Heute ist der 26.04.2026 und die Region Waldshut steht vor einem bedeutenden Umbruch. Die Hochrheinbahn, eine der letzten Dieselstrecken in Baden-Württemberg, wird einem umfassenden Modernisierungsprozess unterzogen. Dieses ambitionierte Bauvorhaben, das den Ausbau, die Modernisierung und die Elektrifizierung der Strecke von Basel bis zum Bodensee umfasst, hat ein Volumen von fast 450 Millionen Euro. Die Planungsarbeiten für dieses Jahrhundertprojekt laufen bereits seit den 80er Jahren und zielen darauf ab, die Verbindung von West nach Ost entscheidend zu verbessern.
Die Vollsperrung der Strecke zwischen Rheinfelden (Baden) und Erzingen (Baden) beginnt am Sonntag, dem 26. April 2026. Während dieser Zeit müssen Pendler und Reisende auf Busse umsteigen. Ein Ersatzverkehrskonzept mit insgesamt sechs Buslinien (A bis F) tritt in Kraft, die entlang der Strecke verkehren. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass die Mobilität der täglichen Nutzer, die zwischen Rheinfelden, Bad Säckingen, Waldshut-Tiengen und Erzingen pendeln, aufrechterhalten bleibt. Der Bahnhof Waldshut verzeichnet täglich zwischen 10.000 und 12.000 Reisende, und die Verdopplung der Reisezeit in Richtung Basel oder Bodensee wird eine große Herausforderung darstellen.
Umfangreiche Modernisierungsarbeiten
Die Bauarbeiten an der Hochrheinbahn sind weitreichend: Insgesamt werden 1.600 Strommasten und 130 Kilometer Oberleitungen installiert, während 17 Bahnhöfe modernisiert werden. Auch die Gleisverlegungen und Brückenänderungen sind Teil des Projekts. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, werden alle Bahnhöfe mit Aufzügen oder Rampen ausgestattet. Neue Bahnhaltepunkte in Rheinfelden-Warmbach, Bad Säckingen-Wallbach und Waldshut-West werden ebenfalls eingerichtet, um die Erreichbarkeit zu verbessern.
Die Reaktionen auf diese Entwicklungen sind gemischt. Während viele die Elektrifizierung und den Ausbau der Strecke begrüßen, gibt es Bedenken hinsichtlich der möglichen Staus für die Ersatzbusse. Reisende müssen sich darauf einstellen, dass sie in den kommenden Monaten auf alternative Transportmittel zurückgreifen müssen, da Fahrräder in den Ersatzbussen nicht mitgenommen werden dürfen. Lediglich geschlossene Klappräder und zusammengeklappte E-Scooter sind erlaubt.
Informationen für Reisende
Für die Nutzer des Ersatzverkehrs ist es wichtig, sich im Voraus zu informieren. Die Fahrzeiten der Ersatzbusse sind online auf den Plattformen www.bahn.de und im DB Navigator verfügbar. Fahrscheine für den Ersatzverkehr können sowohl online als auch vor Ort in den DB Reisezentren in Bad Säckingen, Rheinfelden und Waldshut erworben werden. An den Ersatzhaltestellen und in den Bussen ist der Ticketkauf jedoch nicht möglich, weshalb ein gültiger Fahrschein für die Nutzung des Busverkehrs erforderlich ist. Regulär gültige Tickets, wie das Deutschlandticket, behalten während der Sperrung ihre Gültigkeit.
Die Wiederinbetriebnahme eines durchgängigen Zuges ist für Dezember 2027 geplant. Die Schweiz beteiligt sich an den Kosten und plant eine Integration in das S-Bahn-Netz von Basel und Zürich, während die SBB eine Fernverbindung von Basel bis St. Gallen über die deutsche Rheinseite ab demselben Datum anstrebt.
Die Modernisierung der Hochrheinbahn wird die Reiseverbindungen zwischen den Regionen erheblich verbessern und die Bahn zu einer verlässlicheren und umweltfreundlicheren Alternative machen. Die kommenden Monate werden eine Herausforderung für die Reisenden darstellen, doch die langfristigen Vorteile sind vielversprechend.