Waldshut-Tiengen: Vorreiter in der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder
In Waldshut-Tiengen, einem Ort, der sich immer wieder durch seine vorausschauenden Entscheidungen auszeichnet, hat man den Blick auf die Zukunft der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder bereits heute scharf geschärft. Denn ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt bundesweit ein Rechtsanspruch auf verlässliche ganztägige Betreuung. Dieser Anspruch, der zunächst für die erste Klassenstufe gilt, wird schrittweise auf alle Grundschuljahrgänge ausgeweitet. Das Ziel ist klar: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken, gerechtere Bildungschancen zu schaffen und verlässliche Betreuungsstrukturen für Familien zu etablieren.
Die Stadt hat dem Ganztagsausbau schon frühzeitig viel Aufmerksamkeit geschenkt und in die entsprechenden Angebote investiert. An allen Grundschulstandorten in Waldshut-Tiengen gibt es bereits heute verlässliche Betreuungsangebote. Beeindruckend ist beispielsweise die Heinrich-Hansjakob-Schule, die flexible Nachmittagsbetreuung bis 17 Uhr und sogar mehrwöchige Ferienbetreuung anbietet. Auch die Johann-Peter-Hebel-Schule ist da nicht weit hinten – vergleichbare Nachmittags- und Ferienangebote sind hier Standard. Die Grundschule Gurtweil hingegen punktet mit einer Betreuung, die vor Unterrichtsbeginn und an mehreren Nachmittagen zur Verfügung steht, und hat sogar den perspektivischen Ausbau im Blick.
Die Bedeutung der Ganztagsbetreuung
Bei der Theodor-Heuss-Schule wird auf eine verlässliche Betreuung am Morgen und nach dem Unterricht gesetzt, in Zusammenarbeit mit dem Don-Bosco-Hort. Die Hans-Thoma-Schule bietet ebenfalls Betreuung vor und nach dem Unterricht an und kooperiert dabei mit dem Deutschen Roten Kreuz. So unterschiedlich die Angebote auch sind, sie alle haben das Ziel, die Familien zu unterstützen und den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Natürlich sind die Angebote je nach Schulstandort und Anbieter unterschiedlich in zeitlichem Umfang und organisatorischer Ausgestaltung – teilweise gibt es auch kapazitätsbedingte Begrenzungen, die Eltern bei der Anmeldung im Hinterkopf behalten sollten.
Ein Blick auf die bundesweite Situation zeigt, dass der Bedarf an Ganztagsangeboten für Grundschulkinder noch nicht vollständig gedeckt ist. Trotz der Schaffung vieler Plätze in den letzten Jahren werden bis zum Schuljahr 2029/30 zusätzlich rund 264.000 Plätze benötigt. Die Prognosen haben sich zwar im Vergleich zu früheren Berichten reduziert, dennoch bleibt die Nachfrage hoch. Aktuell werden etwa 1,9 Millionen Kinder im Grundschulalter ganztägig betreut – das sind 57% der Kinder. Der Bund hat beschlossen, mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro den Ganztagsausbau zu unterstützen. Ab 2026 werden zudem die Betriebskosten mit bis zu 1,3 Milliarden Euro jährlich bis 2030 bezuschusst. Das ist eine große Hilfe, um den Herausforderungen der kommenden Jahre zu begegnen.
Der Weg zur Ganztagsbetreuung
Für Eltern bedeutet der kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, dass sie ihren Betreuungsbedarf aktiv anmelden müssen. Der Prozess erfolgt in der Regel über die Schule, die Kommune oder den Hortträger. Frühzeitige Anmeldungen erhöhen die Chancen auf einen Platz, das ist ganz wichtig! Wer keinen Platz bekommt, sollte seinen Bedarf schriftlich anmelden und den Eingang bestätigen lassen. Das kann eine kleine Sicherheit geben, falls es zu Engpässen kommt. Die geplante Betreuung sieht übrigens acht Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche vor, auch Ferienbetreuung ist in den Planungen berücksichtigt – mit maximal vier Wochen Schließzeit pro Jahr.
Die Vielfalt der Organisationsmodelle ist bemerkenswert. Ob offener Ganztag, gebundene Ganztagsschule, Horte oder Angebote von freien Trägern – für jeden sollte es etwas Passendes geben. Doch es bleibt nicht aus, dass bei der Umsetzung auch Herausforderungen auftauchen. Engpässe bei Ganztagsplätzen werden vorhergesagt, weil der Ausbau vielerorts erst jetzt beginnt und Zeit, Geld und Personal erfordert. Vor allem in Westdeutschland wird die Ganztagsbetreuung noch nicht so flächendeckend angeboten wie in Ostdeutschland. Doch die Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten ist spürbar, und die Stadt Waldshut-Tiengen ist bestens gerüstet, um die anstehenden Veränderungen aktiv zu gestalten.
Für alle Fragen rund um die Betreuungsangebote steht Stephanie Meyer von der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen zur Verfügung (smeyer@waldshut-tiengen.de). Es bleibt spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und wie Waldshut-Tiengen sich weiterhin als Vorreiter in der Ganztagsbetreuung behaupten kann.
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