Marc Sturm, ein politisches Gesicht, das man sich gut merken sollte, wurde kürzlich zum Landrat des Kreises Aichach-Friedberg gewählt. Nach drei Anläufen auf ein politisches Hauptamt hat er nun endlich seinen ersten großen Erfolg gefeiert. Mit 43 Jahren hat Sturm bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich, die ihn nicht nur in die politischen Gremien, sondern auch tief in die Kultur Italiens geführt hat. Seine Vorliebe für das Land, das für sein „Dolce Vita“ bekannt ist, begann bereits in der Schulzeit, als ihn die Reiseberichte von Johann Wolfgang von Goethe faszinierten. Dieser erste Funke entfachte eine Leidenschaft, die ihn 2001 zum ersten Mal nach Rom führte, wo er seitdem regelmäßig zurückkehrt.
Sturm ist in München geboren und wuchs im Stadtteil Griesbeckerzell auf, während er heute mit seiner Familie in Zell lebt. Nach seinem Jurastudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das er in nur vier Jahren abschloss, absolvierte er ein Referendariat, unter anderem bei der Stadt Friedberg. Seine politischen Wurzeln sind tief verankert: 2008 wurde er in den Aichacher Stadtrat gewählt, gefolgt von seiner Wahl in den Kreistag 2014. Nachdem er zunächst Mitglied der CSU war, wechselte er 2019 zu den Freien Wählern. Seine politischen Ambitionen waren nicht immer von Erfolg gekrönt; er kandidierte 2014 erfolglos als Aichacher Bürgermeister und verpasste 2023 knapp die Chance, für den Münchner Landtag zu kandidieren.
Ein Landrat mit Visionen
Marc Sturm plant, im Landratsamt offen und direkt zu kommunizieren. Er hat sich zum Ziel gesetzt, mit allen Fraktionen zusammenzuarbeiten, um die politischen Beschlüsse der kommenden sechs Jahre auf breiten Mehrheiten zu basieren. Die Freien Wähler, mit zehn von 60 Sitzen die zweitgrößte Fraktion im Kreistag, werden dabei eine entscheidende Rolle spielen. Sturm schätzt Rückzugsräume und findet Entspannung beim Radfahren, Schwimmen und Kochen. Diese Hobbys helfen ihm, die Balance zwischen politischer Verantwortung und persönlichem Lebensstil zu finden.
Die Herausforderungen, vor denen die Kommunalpolitik steht, sind jedoch nicht zu unterschätzen. Der Freistaat Bayern sucht derzeit mehr als 39.000 Mandatsträger für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr. Die Ämter, die zu besetzen sind, reichen von Städten- und Gemeinderäten bis hin zu Bürgermeister- und Kreistagspositionen. Dies geschieht in einem Kontext, in dem immer weniger Menschen bereit sind, Verantwortung für politische Ehrenämter zu übernehmen. Der Bayerische Gemeindetag hat sogar eine Jobbörse für Kommunalpolitiker organisiert, um neue Köpfe zu gewinnen. Dies zeigt, dass die Kommunalpolitik in einer Krise steckt, in der das Vertrauen der Bürger in die politischen Strukturen auf die Probe gestellt wird.
Der Weg in eine unsichere Zukunft
Marc Sturm tritt in eine Zeit ein, in der immer mehr Kommunalpolitiker von einem unsicheren politischen Klima berichten. Ein Viertel der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker wurde laut einer Forsa-Umfrage bereits beleidigt oder bedroht. Die Sorgen um klamme Gemeindekassen und die damit verbundenen Herausforderungen sind allgegenwärtig. Dennoch bleibt die Mehrheit der Kommunalpolitiker engagiert, und auch Sturm möchte mit seiner offenen und direkten Kommunikationsweise einen positiven Einfluss ausüben.
Die Wahlvorschläge für kommunale Ämter können bis 59 Tage vor dem Urnengang, also bis zum 8. Januar 2026, eingereicht werden. In dieser Zeit wird auch Marc Sturm seine Visionen für den Kreis Aichach-Friedberg weiterentwickeln und versuchen, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu zeigen, wie sich die politische Landschaft im Landkreis entwickeln wird und ob es gelingt, die Herausforderungen der Kommunalpolitik zu meistern.