menschen, die mit Leidenschaft und Hingabe ihre Tiere und die Natur pflegen. Das gibt einem ein Gefühl von Heimat und Verbundenheit mit der Region, das einfach unbezahlbar ist.

Die Zahlen aus Bayern

Ein Blick über die Grenzen des Tölzer Landes hinaus zeigt, dass die Situation in Bayern insgesamt etwas anders gelagert ist. Der Rinderbestand in Bayern liegt bei 2.704.136 Tieren, verteilt auf 37.654 Rinderhaltungen. Durchschnittlich hat jeder Halter knapp 72 Rinder, was die Vielfalt und die unterschiedlichen Haltungsformen verdeutlicht. Interessanterweise haben die ökologisch gehaltenen Rinder einen Anteil von 9,9 Prozent, was zeigt, dass auch hier ein Trend zur Nachhaltigkeit zu beobachten ist. Doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In den letzten zehn Jahren gab es einen Rückgang der Rinderhaltungen um 23,5 Prozent. Das ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass die bayerische Landwirtschaft auf diese Tiere angewiesen ist, um die Tradition und die Kultur der Region zu bewahren.

Die Daten, die für die Ökologische Landwirtschaft bereitgestellt werden, zeigen, dass der Anteil der ökologisch gehaltenen Milchkühe bei 10,6 Prozent liegt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber der Rückgang des Rinderbestands und der Rinderhaltungen insgesamt bleibt ein großes Thema. Gerade in einer Zeit, in der die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigt, müssen wir uns fragen, wie wir diese Entwicklung umkehren können. Zumindest in Bad Tölz-Wolfratshausen scheint die Almwirtschaft stabil zu sein, und das ist ein Grund zur Freude für alle, die die alpine Lebensart lieben.

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