In Ulm, wo die Donau sanft durch die Stadt plätschert und die Menschen gerne zusammenkommen, erleben wir momentan einen kleinen Wettlauf zwischen Bargeld und Kartenzahlung. Während einige Geschäfte und Restaurants als treue Hüter des Bargeldes agieren, haben andere, wie die Bäckerei Staib, den Schritt gewagt und auf „Kartenzahlung bevorzugt“ umgestellt. Marcus Staib, der Inhaber, hat ganz praktische Gründe für diesen Wechsel: Weniger Bargeld, weniger Einbrüche, weniger Sicherheitsrisiken. Das klingt nach einem klaren Plan, oder?
Aber es ist nicht nur eine Frage der Vorliebe. Händler, zum Beispiel der Erdbeer- und Spargelbauer Andreas Eberhard, stehen vor der Herausforderung, die Kosten für Kartenlesegeräte und Transaktionsgebühren zu stemmen. Für kleine, saisonal arbeitende Betriebe kann sich das schlichtweg nicht rechnen. Das ist nicht nur für die Händler eine Herausforderung, auch die Verbraucher haben ihre ganz eigenen Gedanken zu den Zahlungsmethoden. Am Ulmer Wochenmarkt kann man übrigens an vielen Ständen zwischen Bar- und Kartenzahlung wählen, was die Sache etwas einfacher macht.
Kosten im Zahlungsverkehr
Und hier wird’s interessant: Die Kosten des Zahlungsverkehrs sind nicht ganz leicht zu durchblicken. Eine Studie der Deutschen Bundesbank hat gezeigt, dass die monetären Kosten für Verbraucher variieren. Bargeld kostet pro Transaktion im Schnitt etwa 0,38 Euro, während eine Zahlung mit Kreditkarte mit rund 1,35 Euro zu Buche schlägt. Aber die Kosten sind nicht nur monetär – die Zeit, die man für Abhebungen oder das Suchen nach Kleingeld benötigt, wird ebenfalls als Aufwand betrachtet. Bargeld hat hier den höchsten Aufwand, was die Wege zum Geldautomaten angeht. Und ehrlich gesagt, wer kennt das nicht? Man steht da, der Geldautomat hat gerade mal wieder keine Scheine ausgegeben und man fragt sich: „Hätte ich nicht einfach mit Karte zahlen sollen?“
Die Bundesbank betont dazu, dass Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle spielt, besonders in Notfällen. Dirk Schrade hat einen Punkt: Manchmal ist Bargeld einfach unverzichtbar. Und das trotz der deutlichen Zunahme bei Kartenzahlungen, die im Jahr 2023 schon bei etwa 50% der Transaktionen lag. Laut dem Kölner Handelsforschungsinstitut könnte es sogar sein, dass in diesem Jahr erstmals mehr Käufe mit Karte als bar getätigt werden. Ein spannender Trend, der zeigt, wie sich die Zahlungsgewohnheiten der Menschen entwickeln.
Die Zukunft des Bezahlens
Es ist schon ein komisches Gefühl – diese Abwägung zwischen den verschiedenen Zahlungsmethoden. Bargeld mag kostengünstiger sein, aber die Bequemlichkeit der Karte, das einfach „Wisch“ und fertig, hat schon seinen Reiz. Wenn ich an meine letzten Einkäufe denke, dann war es oft das schnelle Bezahlen, das den Ausschlag gegeben hat, auch wenn ich mir bewusst bin, dass ich dabei höhere Kosten für die Nutzung der Karte in Kauf nehme.
Es bleibt also spannend in der Ulmer Geschäftswelt. Händler und Verbraucher müssen sich ständig neu orientieren, während die Gespräche über Vor- und Nachteile der Zahlungsmethoden weitergehen. Irgendwie ist es ein großes, lebendiges Experiment, das uns zeigt, dass es nicht nur um Geld geht, sondern auch um Sicherheit, Bequemlichkeit und die Frage, wie wir in Zukunft miteinander handeln wollen.