Heute ist der 8.05.2026 und in Waldshut gibt es Neuigkeiten aus der Suchtpräventionsszene, die einen Blick wert sind. Die Fachstelle Sucht des Landkreises hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht und die Bilanz könnte kaum positiver ausfallen. Prävention wird hier großgeschrieben! Im vergangenen Jahr haben 693 Menschen das Beratungsangebot in Anspruch genommen – eine Zahl, die für sich spricht. Besonders auffällig: Die größte Altersgruppe bildet die 20- bis 24-Jährigen, die mit 95 Einzelfällen ganz vorne mit dabei sind. Das zeigt, dass es für junge Menschen wichtig ist, über Sucht und deren Auswirkungen aufgeklärt zu werden.
Erfreuliche 67% der Hilfesuchenden konnten eine Verbesserung ihrer Konsumproblematik nachweisen. Das sind doch mal Zahlen, die Mut machen! Insgesamt wurden 2085 Einzelgespräche geführt, und die Präventionsarbeit hat sich weiterentwickelt und stabilisiert. Dabei setzt die Fachstelle auf eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Schulsozialarbeit und Eltern. Höhepunkte des Jahres waren die landkreisweite Elternvortragsreihe und das Projekt „Peers an Fahrschulen“, wo junge Menschen als Vorbilder fungieren. Auch Programme wie „Be smart, don’t start“ wurden weiterentwickelt.
Präventionsmaßnahmen im Überblick
Ein besonders spannendes Detail: 12 Schulklassen besuchten die Boulderhalle Hotzenblock zur Tabakprävention. Doch es gibt auch Herausforderungen. Ein Rückgang des Interesses an Cannabis-Prävention wurde festgestellt, ebenso wie sinkende Anmeldezahlen für Fachkräfteschulungen. Für 2025 wurden insgesamt 114 Präventionsmaßnahmen durchgeführt, darunter 10 Elternabende und 3 Netzwerktreffen. Die Kontaktaufnahme zu 29 Schulen zeigt, dass die Fachstelle hier aktiv am Puls der Zeit ist.
Die Verteilung der Präventionsmaßnahmen ist ebenfalls aufschlussreich: 14% der Maßnahmen beschäftigten sich mit Alkohol, 20% mit Cannabis und 20% mit Tabak. Es ist jedoch zu beobachten, dass die Dynamik im Bereich synthetischer Opioide zunimmt. Diese hochgefährlichen, im Labor hergestellten Substanzen stellen eine echte Bedrohung dar. Besonders besorgniserregend ist der zunehmende missbräuchliche Konsum opioidhaltiger Schmerzmittel, vor allem bei jüngeren Menschen. Die Entlassung von Naloxon aus der Verschreibungspflicht im Oktober 2025 wurde als positiver Schritt gewertet, da dieses Notfallmedikament Leben retten kann.
Vielfalt der Informationsangebote
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat ebenfalls einige interessante Initiativen ins Leben gerufen, um Suchtprävention zu fördern. Auf verschiedenen Social-Media-Kanälen sind sie aktiv und bieten dort Informationen an. Auf Facebook und Instagram finden sich Seiten wie „alkoholkenndeinlimit“ oder „rauchfrei_info“. Diese Plattformen sind eine wertvolle Ergänzung, um gerade junge Menschen zu erreichen. Es gibt auch spezielle Webseiten zur Suchtprävention, wie www.rauchfrei-info.de für Erwachsene oder www.cannabispraevention.de, die sich an Jugendliche richtet.
Die Problematik synthetischer Opioide wird von Experten ernst genommen. Der „Trendspotter“-Bericht, der kürzlich veröffentlicht wurde, hebt hervor, dass der Konsum opioidhaltiger Schmerzmittel in Deutschland ansteigt. Es ist alarmierend, dass über 150 Todesfälle aufgrund dieser Substanzen in mehreren europäischen Ländern dokumentiert wurden. Im Gespräch mit Burkhard Blienert, dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung, wurde betont, dass die Lage in Deutschland nicht mit der in den USA und Kanada vergleichbar ist, aber dennoch eine Zuspitzung droht. Ein bundesweites Monitoring- und Warnsystem für synthetische Opioide wird daher gefordert.
Diese Entwicklungen zeigen, dass es mehr denn je wichtig ist, präventive Maßnahmen zu ergreifen und die Bevölkerung aufzuklären. Die Fachstelle Sucht und das BIÖG leisten hier wertvolle Arbeit, die nicht nur für die Betroffenen, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist. Die Unterstützung für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte soll weiter ausgebaut werden, um die Sichtbarkeit und Qualität der Angebote zu erhöhen.