Waldshut, 19. Mai 2026 – Die Planung der neuen 380-kV-Leitung zwischen Herbertingen und Gurtweil nimmt langsam, aber sicher Gestalt an. Transnet, der Projektträger, hat auf die lautstarke Kritik der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und der Anwohner reagiert und die Trassenführung teilweise angepasst. Das klingt erstmal positiv, doch wie immer gibt es auch Schattenseiten.

Otto Kettmann, der Projektleiter, hebt hervor, dass die Topografie, die Schutzgebiete und die bereits bestehenden Anlagen enge Grenzen setzen. Ein echtes Dilemma, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet ist, die alten Stromleitungen durch leistungsfähigere Varianten zu ersetzen. Ein Schritt, der im Rahmen der Energiewende und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit unerlässlich ist.

Herausforderungen und Konflikte

Besonders in Waldshut-Tiengen gestaltet sich die Planung als herausfordernd. Die Landschaft ist nicht nur malerisch, sondern bringt auch so manche Schwierigkeiten mit sich. FFH-Gebiete und bestehende Anlagen sind da nur einige der Hürden. Und dann sind da noch die Abstände zur Wohnbebauung, die für viele Anwohner ein rotes Tuch sind. Anwohnerproteste sind bereits laut geworden, insbesondere in Hinblick auf die geplanten Masten.

Am Mittleren Berg gibt es immerhin einen Lichtblick: hier wurde eine Verbesserung erzielt, da eine Bestandsleitung später gekreuzt wird und ein Mast eingespart werden kann. Am Hungerberg hingegen bleibt alles beim Alten, was viele Anwohner verärgert. Immerhin beträgt der Abstand zwischen dem geplanten Mast und einem Wohnhaus nur 80 Meter – das ist ein echtes Problem, das nicht ignoriert werden kann.

Gesetzlicher Zeitdruck und Investitionen

Der gesetzlich vorgegebene Zeitdruck zwingt Transnet zum Handeln, und die Investitionen in das Projekt Hochrhein sind enorm. Über eine Milliarde Euro werden in dieses Vorhaben fließen, davon mehr als 200 Millionen Euro in Waldshut-Tiengen. Das ist kein kleiner Betrag und zeigt, wie ernst es dem Unternehmen mit der Umsetzung der Energiewende ist. Die Offenlage für die vorgezogene Maßnahme Richtung Hungerberg läuft bis Juni, das Planfeststellungsverfahren wird im Spätsommer starten. Die Fertigstellung der Leitungen am Hungerberg ist für 2030 geplant, während der Bereich östlich von Gurtweil bis 2031 in den Fokus rückt.

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In Gurtweil gibt es bereits Unmut über die Planung. Der Ortsvorsteher und einige CDU-Mitglieder sind alles andere als zufrieden mit der Situation am Hungerberg. Der Gemeinderat zeigt sich jedoch erfreut über die Lösung am Mittleren Berg, was die Meinungen in der Gemeinde spaltet. Auch die unklare Visualisierung der Planung wird von Ratsmitgliedern kritisiert, was die ganze Sache nicht gerade einfacher macht. Die Stadt hat sich auf die Offenlage der Pläne vorbereitet, und Anwälte sind bereits involviert – ein weiteres Zeichen für die Komplexität dieser Angelegenheit.